Ordensleute im Synodalen Weg: Gegen Hasskommentare vorgehen

Ordensleute machen sich in der katholischen Reformdebatte Synodaler Weg für gewaltfreie Kommunikation stark. In einem am Sonntag in München publizierten „Brief an alle Synodalen" äußerten sie sich erschreckt über Kommentare im Internet und Printmedien, „die hasserfüllt, verletzend und menschenverachtend sind".

Gemeinsam mit den anderen Synodalen wolle man überlegen, „wie wir dagegen vorgehen können". Bei der Zweiten Vollversammlung des Reformdialogs vergangene Wochenende in Frankfurt sei der Respekt vor dem anderen trotz unterschiedlicher und gegensätzlicher Meinungen zu spüren gewesen, heißt es in dem Brief.

„Es hat uns sehr ermutigt und gefreut, dass die vorgelegten Fragen mit allen diskutiert werden konnten und dass das jeweilige Abstimmungsergebnis anerkannt wurde." Die Ordensleute bekundeten die Absicht, bei ihren eigenen Veröffentlichungen auf verschiedenen Kanälen achtsam mit Sprache umzugehen, „damit diese auf keinen Fall abwertend gegenüber anderen Meinungen sind".

Es gelte, eine Atmosphäre des Hörens und Verstehens zu bewahren. Deshalb regen die Autorinnen und Autoren des Briefs einen Austausch darüber an, „wie wir als Synodalversammlung insgesamt mit menschenverachtenden Kommentaren in den sozialen Netzen umgehen können". Der Brief ist von zehn Frauen und Männern verschiedener Gemeinschaften unterzeichnet, die als Delegierte der Deutschen Ordensobernkonferenz (DOK) am Synodalen Weg teilnehmen.

Synodaler Weg endet vorzeitig wegen mangelnder Teilnehmer

Die Sitzung des innerkatholischen Reformvorhabens Synodaler Weg ist am frühen Samstagnachmittag beendet worden, weil nicht mehr genug Mitglieder im Saal waren. Die notwendige Zweidrittelmehrheit von 154 Teilnehmenden wurde knapp unterschritten. Viele waren offenbar nach der Mittagspause vorzeitig abgereist.

Am Ende der Vollversammlung des Reformdialogs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland hat das Präsidium eine positive Bilanz gezogen. „Nach drei Tagen, die sehr arbeitsreich waren und in denen wir sehr viel auf den Weg gebracht haben, sitze ich hier in großer Dankbarkeit für das hohe Engagement“, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, am Samstag in Frankfurt. Es sei ein „unglaubliches Konvolut“ von Papieren beraten worden. „Kein Text wurde abgelehnt, alle erhielten eine hohe Akzeptanz.“ Über den Abschluss der Debatte an diesem Samstag sagte der Limburger Bischof: „Ich bin ziemlich entsetzt darüber, wie viele Menschen im Laufe des Tages abgereist sind.“

Insgesamt stimmten die 212 anwesenden Synodalen über 13 von 16 Papieren ab. Auch der scheidende Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, zeigte sich erfreut über das Erreichte. Er lobte vor allem die Debattenkultur: "Ich war sehr erleichtert, wie das Gremium in der Lage war, ganz unterschiedliche Positionen zu hören und zu diskutieren. Es waren faire Debatten.

Förderung von Frauen

Zu den Themen, mit denen sich die Teilnehmenden am Samstag beschäftigten, gehörte die Förderung von Frauen in der wissenschaftlichen Theologie sowie rechtliche Standards bei der Aufarbeitung von Missbrauch. Im Grundsatz sprach sich die Synodalversammlung außerdem für eine Laienmitwirkung bei Bischofswahlen aus. Das kirchliche Recht kennt zwei Möglichkeiten der Bischofsbestellung: Der Papst ernennt die Bischöfe frei oder bestätigt die rechtmäßig Gewählten. Einige Konkordate in Deutschland sehen dabei eine Beteiligung der Domkapitel vor, denen ausschließlich Priester angehören. An dieses Wahlrecht soll die nun vorgeschlagene Laien-Mitwirkung anknüpfen.

