Angebote zur geistlichen Vorbereitung auf Weihnachten

Roratemessen

Am 4., 11. und 18. Dezember in Öhringen und am 6. Dezember in Neuenstein feiern wir jeweils um 6:00 Uhr eine Eucharistie in der dunklen Kirche, die nur von Kerzen erleuchtet wird. Diese Gottesdienste haben ihren Namen vom lateinischen Eingangsruf „Rorate caeli de super“ („Tauet ihr Himmel von oben“). Nach den Roratemessen sind alle zu einem einfachen Frühstück in den Gemeindesaal eingeladen.

 

Friedensgebet

Immer montags um 18:00 Uhr versammeln sich Beterinnen und Beter in St. Joseph zum Gebet um den Frieden. Gerade die Adventszeit lädt dazu ein.

 

Friedenslicht von Betlehem

Am Sonntag,16. Dezember um 18:00 Uhr findet ein Gottesdienst zum Friedenslicht in St. Joseph statt. Von dort kann das Licht mit nach Hause genommen werden.

 

Buße und Versöhnung

Verschiedene Möglichkeiten laden ein, sich innerlich neu auf den Weg zu machen, auf das eigene Leben zu schauen und Versöhnung zu suchen, wo Schuld belastet.

 

Beichtgelegenheiten

- in St. Joseph samstags um 17:00 Uhr,

- Beichte in polnischer Sprache am  Samstag, 15.12. von 9:00 bis 11:30 Uhr

- Termine können auch mit dem Pfarrer persönlich vereinbart werden.

 

Bußfeier

Am Sonntag, 9. Dezember um 17:30 Uhr in Neuenstein und um 19:00 Uhr in Öhringen.

 

Herr, lehre uns beten

„Herr, lehre uns beten.“ Die Bitte der Jünger an Jesus, die uns der Evangelist Lukas überliefert (Lukas 11,1) überrascht. Wozu bedurften die Jünger der Unterweisung – mehr oder weniger gottesfürchtige Juden, die – so glaube ich – in der Gebetspraxis ihres Glaubens beheimatet gewesen sind? Vielleicht weil jede religiöse Gruppierung ihre eigene Gebetspraxis gehabt hat, wie der zweite Teil der Bitte: „… wie auch Johannes seine Jünger beten gelehrt hat“ vermuten lässt. Hinzu kommt, dass in der Zeit Jesu das gemeinschaftliche Gebet mehr und mehr auf den Tempel in Jerusalem konzentriert war. Synagogen bzw. Gebets- und Versammlungshäuser gab es im Judentum wahrscheinlich seit der Zeit des Babylonischen Exils im sechsten vorchristlichen Jahrhundert, ob es sie jedoch flächendeckend in jedem Ort gegeben hat, darf bezweifelt werden. Aus den Evangelien wissen wir jedoch von Gebetshäusern/Synagogen in Nazareth und Kafarnaum. Dort versammelte sich die Gemeinde zum gemeinschaftlichen Gebet. Aus den Evangelien wissen wir aber auch, dass Jesus noch eine ganz andere Gebetspraxis lebte. Immer wieder zieht er sich in die Einsamkeit zurück, um zum Vater zu beten. Und ich glaube, es war diese gelebte Gebetspraxis, welche die Jünger zu ihrer Frage veranlasste, heißt es doch zu Beginn des Verses: „Und es geschah: Jesus betete einmal an einem Ort, als er das Gebet beendet hatte, sagte einer seiner Jünger zu ihm:                                   Herr, lehre uns beten …“

Die Antwort Jesu stellt eine revolutionäre Neuerung dar. Jesus hebt das Gebet auf eine intime, sehr persönliche Ebene: Abba, lieber Vater oder auch Papa. Das ist eine ganz neue Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Gott. Da wird eine Grenze eingerissen, wie es sich schon bei der Taufe Jesu andeutet. Die Evangelisten Markus, Matthäus und Lukas erzählen davon, dass sich bei der Taufe Jesu der Himmel öffnete. Schnell kann man das überlesen, doch es ist etwas fundamental Neues. Der Himmel öffnet sich dem Menschen. In der jüdischen Religion symbolisierte das Allerheiligste im Jerusalemer Tempel den Himmel. Diesen Raum mit der Bundeslade durfte nur der Hohepriester betreten; einmal im Jahr zu Jom Kippur. Der Himmel war quasi verschlossen, und jetzt mit Jesus ist er allen Menschen geöffnet. Die persönliche Beziehung zu Gott ist dem Einzelnen möglich und sie ist der Kern der Religion. Für die damalige Zeit revolutionär.

Ich erzähle Ihnen das, weil es mir so wichtig ist und weil ich Sorge habe, dass uns dieses Geschenk einer persönlichen, engen Gottesbeziehung und die Gnade, unter einem schon geöffneten Himmel leben zu können, nicht mehr bewusst sind und verloren gehen.

Das gemeinschaftliche Gebet verebbt; auch heute gibt es nicht mehr an jedem Ort eine geöffnete Kirche als Ort der besonderen Gottesbegegnung; die Zahl der Gottesdienste sinkt – umso wichtiger wird die persönliche Gottesbeziehung in einer persönlich gelebten Gebetspraxis. Wer kann das noch? Herr, lehre uns beten – diese Bitte hat nichts von ihrer Aktualität eingebüßt.

                                                                                                                                                                            Michael Tillmann, in Image 7/2018

Sprachfähigkeit im eigenen Glauben

Wie geht es ihnen, wenn in ihrem Umfeld das Thema `Glauben´ zur Sprache kommt? Können Sie da mitreden, vielleicht gar Glaubenspositionen verteidigen? Oder sind Sie eher ruhig, weil Sie nicht wissen, wie Sie argumentieren sollen? Vielleicht haben Sie auch Angst etwas Falsches zu sagen, weil ihr Gegenüber ihnen dann den Wind aus den Segeln nehmen könnte.

Darum wollen wir Gesprächskreise initiieren, in denen sich sprachfähige genauso, wie sprachlose, aber interessierte Gläubige untereinander austauschen können.

Wer an solchen Gesprächskreisen interessiert ist, darf sich gerne an Diakon Klaus Hohl oder an das Pfarrbüro wenden.