Gotteslob in leichter Sprache

„LeiGoLo“: So heißt das „Gotteslob in leichter Sprache“, das jetzt vorgestellt wurde. Das Kürzel steht für „Leichtes Gotteslob“. Das „LeiGoLo“ möchte mit über 200 Liedern in leichter Sprache und leichter Melodieführung einen Beitrag zum inklusiven Musizieren leisten.

Inklusion für Menschen mit Behinderung in der Kirche zeigt sich auch beim Thema Musik: Barrieren wie Lieder mit Texten in „schwerer Sprache“ oder „schweren Melodien“ machen oftmals das gemeinsame Singen und Musizieren von Menschen mit und ohne Behinderung unmöglich. Das „LeiGoLo“ bietet nun die Möglichkeit, diese Barrieren zu senken und damit kulturelle Inklusion zu ermöglichen.

Das „LeiGoLo“ kommt rechtzeitig zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung vom 5. Mai. „Einiges ist schon getan, vieles ist noch zu tun“, sagt der Erfurter Weihbischof Reinhard Hauke zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung in Kirche und Gesellschaft.

„So wird Inklusion in unserer Kirche gestärkt“

„Zur Teilhabe gehört auch die Teilhabe an Kultur und kulturellem Leben. Ein Element davon ist Musik. Hier leistet das Gotteslob in leichter Sprache einen wichtigen Beitrag, damit Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam am reichen Schatz des gemeinsamen Musizierens teilhaben können. So wird Inklusion in unserer Kirche gestärkt.“

Das „LeiGoLo“ wird herausgegeben vom Robert Haas Musikverlag in Kooperation mit dem Referat Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Limburg, dem Referat Seelsorge für Menschen mit Behinderung im Bistum Münster und dem Referat Musik und Jugendkultur im Bistum Münster.

Es kann auf der Internetseite des Robert Haas Musikverlag bestellt werden (Preis: 9,99 Euro).

Weitere Informationen sind auf der Internetseite des Bistums Münster zu finden.

Papst eröffnet am 19. März „Jahr zu Ehe und Familie"

Das von Papst Franziskus ausgerufene „Jahr zu Ehe und Familie“ wird mit einem Online-Symposium in Rom eröffnet. Der Papst ist per Video-Botschaft dabei; außerdem soll unter anderen auch der Leiter des Familien-Dikasteriums, Kardinal Kevin Farrell, sprechen. Auch Frauen stehen auf der Rednerliste.

Unter dem Motto „Unsere tägliche Liebe" geht es fünf Jahre nach dem Schreiben zu Ehe und Familie des Papstes, „Amoris laetitia" darum, noch einmal auf die verschiedenen Anliegen des nachsynodalen Schreibens hinzuweisen, erklärte der Vatikan diesen Mittwoch in seiner Ankündigung des Symposiums. Organisiert wird die Veranstaltung von der Vatikanbehörde für Ehe, Familie und Leben, der Diözese Rom und dem Theologischen Institut Johannes Paul II. für Ehe und Familie.

Das Symposium am 19. März findet online-statt und kann per Streaming verfolgt werden.

Frauen und Laien auf der Rednerliste

Unter den Referenten ist auch die am Dienstag neu ernannte Sekretärin der Päpstlichen Bibelkommission, die spanische Theologin Nuria Calduch-Benages. Ein Ehepaar, das an den Familiensynoden 2014/2015 teilnahm, soll ebenfalls zu Wort kommen.

Das „Jahr der Familie“

Im Dezember 2020, am Festtag der Heiligen Familie von Nazareth, hatte Papst Franziskus angekündigt, der Familie ein eigenes Jahr widmen zu wollen.  Das kirchliche „Jahr der Familie“ beginnt, so verfügte es der Papst damals, am 19. März (Josefstag) und endet mit dem 10. Welttreffen der Familien am 26. Juni 2022 in Rom.

Jahr der Familie: Eheleute stärker in die Seelsorge einbinden

Nicht nur Priester und Laientheologen, auch verheiratete Paare sollen in der Seelsorge vermehrt eine Rolle spielen. Das fordert der italienische Kardinal und frühere Erzbischof von Ancona-Osimo, Edoardo Menichelli. Er ist ein Experte für Familienpastoral und würdigt das von Papst Franziskus ausgerufene Jahr der Familie, das dem eingehenden Studium des Papst-Schreibens Amoris laetitia gewidmet ist.