Einführungen eines „Synodalen Rats“

Außerdem sprach sich die Versammlung im Grundsatz für die Schaffung eines dauerhaften „Synodalen Rats“ aus. Das Präsidium schlug zudem vor, die Zahl der geplanten Vollversammlungen von vier auf fünf zu erhöhen. In diesem Falle würde der Kirchendialog bis mindestens Anfang 2023 dauern. Der „Synodale Rat“ könnte dann beispielsweise über die Umsetzung der Beschlüsse wachen.

Gestartet hatten den Synodalen Weg, den es in dieser Form in der katholischen Kirche noch nie gab, vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals die Bischöfe und das ZdK. Die aktuellen Beratungen führen nicht zu Beschlüssen, sondern sind eine Richtungsanzeige. Bei Beschlüssen zu zentralen Punkten müsste darüber hinaus erst noch der Papst oder ein weltweites Konzil zustimmen.

https://www.drs.de/dossiers/synodaler-weg/liveticker.html

Polen: Kardinal Wyszynski selig gesprochen

In Warschau sind an diesem Sonntag Kardinal Stefan Wyszynski (1901-1981) und die blinde Ordensgründerin Elzbieta Roza Czacka (1876-1961) selig gesprochen worden. Papst Franziskus würdigte beide - von Budapest aus - als Zeugen, die „das Kreuz aus der Nähe kannten“.

„Der Primas von Polen, verhaftet und isoliert, war immer ein mutiger Hirte nach dem Herz Christi, ein Herold der Freiheit und der Menschenwürde", sagte der Papst wörtlich. „Schwester Elżbieta, die in ganz jungen Jahren ihr Augenlicht verlor, widmete ihr ganzes Leben der Unterstützung der Blinden. Das Beispiel dieser beiden neuen Seligen rege uns an, die Finsternis mit der Kraft der Liebe in Licht zu verwandeln."

Feier in Polen mit Kardinal Semeraro

Die Feier in Polen leitete der neue Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal Marcello Semeraro. Er betonte in seiner Predigt, beide neuen Seligen seien Beispiele für ein Leben gemäß dem Evangelium um jeden Preis. 

Semeraro rief alle auf, dem Vorbild der neuen Seligen zu folgen und sich um andere zu kümmern, statt Gleichgültigkeit siegen zu lassen. „Auch wir können und müssen die Probleme angehen, vor die die aktuelle Welt die Kirche und die Gesellschaft stellt."

Aus Deutschland wollte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick an der Zeremonie teilnehmen. Er ist Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für die Kontakte zur Polnischen Bischofskonferenz und zur Katholischen Kirche in Polen. Bischof Schick bezeichnete Kardinal Wyszynski als „Widerstandskämpfer gegen Totalitarismus und Gottlosigkeit“ und erinnerte daran, dass der Kardinal in Polen auch „Primas des (20.) Jahrhunderts“ genannt wird. 

Widerstandskämpfer und Retter 

Wyszynski war von 1948 bis zu seinem Tod der höchste Würdenträger der Kirche in Polen. Er wurde von den Nazis verfolgt, konnte sich aber an verschiedenen Orten ihrem Zugriff entziehen. Kardinal Semeraro würdigte e in seiner Predigt zur Heiligsprechung besonders auch das Wirken des Kardinals während der NS-Zeit: „In dieser politisch und gesellschaftlich komplizierten Zeit führte er mit Mut, Standhaftigkeit und Entschiedenheit das Schiff der Kirche in Polen und widersetzte sich einer Ideologie der Entmenschlichung"

„In dieser politisch und gesellschaftlich komplizierten Zeit führte er mit Mut, Standhaftigkeit und Entschiedenheit das Schiff der Kirche in Polen und widersetzte sich einer Ideologie der Entmenschlichung“

1924 zum Priester geweiht, lehrte Wyszynski zunächst Kirchenrecht und Soziologie in Wloclawek. Während der deutschen Besatzung war er Seelsorger der Untergrundarmee und versteckte wiederholt verfolgte Juden. Pius XII. ernannte Wyszynski 1946 zum Bischof von Lublin und im November 1948, nach dem Tod von Kardinal August Hlond, zum Erzbischof von Warschau und Gnesen und damit zum Primas von Polen. Auf dem Höhepunkt der kommunistischen Kirchenverfolgung wurde Wyszynski 1953 inhaftiert und erst 1956 wieder freigelassen. Im Herbst 2019 teilte der Vatikan die Anerkennung eines Heilungswunders auf Wyszynskis Fürsprache mit; damit war der Weg zur Seligsprechung frei. Papst Franziskus bestätigte, dass 1988 eine krebskranke junge Frau nach Fürbitte bei Wyszynski genesen sei; sie ist heute 50 Jahre alt.

