Liebe Leserinnen und Leser,

KIRCHE – bist du, bin ich, sind wir!

unsere Kirche wird, wie jeder weiß, schon längere Zeit heftig kritisiert:

Die Missbrauchsfälle und der inadäquate Umgang mit Tätern und Opfern, die fortdauernde Mitgliederschwindsucht und neuerdings die zunehmende Kritik an der Männerkirche, in der die Frauen keinen Zugang zu höheren Ämtern haben, machen der Kirche schwer zu schaffen. Dazu kommt, dass in den immer größeren Seelsorgeeinheiten und Dekanaten die Nähe zu den Menschen verloren geht.

Aber: Können wir da etwas tun? Eher nicht?

Und doch ist offensichtlich: Nur die aktive Mitarbeit so genannter Laien kann die Kirche wieder näher zu den Menschen rücken. Deshalb wohl entstand in unseren Gemeinden die Idee der „50 Missionare“. Der Grundgedanke ist, Gemeindemitglieder zu finden, die bereit sind, sich mit dem, was sie gut können, zu engagieren im Für- und Miteinander. Damit sind wir ganz nahe an dem, was KIRCHE eigentlich bedeutet: Das Wort kommt vom griechischen „kyriake“, d.h. die zum Herrn gehörende (Gemeinde), die von der Art des Herrn. Zu ihm gehören heißt: Seine Botschaft, seine liebende Zuwendung leben: Er spürte, was Menschen brauchen. Die Einsamkeit des Zachäus, des Levi nahm er wahr, auch die Isolation des Bartimäus und die Ausweg-losigkeiten vieler anderer. Er schloss keinen aus, er verurteilte niemand und sagte: „Was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut ihnen.“ Und selig pries er die Barmherzigen und die Gerechtigkeitssucher.

Wir sehen also:

KIRCHE im wahren Sinn des Wortes bist Du, bin ich, sind wir zusammen, indem wir nach seiner Art als Liebende und Aufbauende leben.

Uns allen wünsche ich, auch in der kommenden Urlaubszeit Zeiten des Innehaltens, die befreiende und lebensbejahende Botschaft Jesu neu zu erspüren!

 

Ludwig Wamsler