Mario Galgano und Fabio Colagrande - Vatikanstadt

Man müsse Amoris laetitia in seiner Gesamtheit neu lesen und die Beziehung zwischen der „von Gott geschenkten Ordnung“ und der „wahren Bedeutung der Ehe“ neu überdenken, so Kardinal Menichelli. Es werde diesbezüglich ein spannendes Jahr sein, ist er überzeugt. Am kommenden 19. März, dem fünften Jahrestag der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Amoris laetitia „über die Schönheit und Freude der ehelichen Liebe“ wird Papst Franziskus das Jahr der Familie eröffnen, das dann am 26. Juni 2022 beim 10. Welttreffen der Familien in Rom seinen Abschluss finden wird.

Kardinal Edoardo Menichelli, emeritierter Erzbischof von Ancona-Osimo, hat an den beiden vatikanischen Bischofssynoden über die Familie in den Jahren 2014 und 2015 teilgenommen. Er sieht in der Entscheidung des Papstes einen Segen und eine einmalige Chance für einen „Neuanfang“ in einem anstrengenden pastoralen Bereich, nämlich der Eheseelsorge. Seiner Meinung nach müssen in der katholischen Kirche die Priester die Familien selbst mehr einbeziehen. Gegenüber Radio Vatikan erklärte der Kardinal, wie er sich das vorstellt:

„Sogar innerhalb der Synode wurde die Beziehung zwischen der Priesterweihe und der Ehe diskutiert und vertieft. Es handelt sich nicht einfach um zwei Sakramente, die in Konkurrenz zueinander stehen. Man sollte nicht auf der Suche nach einer Vormachtstellung sein, beides sind Sakramente des Dienens. Die Weihe ist in die eine und die Ehe in die andere Richtung ausgerichtet, aber beide stehen im Dienst des Wachstums der Kirche und des Werkes der Barmherzigkeit, das die Kirche selbst vollbringt. Das ist, glaube ich, ein weiteres Element, über das wir viel nachdenken und - ich möchte sagen - auch ein bisschen weiterdenken müssen.“

Genaueres will er nicht vorwegnehmen, denn das sei die Aufgabe aller Gläubigen: mitzudenken und mitzuwirken. Es sei ihm bewusst, dass beim Stichwort „Amoris laetitia“ sofort an die Debatte um die Kommunion an wiederverheiratete Geschiedene gedacht werde.

Debatte um Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene

„Es geht mir nicht darum, zu verurteilen und es fällt mir schwer, überhaupt zu sagen, was die Verzögerungen bei der Ehepastoral sein könnten, denn das wurde ja noch gar nicht richtig angegangen. Ich sage nur, dass diese Seelsorge sehr anspruchsvoll und anstrengend ist und uns Priestern nicht immer sofortige Früchte beschert. Denn es ist eine breit gefächerte Seelsorge, die verschiedene Probleme berührt: erzieherische, ethische, soziale. Es ist eine Tatsache, dass es Verzögerungen gab und gibt, aber meiner Meinung nach ist der einzig mögliche Weg, sie zu überwinden, das Bewusstsein, dass es notwendig ist, die wirksame sakramentale Gnade, ebenso wie die der Heiligung, in der Taufe und der Ehe wiederherzustellen.“

Es müsse das Bewusstsein wachsen, dass die Familie gerade im Namen der Sakramente ein pastorales Subjekt sei. Das heißt: Es ist keine Pastoral „für“ die Familie, sondern es sei eine Pastoral „mit“ der Familie, und hier sei die Anstrengung groß, fügt der Kardinal an.

„Es geht um die Schwierigkeit, zwei Glaubenswahrheiten zusammenzubringen, also sowohl Diener der Barmherzigkeit als auch der Wahrheit zu sein“

„Es ist auch wahr, dass diese Diskussion um das Kapitel VIII. (über die die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene, Anm. d. Red.) uns nicht erlaubt hat, Amoris laetitia in seiner Fülle und Vollständigkeit zu lesen. Es ist wahr, dass das Problem, das dieses Kapitel aufwirft, ein besonderes ist: Es geht um die Schwierigkeit, zwei Glaubenswahrheiten zusammenzubringen, also sowohl Diener der Barmherzigkeit als auch der Wahrheit zu sein. Sicherlich ist das ein Aspekt, der sehr stark auf die Sakramentenpastoral einwirkt, aber es ist jetzt notwendig, das gesamte Schreiben von Papst Franziskus noch einmal zu öffnen und zu versuchen, es in seiner ganzen Breite zusammenzufassen. Das ist mein Wunsch und ich hoffe, dass es auch eine der angekündigten Früchte dieses Jahres sein wird.“