Blinde Ordensgründerin

Neben Kardinal Wyszynski wurde auch Schwester Elzbieta Czacka, die im Alter von 22 Jahren erblindet war und 1908 eine franziskanische Ordensgemeinschaft für Blinde gründete, seliggesprochen.

Kirchenstatistik 2020/21 veröffentlicht

Die Deutsche Bischofskonferenz hat an diesem Dienstag die Arbeitshilfe „Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2020/21“ mit Daten aus der kirchlichen Statistik veröffentlicht. Die Broschüre informiert über Zahlen des Jahres 2020 und aktuelle Entwicklungen bis in das Jahr 2021.

Die Eckdaten der (Erz-)Bistümer, die die Deutsche Bischofskonferenz bereits am 14. Juli 2021 veröffentlicht hat, wurden für die Arbeitshilfe aufbereitet. Einordnende Beschreibungen ergänzen das Gesamtbild der katholischen Kirche in Deutschland und zeigen auch, was sie international leistet. Die drei Schwerpunktthemen der Arbeitshilfe in diesem Jahr sind geprägt durch die Erfahrungen in der Corona-Pandemie: Seelsorge – Herausforderungen in der Pandemie sowie Kirchen – Glaubens- und Kulturorte für viele und ein Beitrag über den Synodalen Weg – in Zeiten der Pandemie.

„Jetzt muss entschieden werden, was anders gemacht wird“

Die Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz, Dr. Beate Gilles, zeigt unter dem Titel Perspektiven – Kirche zukunftsfähig machen auf, was ihr in der nächsten Zeit für die Kirche in der Krise wichtig ist: „Jetzt muss entschieden werden, was anders gemacht wird und dabei müssen die Erfahrungen aus der Vergangenheit und das Wissen um Gegenwart und Zukunft leitend sein. Das Neue, das ersehnt wird, ist nicht einfach da, sondern es wird eine Zeit des Wachsens brauchen.“ Für Beate Gilles geht der Synodale Weg an die Wurzeln und stellt genau diese Fragen. „Die Herausforderung wird dabei sein, zu prüfen, ob die Ideen für das, was neu wird, radikal genug sind, um als katholische Kirche in Deutschland für die entscheidend andere Situation zukunftsfähig zu sein.“

Verschiedene Felder der Seelsorge sowie spezielle Bereiche wie Caritas, Medien, Erziehung und Bildung sowie Frauen in der Kirche sind nur einige weitere Themen, die sich neben den statistischen Zahlen zu Taufen, Trauungen und vielem mehr in der Broschüre wiederfinden.

Hinweis

Die Broschüre Katholische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten 2020/21 (Arbeitshilfen Nr. 325) kann unter www.dbk.de in der Rubrik Publikationen bestellt oder als pdf-Datei heruntergeladen werden. Weitere Informationen sind auf der Themenseite „Kirche in Zahlen“ verfügbar.

Ohne Dialog zwischen Alt und Jung kommt das Leben nicht voran

Zwar konnte er die Messe zum ersten Welttag der Großeltern und älteren Menschen an diesem Sonntag nicht selbst feiern, doch beim Mittagsgebet ließ es sich der Papst nicht nehmen, nochmals auf zentrale Elemente dieses von ihm eingeführten „jüngsten“ Welttages der katholischen Kirche hinzuweisen.

Zunächst einmal: Applaus. Den forderte Franziskus im Anschluss an sein Mittagsgebet für alle Großeltern und älteren Menschen ein. Großeltern und Enkel, junge und alte Menschen gemeinsam, hätten „eines der schönsten Gesichter der Kirche verkörpert“ und „die Allianz zwischen den Generationen gezeigt“, so das Kirchenoberhaupt zu den Pilgern, darunter auch eine Gruppe von Großeltern aus Rovigo, die sich unter grauem Himmel auf dem Petersplatz versammelt hatten.

