Liebe Gemeindemitglieder

Liebe Leserinnen und Leser

Seelsorgeeinheit

Leider ist der Sommer vorbei und die meisten von uns sind wieder mitten im  manchmal grauen Alltag angekommen. Vielleicht können Sie noch ein bisschen von einem schönen Urlaub oder auch einfach von entspannten Sommertagen zehren. Ich selbst bin noch erfüllt von den Erinnerungen an eine wunderschöne Reise nach Kanada. Neben vielen ganz besonderen Erlebnissen ist mir jedoch eine Fahrt in einem Linienbus in Erinnerung. An einer Haltestelle stieg ein Kind aus und rief fröhlich nach vorne zur Busfahrerin: Thanks for the ride‘.  Dass ein Kind sich so herzlich für eine Busfahrt bedankte, zauberte sofort ein Lächeln auf das Gesicht vieler vorher eher müde und teilnahmslos wirkender Fahrgäste. Auch an den folgenden Haltestellen stiegen die Leute mit einem ausdrücklichen Dank an die Busfahrerin aus. Ob das immer so ist, kann ich mangels Erfahrung nicht beurteilen, aber es hat mich beeindruckt und zum Nachdenken gebracht. Wie vieles in unserem Alltag nehmen wir als selbstverständlich und wie erfrischend ist es, wenn diese Haltung einmal durchbrochen wird! Wie oft gehen wir mit dem Blick nach unten durch die Welt und sind nur auf das fokussiert, was vielleicht gerade nicht optimal läuft oder was uns ärgert. Ein negatives Erlebnis überlagert oft viele schöne Erfahrungen und Begegnungen und hält uns gefangen. Das vermeintlich Selbstverständliche wird oft erst dann wirklich wertgeschätzt, wenn es plötzlich wegzubrechen droht oder gar nicht mehr da ist. Dabei braucht es eigentlich keine Glücksforschung um zu erkennen, dass eine dankbare Grundhaltung glücklicher und zufriedener macht. Dankbarkeit verändert unsere Wahrnehmung und lenkt den Blick auf das Positive, auch auf die Menschen, die auf verschiedenste Weise unseren Alltag erleichtern und lebenswert machen. Dies hilft uns vielleicht auch, achtsamer und wertschätzender mit unseren Mitmenschen umzugehen.

Eine solche Grundhaltung kann man einüben. Manche Psychologen raten, täglich ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Ich habe mir stattdessen vorgenommen, beim Beten immer erst mal mit einem Dank zu beginnen und beim Essen das Dankgebet nicht zu vergessen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein schönes Erntedankfest und viele Dinge, die Ihnen im Blick auf Ihr Leben dankenswert erscheinen.

Es grüßt Sie herzlich

Ihre Luise Bächle