Ostern in unsicheren Zeiten

Inzidenzwert beeinflusst unsere Planungen

Ostern haben wir in unsicheren Zeiten gefeiert. Unsicher im Blick auf die Coronavirus-Pandemie und die so genannte dritte Welle mit den vielen infizierten und erkrankten Menschen. Unsicher aber auch im Blick auf die Feier unserer Gottesdienste und die Durchführung von Gemeindeaktivitäten.

Die Gottesdienste für die Karwoche und die Osterzeit waren – mit den entsprechenden Einschränkungen geplant. In der Ökumene war wieder eine gemeinsame Gottesdienst-Initiative auf den Weg gebracht. Dann stieg der Wert der 7-Tage-Inzidenz. Kurz vor Palmsonntag hat dann unsere Diözese den Pandemiestufenplan verändert und ent­schieden, dass ab einem Inzidenz-Wert von 200 keine öffentlichen Gottesdienste gefeiert werden dürfen. Damit waren unsere Vorbereitungen obsolet. Auch die evangelische Kirchengemeinde hat schließlich ihre Gottesdienste für Ostern als öffentliche Feiern abgesagt. Bei der evangelisch-methodistischen und der Neuapostolische Kirche war schon früher klar, dass es keine öffentlichen Feiern geben wird. So haben wir ganz kurzfristig vier Livestream-Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostersonntag geplant. Diese wurden dann wie schon an Weihnachten in professioneller Weise übertragen. Die große Zahl an Mitfeierenden während der Livestreams und die hohe Zahl an Aufrufen danach sowie viele positive und dankbare Rückmeldungen haben uns dann sehr gefreut.

An dieser Stelle nochmals ein Dank an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir auch in kleiner Runde ansprechende und erfüllende Gottesdienste feiern konnten, an denen eine große Schar teilgenommen hat.

Nach Ostern hat sich die Situation in unserem Landkreis leider nicht entspannt. So mussten weitere Sonntagsgottesdienste als Livestream aus St. Joseph übertragen werden. Da auch die Werktagsgottesdienste nicht öffentlich gefeiert werden können, feiere ich immer wieder im Schwesternkonvent in Öhringen die Heilige Messe. Auch daran können Gläubige über einen Livestream teilnehmen. Zu Redaktionsschluss ist noch nicht abzusehen, wie die Lage sich entwickelt. Deshalb sind tages­aktuelle Informationen zu den Gottesdiensten auf unserer Homepage zu finden.

Die derzeitige Situation beeinflusst auch die Vorbereitung auf die Firmung und die Feier der Erstkommunion (siehe Seite 14). So wurden schon wieder Planungen durchkreuzt und es müssen wieder neue Wege gefunden werden.

Zum Glück ist die Seelsorge für kranke und alte Menschen – auch dank der Test­strategie in den Heimen – möglich, wenn auch mit Einschränkungen.

Gruppen und Gemeinschaften leiden nach wie vor unter der Corona-Pandemie, weil sie sich nicht treffen und ihre Veranstaltungen durchführen können. Das betrifft die Ministranten, die Pfadfinder, die Chöre, die Familien- und Seniorenangebote oder das Josephscafé. Die nach Ostern geplanten Geistlichen Tage für Männer mussten ausfallen, ebenso das Versöhnungswochenende für die letzten Erstkommunionkinder und die Klausur des Pastoralteams. Letzteres wird nun als Präsenzveranstaltung unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen vor Ort nachgeholt. Unsere Kirchengemeinderäte tagen nach wie vor in Videokonferenzen.

Eine große Herausforderung bedeutet diese Zeit auch für unseren Kindergarten. Die Diskussionen um Impfung, Teststrategien und Testpflicht bewegen viele. Zu Redaktionsschluss war noch nicht klar, ob und wann ein regelmäßiges Testangebot in den Kindergärten kommt und wer diese Tests dann durchführt. Quarantäneregelungen bei Infektionen bringen Familien von jetzt auf nachher unter Druck. Angst vor Infektion führen dazu, dass manche Familien ihre Kinder derzeit nicht in den Kindergarten schicken. Und unsere Erzieherinnen stehen mitten in diesem Spannungsfeld, auch mit ihren eigenen persönlichen Sorgen.

Bis wir wieder in sichereren Zeiten leben können – im Blick auf die Gefahr einer Infektion wie im Blick auf Planungssicherheit – wird es wohl noch eine Weile dauern. Wir brauchen weiterhin Geduld, Solidarität, den Dialog miteinander über richtige Entscheidungen und Wege sowie die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen.

Bleiben wir verbunden – im Gebet, auf digitalen Wegen und in den Begegnungen und Kontakten, die uns derzeit möglich sind.

Pfarrer Klaus Kempter