Er lade alle Gemeinschaften ein, so Franziskus, diesen Welttag zu begehen und in diesem Zusammenhang auch diejenigen älteren Menschen zu besuchen, die besonders einsam seien. Ihnen sollte seine Botschaft überbracht werden, die durch das Versprechen Jesu – „Ich bin mit euch alle Tage“ – inspiriert sei, bat Franziskus: „Ich bitte den Herrn darum, dass dieses Fest uns helfen möge, gerade uns Menschen im älteren Alter, auf seinen Ruf in dieser unserer Lebensphase zu antworten und dass es der Gesellschaft den Wert der Anwesenheit der Großeltern und der älteren Menschen zeigen möge, insbesondere in dieser Wegwerf-Kultur“, betonte Franziskus.

Den Wert der älteren Menschen für die Gesellschaft aufzeigen

Doch die älteren Menschen bräuchten die Jungen, so wie die Jugend auch die Älteren benötige: „Sie müssen miteinander sprechen, sie müssen sich treffen! Die Großeltern haben den Lebenssaft der Geschichte, der nach oben steigt und den Baum zum Wachsen bringt! … Ohne den Dialog zwischen der Jugend und den Großeltern kommt die Geschichte nicht voran, geht das Leben nicht voran.“ Dies sei eine „Herausforderung für unsere Kultur“, unterstrich Franziskus: „Die Großeltern haben das Recht zu träumen, wenn sie die jungen Leute ansehen, und die Jungen haben ein Anrecht auf den Mut der Prophezeiung, wenn sie sich den Lebenssaft der Großeltern zueigen machen. Bitte, tut dies: Junge Leute und Großeltern treffen und miteinander sprechen, in Dialog miteinander treten. Und das wird alle glücklich machen.“

Am Sonntagvormittag hatte Erzbischof Rino Fisichella in Vertretung für den Papst, der sich noch von seiner kürzlich erfolgten Darm-Operation erholt, die Heilige Messe zum Welttag im Petersdom gefeiert und dabei die Predigt des Papstes verlesen. Zahlreiche ältere Menschen hatten daran teilgenommen, ihnen überreichten junge Menschen Blumen mit dem Motto des diesjährigen Welttages, „Ich bin mit euch alle Tage“.

Deutsche Bischöfe und Laien begrüßen Synoden-Ankündigung

Der vom Vatikan angekündigte weltweite Beratungsprozess zu Gemeinschaft und Teilhabe in der katholischen Kirche ist nach den Worten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, ein „starkes Zeichen für die Mitwirkung“ aller Gläubigen.

Wie nie zuvor werde das Volk Gottes in die Vorbereitung und den Weg einer Weltbischofssynode einbezogen. In Deutschland werde dieser Prozess „durch den bereits eingeschlagenen Synodalen Weg ergänzt“, so Bätzing in einer Pressemitteilung vom Freitag.

Der weltweite synodale Prozess wird am 9. und 10. Oktober dieses Jahres offiziell durch den Papst eröffnet, in den Ortskirchen fällt der Startschuss eine Woche danach. Wie der Sekretär der Bischofssynode, Kardinal Mario Grech, an diesem Freitag bekannt gab, sollen die einzelnen Phasen neben den Ortskirchen auch eine Reihe von Organisationen sowie die einzelnen Bischofskonferenzen durchlaufen, bevor der Weg im Oktober 2023 in die Bischofsversammlung im Vatikan einmündet.

Zwei Wege, ein Ziel

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sagte, man wolle die Erfahrungen des Synodalen Weges in Deutschland in den synodalen Prozess der römischen Bischofssynode einbringen. Bätzing betonte, es handle sich um „zwei verschiedene Wege, die ein gemeinsames Ziel haben: die Frohe Botschaft des Evangeliums heute unter den ,Zeichen der Zeit‘ sichtbar und lebbar zu machen“. Mit den Etappen der Synode will sich der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz im Juni befassen.

Bätzing sprach mit Blick auf das Vorhaben des Vatikan von einer neuen Form von Synodalität und teilte mit, er begrüße das zugrundeliegende Kirchenverständnis. „Es ist eine Chance für die gesamte Weltkirche, dass die Gläubigen auf den verschiedenen Ebenen des kirchlichen Lebens überall eingeladen sind, sich anhand von gemeinsamen Vorbereitungsdokumenten und Fragebögen an diesem Weg zu beteiligen“, sagte der Limburger Bischof.

Auch Laien zeigen sich erfreut

Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) begrüßt den vom Vatikan angekündigten Prozess. Dieser Schritt zeige, dass die Reformbewegung in Deutschland in Rom mit Interesse wahrgenommen worden sei, sagte ZdK-Sprecherin Britta Baas am Freitag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Synodale Weg in Deutschland werde weitergehen, und man nehme dankbar zur Kenntnis, dass dieser Prozess offenkundig die Weltkirche inspiriere.

Synodale Prozesse zusammenführen

Der Papst habe bereits zu Beginn seines Pontifikats dazu aufgerufen, auf konkrete Probleme vor Ort einzugehen und dezentrale Lösungen zu finden, fügte Baas hinzu. Insofern sei es konsequent, die synodalen Prozesse, die auch in verschiedenen anderen Ländern liefen, nun auch auf weltkirchlicher Ebene zusammenzuführen. Der Synodale Weg in Deutschland werde sich zu gegebener Zeit in diesen Prozess einbringen, so Baas.

In Deutschland beraten derzeit die katholischen Bischöfe und ZdK über die Zukunft kirchlichen Lebens. Themen dieses Reformdialogs unter dem Titel „Synodaler Weg“ sind die Sexualmoral, die priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche.

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) zeigte sich ebenfalls erfreut über die Ankündigung aus dem Vatikan. Man begrüße den weltweiten Prozess, „der die Synodalität der Kirche ernstnimmt", unter unterstütze ihn „gerne mit unseren Erfahrungen, unserer Kompetenz und unserer Expertise, die wir bereits in den Synodalen Weg in Deutschland einbringen", zitiert eine Aussendung der kfd deren stellvertretende Bundesvorsitzende Agnes Wuckelt.

Wie der Vatikan mit einem Schreiben an alle Bischöfe weltweit ankündigte, soll die nächste Bischofssynode in einem dreistufigen Prozess von Oktober 2021 bis Oktober 2023 stattfinden. Das Thema lautet „Für eine synodale Kirche: Gemeinschaft, Partizipation und Mission“. 

Vatikan: Priester-Symposium zu Zölibat und Charisma im Jahr 2022

Die vatikanische Kongregation für die Bischöfe will zusammen mit weiteren vatikanischen Dikasterien vom 17. bis 19. Februar 2022 ein internationales Symposium über das Priestersein durchführen. An diesem Montag stellte unter anderen der Präfekt, Kardinal Marc Ouellet, das Treffen vor und ging auf die Themen ein, die besprochen werden sollen. Dazu zählen auch Zölibat, Charisma und Spiritualität.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Es wird nicht darum gehen, einzig über die „Zölibatsfrage“ für Priester zu diskutieren. Das stellte Kardinal Ouellet bei der Pressekonferenz im Vatikan klar. Auf den Einwurf eines Journalisten, dass es Bischofssynoden über die Rolle der Priester gegeben habe und dass derzeit auch bei der Debatte „Synodaler Weg“ in Deutschland die Frage des Priesteramtes behandelt werde, antwortete Ouellet: „Wir wollen das Thema des Priesteramtes breit besprechen. Es ist ein komplexes Thema.“ Was den Synodalen Weg in Deutschland betrifft, wollte Ouellet nicht weiter darauf eingehen, fügte aber an, dass es beim Priester-Symposium darum gehen werde, „für alle Themen offen zu sein“ und keine Ausschlüsse machen zu wollen.

Neuen Schwung geben

Es gehe aber vor allem um die Frage nach den Berufungen im Allgemeinen, so die italienische Professorin und Mitorganisatorin Michelina Tenace von der Päpstlichen Universität Gregoriana. Die Theologin kündigte an, dass es „vielleicht auch Überraschungen geben könnte“. Es sei aber ungerecht und falsch, die Zölibatsfrage an sich als „Fehler“ zu betrachten, fügte sie bei der Pressekonferenz im vatikanischen Pressesaal an. Man wolle mit dem Symposium der Frage neuen „Schwung“ verleihen, was die verschiedenen Berufungen in der Kirche sind, betonte die Professorin.

Der französische Professor Vincent Siret vom französischen Priesterseminar in Rom erläuterte bei der Vorstellung des Symposiums, wie die Gespräche ablaufen sollen. Es sei eine Konferenz, die für alle offen sei und unter anderem auch auf Deutsch übersetzt werde.

Zum Thema „Zölibat“ sagte er:

„Die Besinnung auf die fundamentale Theologie des Priestertums wird auch eine Rückbesinnung auf die Begründungen für den priesterlichen Zölibat und seine Lebensform ermöglichen. Es ist ein Dienst, den wir denjenigen schulden, die sich auf den Empfang des Weihesakramentes vorbereiten. Es geht darum, die Gründe aufzuzeigen, die eine solche Lebensverpflichtung rechtfertigen, und ihnen als Konsequenz und im Zusammenhang damit die geeignetsten Wege vorzuschlagen, in Treue zu diesem Geschenk zu leben.“

Missbrauchsdebatte und Machtfrage

Ein französischer Journalist wollte wissen, ob die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle die Frage des Priestersamtes im Hinblick auf die „Machtfrage“ verstärkt in den Fokus gerückt habe. Sowohl Kardinal Ouellet als auch Professorin Tenace betonten, dass es hierbei wichtig sei, im Bereich der Ausbildung der Priester vorzugehen. Auch Professor Siret unterstrich diesen Aspekt und betonte, dass das Priester-Symposium der richtige Ort sei, diesen Aspekt zu erörtern. „Die Frage der Macht ist wichtig und wir können das nicht nur auf den Bereich des Priesteramtes beschränken. Es ist eine Frage, die die ganze Kirche betrifft. Aber lassen Sie mir eines sagen: Priester zu werden ist eine Frage der Liebe, das heißt der Nächstenliebe, wie es auch der Heilige Pfarrer Jean-Marie Vianney von Ars hervorhob. Die Realität des Priesters muss viel artikulierter betrachtet werden. Man muss verschiedene Elemente und Ebenen betrachten und nicht nur eintönig über das Thema sprechen.“

Die Rolle der Laien, der Ehepaare und der Frauen

Auf die Frage, ob man bei der Priesterausbildung die Rolle der Laien und vor allem der Ehepaare „stärker einbringen sollte“, antwortete Kardinal Ouellet, dass ihm dies persönlich ein großes Anliegen sei. Es sei wichtig, dass eine Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien und im Allgemeinen zwischen den verschiedenen kirchlichen Berufungen verbessert werden sollten. „Es ist aber auch sehr wichtig, dass die Rolle der Frauen besser eingebracht wird. Da muss im Priesterseminar künftig besser darauf eingegangen werden. Meines Erachtens könnte das eine der Überraschungen sein, die aus dem Symposium herauskommen könnten“, so Kardinal Ouellet. Die Ausbildung eines Priesters bestehe vor allem darin, „Kirchenmänner“ auszubilden, die in einer Gemeinschaft leben und arbeiten könnten, so die Theologin Tenace. Es gehe ja nicht nur darum, „dass ein Mann einzig die Messe zelebrieren kann, was zwar auch wichtig ist“, erläuterte sie.

Symposium vom 17.-19. Februar 2022

Das Symposium vom 17. bis 19. Februar 2022 „Für eine fundamentale Theologie des Priestertums“ betreffe die Ausbildung der zukünftigen Priester in der Kirche in besonderer Weise, stellte Professor Siret klar:

„Das Symposium ist Teil des Weges der Synodalität, wie Kardinal Ouellet in Erinnerung gerufen hat. Dieser Weg ist in der Tat die einzige Möglichkeit, dem kirchlichen Klerikalismus zu entkommen. Ich sage bewusst kirchlich, weil die Priester innerhalb der Kirche nicht die einzigen sind, die von dieser verkürzten und falschen Vision verführt werden. Die Berufung aller, durch die Gnade in das Reich Gottes einzugehen, ist ausdrücklich und einzigartig und verhindert jeden Rückzug in kirchliche Strukturen. Der Dienst der Priester ist nicht in erster Linie struktureller oder organisatorischer Natur, sondern im Wesentlichen mystisch, d.h. dem Geheimnis des Glaubens eingeschrieben. Nur diese letzte Tiefe des Geheimnisses, in der der Weg nur ein Weg mit und in den Fußstapfen Christi zum Vater im Geist sein kann, kann einen Ausweg aus den vielen Schwierigkeiten und Risiken erlauben, die sich ergeben, wenn man in einer weltlichen Dimension gefangen ist, also in der Welt eines Machtkampfes oder einer Kommunikationswelt, in der es nur um den Schein und nicht um das Sein geht.“

Verschiedene Dikasterien beteiligt

Zum Organisatorischen: Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung werde bei dem Sympoisum jeweils am Vormittag den Vorsitz führen und die Kongregation für das katholische Bildungswesen jeweils am Nachmittag. Am Samstag, den 19. Februar, wird der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Vormittag Messe mit den Symposium-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern im Petersdom feiern. Die Arbeiten finden unter drei Stichwörtern statt: Zölibat, Charisma, Spiritualität. Ebenfalls an den Gesprächen beteiligt sind die Vertreter der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse sowie Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben. Papst Franziskus wird an die Teilnehmer am Ende des Symposiums eine persönliche Botschaft richten.

Gegen Machtmissbrauch in der Kirche

Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, fordert mehr Engagement gegen Machtmissbrauch in der Kirche. „Amtsträger missbrauchen ihre Macht für ihre Machtgier, ihre Habgier und ihren Ehrgeiz“, sagte Schick dem Kölner Domradio.

Auch in der Kirche gebe es Mobbing, Korruption und „Karrieresucht mit Ellbogenverhalten“, so Schick: „Es wurde aber nicht oder kaum thematisiert. Nur wenn konkrete Fälle von Finanzskandalen, sexuellem Missbrauch oder auch Amtsmissbrauch auftraten, war das Thema virulent.“

Schick ist in der Deutschen Bischofskonferenz für die Männerseelsorge zuständig. Die katholische Kirche in Deutschland sei gar keine „Männerkirche“, so Schick; stattdessen sei sie „einer der größten Arbeitgeber in Deutschland; die meisten Angestellten sind aber Frauen.“

„Grenzverletzung und Übergriffigkeit, spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt“

Trotzdem verdiene „das Problem des Machtmissbrauchs von Männern gegen Männer in der Kirche“ besondere Aufmerksamkeit. „Weil vor allem Männer die Leitungsfunktionen innehaben, kommen Männer in abhängigen Positionen oft nicht genügend in den Blick.“ Es gebe viele Fälle von „Grenzverletzung und Übergriffigkeit, spirituellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt, die Männer gegen Männer ausüben“.

Macht müsse zwar „wahrgenommen und ernstgenommen“, aber auch „kontrolliert werden“, so Erzbischof Schick. Alle Amtsträger sollten „in Teams gebunden sein“, und es müsse „ein regelmäßiges Feedback geben“. Die Kontrollmechanismen und Sanktionen im Kirchenrecht nannte Schick in diesem Bereich „sehr ausbaufähig“; vor allem das Strafrecht sei im Kirchenrecht „sehr unterentwickelt“.

Papst: Ganzheitliche Ökologie erfordert „tiefgreifende innere Umkehr“

Es braucht dringend ein „neues und inklusiveres sozio-ökonomisches Paradigma“, das der Tatsache Rechnung trägt, „dass wir eine einzige Menschheit sind". Das bekräftigt der Papst in einer Grußbotschaft an ein internationales Umwelttreffen, das die Öko-Initiative EcoOne der Fokolar-Bewegung, das vatikanische Entwicklungsdikasterium und die weltweite katholische Klimabewegung organisiert haben.

Es sei nötig, „die Logik der Ausbeutung und des Egoismus“ zu durchbrechen, erinnerte Franziskus dabei erneut. Die Begegnung von diesem Freitagnachmittag steht unter dem Thema: „Neue Wege zu einer ganzheitlichen Ökologie: Fünf Jahre nach Laudato si’“.

Was hat Laudato si’ bewirken können?

Das Treffen, so der Papst in seiner Botschaft, gehe von einer Vision aus, die sowohl die Menschheit als auch den Schutz der Umwelt unter verschiedenen Gesichtspunkten, aber immer in Beziehung zueinander betrachte. Er dankte den beteiligten Institutionen für ihren Einsatz und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Überzeugung der Gründerin der Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, dass die Welt „in sich ein Charisma der Einheit“ trage. Diese Überzeugung werde die aktuellen Überlegungen sicherlich leiten, zeigte sich Franziskus überzeugt.

Im Mittelpunkt der Arbeiten, die noch bis zum kommenden 25. Oktober in Castel Gandolfo laufen, steht eine Überprüfung des Einflusses, den Laudato si’ auf die gegenwärtige Gesellschaft ausgeübt hat, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Rolle, die sowohl der Einzelne als auch soziale Gemeinschaften für die Sorge um das „Gemeinsame Haus“ spielen können.

Armut an der Wurzel bekämpfen

Die Solidarität untereinander und mit der Welt erfordere den festen Willen, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen, die „die Würde aller Menschen in ihren zwischenmenschlichen, familiären und die Arbeit betreffenden Beziehungen“ unterstützen, dabei aber auch die Bekämpfung der „strukturellen Ursachen der Armut“ sowie den Einsatz für den Umweltschutz im Auge habe, so der Papst weiter.  

„Kinder der gleichen Erde, die uns alle beherbergt“

Dringend nötig sei in diesem Zusammenhang ein „neues und inklusiveres sozio-ökonomisches Paradigma“, das die Wahrheit widerspiegele, dass wir „eine einzige Menschheit“ seien, „als Weggefährten vom gleichen menschlichen Fleisch, als Kinder der gleichen Erde, die uns alle beherbergt“, griff der Papst eine Formulierung aus seiner jüngsten Enzyklika Fratelli tutti auf.

Für ein neues sozio-ökonomisches Paradigma

Das Ziel einer ganzheitlichen Ökologie erfordere eine „tiefgreifende innere Umkehr“, die sowohl den Einzelnen als auch die Allgemeinheit betreffe, unterstrich erneut Franziskus. „Während ihr die großen Herausforderungen untersucht, die wir in diesem Moment angehen müssen – einschließlich des Klimawandels, der nachhaltigen Entwicklung und des Beitrags, den die Religion in der Umweltkrise leisten kann, ist es grundlegend, mit der Logik der Ausbeutung und des Egoismus zu brechen und die Praxis eines nüchternen, einfachen und demütigen Lebensstils zu fördern“, bekräftigte der Papst mit Grundgedanken aus seiner Enzyklika Laudato si’  (vgl. 222-224). 

Umkehr eines jeden Einzelnen

Er wünsche sich, so der Papst abschließend an die Teilnehmer, dass ihre Arbeit dazu beitragen könne, dass die Menschen als „Kinder Gottes“ mehr Verantwortung füreinander und für die Schöpfung, „seine Gabe“, übernehmen. 

Bischof Bätzing kritisiert Corona-Demonstranten

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat Corona-Demonstranten kritisiert, die sich nicht an die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus halten. „Wenn bei Demonstrationen oder in der Öffentlichkeit bewusst auf das Tragen einer Maske verzichtet wird, ist die Gesundheit von Menschen gefährdet“, sagte der Limburger Bischof dem „Spiegel“ (Samstag). Verständnis habe er dafür nicht.

Die Mehrheit der Christen in Deutschland trage die Corona-Maßnahmen mit, so der Bischof weiter, betonte aber: „Es gibt sicher auch Christen, die sich ihr eigenes Weltbild zurechtzimmern. Wobei ich klar sage, wir haben einen Gott, der uns Vernunft, Verstand und Geist geschenkt hat, da ist für Verschwörungstheorien kein Platz.“

Trotz steigender Infektionszahlen rechnet Bätzing nicht mit erneuten Gottesdienstverboten. „Wir haben weitreichende Maßnahmen ergriffen, damit durch unsere Gottesdienste keine Infektionsketten entstehen, mit Erfolg.“ Das religiöse Leben sei nur mit immer wieder angepassten Maßnahmen aufrechtzuerhalten.

Mit Blick auf Weihnachten sagte Bischof Bätzing: „Weihnachten findet statt, aber anders, als wir es gewohnt sind und uns wünschen. In den Gemeinden gibt es viele kreative Ideen für einen Weihnachtsgottesdienst in Pandemiezeiten, etwa auch im Freien oder zu Hause.“ Weihnachten sei freilich auch ein „Fest der Generationen. Dabei müssen wir die Risikogruppen besonders schützen“.

Laudes gemeinsam beten in der St. Joseph Kirche Öhringen

Morgens besteht die Möglichkeit im Andachtsraum oder in der Seitenkapelle der Kirche in Öhringen die Laudes (das Morgenlob der Kirche) mitzubeten.

Von Dienstag bis Donnerstag beginnen wir um 7 Uhr, am Freitag um 7:30 Uhr.

Einmal im Monat findet das Morgenlob am Donnerstag verbunden mit einer Eucharistiefeier um 7 Uhr statt (siehe Gottesdienstplan).

Am Sonntag beten wir die Laudes um 8 Uhr.