Vatikan: Priester-Symposium zu Zölibat und Charisma im Jahr 2022

Die vatikanische Kongregation für die Bischöfe will zusammen mit weiteren vatikanischen Dikasterien vom 17. bis 19. Februar 2022 ein internationales Symposium über das Priestersein durchführen. An diesem Montag stellte unter anderen der Präfekt, Kardinal Marc Ouellet, das Treffen vor und ging auf die Themen ein, die besprochen werden sollen. Dazu zählen auch Zölibat, Charisma und Spiritualität.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Es wird nicht darum gehen, einzig über die „Zölibatsfrage“ für Priester zu diskutieren. Das stellte Kardinal Ouellet bei der Pressekonferenz im Vatikan klar. Auf den Einwurf eines Journalisten, dass es Bischofssynoden über die Rolle der Priester gegeben habe und dass derzeit auch bei der Debatte „Synodaler Weg“ in Deutschland die Frage des Priesteramtes behandelt werde, antwortete Ouellet: „Wir wollen das Thema des Priesteramtes breit besprechen. Es ist ein komplexes Thema.“ Was den Synodalen Weg in Deutschland betrifft, wollte Ouellet nicht weiter darauf eingehen, fügte aber an, dass es beim Priester-Symposium darum gehen werde, „für alle Themen offen zu sein“ und keine Ausschlüsse machen zu wollen.

Neuen Schwung geben

Es gehe aber vor allem um die Frage nach den Berufungen im Allgemeinen, so die italienische Professorin und Mitorganisatorin Michelina Tenace von der Päpstlichen Universität Gregoriana. Die Theologin kündigte an, dass es „vielleicht auch Überraschungen geben könnte“. Es sei aber ungerecht und falsch, die Zölibatsfrage an sich als „Fehler“ zu betrachten, fügte sie bei der Pressekonferenz im vatikanischen Pressesaal an. Man wolle mit dem Symposium der Frage neuen „Schwung“ verleihen, was die verschiedenen Berufungen in der Kirche sind, betonte die Professorin.

Der französische Professor Vincent Siret vom französischen Priesterseminar in Rom erläuterte bei der Vorstellung des Symposiums, wie die Gespräche ablaufen sollen. Es sei eine Konferenz, die für alle offen sei und unter anderem auch auf Deutsch übersetzt werde.

Zum Thema „Zölibat“ sagte er:

„Die Besinnung auf die fundamentale Theologie des Priestertums wird auch eine Rückbesinnung auf die Begründungen für den priesterlichen Zölibat und seine Lebensform ermöglichen. Es ist ein Dienst, den wir denjenigen schulden, die sich auf den Empfang des Weihesakramentes vorbereiten. Es geht darum, die Gründe aufzuzeigen, die eine solche Lebensverpflichtung rechtfertigen, und ihnen als Konsequenz und im Zusammenhang damit die geeignetsten Wege vorzuschlagen, in Treue zu diesem Geschenk zu leben.“

Missbrauchsdebatte und Machtfrage

Ein französischer Journalist wollte wissen, ob die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle die Frage des Priestersamtes im Hinblick auf die „Machtfrage“ verstärkt in den Fokus gerückt habe. Sowohl Kardinal Ouellet als auch Professorin Tenace betonten, dass es hierbei wichtig sei, im Bereich der Ausbildung der Priester vorzugehen. Auch Professor Siret unterstrich diesen Aspekt und betonte, dass das Priester-Symposium der richtige Ort sei, diesen Aspekt zu erörtern. „Die Frage der Macht ist wichtig und wir können das nicht nur auf den Bereich des Priesteramtes beschränken. Es ist eine Frage, die die ganze Kirche betrifft. Aber lassen Sie mir eines sagen: Priester zu werden ist eine Frage der Liebe, das heißt der Nächstenliebe, wie es auch der Heilige Pfarrer Jean-Marie Vianney von Ars hervorhob. Die Realität des Priesters muss viel artikulierter betrachtet werden. Man muss verschiedene Elemente und Ebenen betrachten und nicht nur eintönig über das Thema sprechen.“

Die Rolle der Laien, der Ehepaare und der Frauen

Auf die Frage, ob man bei der Priesterausbildung die Rolle der Laien und vor allem der Ehepaare „stärker einbringen sollte“, antwortete Kardinal Ouellet, dass ihm dies persönlich ein großes Anliegen sei. Es sei wichtig, dass eine Zusammenarbeit zwischen Priestern und Laien und im Allgemeinen zwischen den verschiedenen kirchlichen Berufungen verbessert werden sollten. „Es ist aber auch sehr wichtig, dass die Rolle der Frauen besser eingebracht wird. Da muss im Priesterseminar künftig besser darauf eingegangen werden. Meines Erachtens könnte das eine der Überraschungen sein, die aus dem Symposium herauskommen könnten“, so Kardinal Ouellet. Die Ausbildung eines Priesters bestehe vor allem darin, „Kirchenmänner“ auszubilden, die in einer Gemeinschaft leben und arbeiten könnten, so die Theologin Tenace. Es gehe ja nicht nur darum, „dass ein Mann einzig die Messe zelebrieren kann, was zwar auch wichtig ist“, erläuterte sie.

Symposium vom 17.-19. Februar 2022

Das Symposium vom 17. bis 19. Februar 2022 „Für eine fundamentale Theologie des Priestertums“ betreffe die Ausbildung der zukünftigen Priester in der Kirche in besonderer Weise, stellte Professor Siret klar:

„Das Symposium ist Teil des Weges der Synodalität, wie Kardinal Ouellet in Erinnerung gerufen hat. Dieser Weg ist in der Tat die einzige Möglichkeit, dem kirchlichen Klerikalismus zu entkommen. Ich sage bewusst kirchlich, weil die Priester innerhalb der Kirche nicht die einzigen sind, die von dieser verkürzten und falschen Vision verführt werden. Die Berufung aller, durch die Gnade in das Reich Gottes einzugehen, ist ausdrücklich und einzigartig und verhindert jeden Rückzug in kirchliche Strukturen. Der Dienst der Priester ist nicht in erster Linie struktureller oder organisatorischer Natur, sondern im Wesentlichen mystisch, d.h. dem Geheimnis des Glaubens eingeschrieben. Nur diese letzte Tiefe des Geheimnisses, in der der Weg nur ein Weg mit und in den Fußstapfen Christi zum Vater im Geist sein kann, kann einen Ausweg aus den vielen Schwierigkeiten und Risiken erlauben, die sich ergeben, wenn man in einer weltlichen Dimension gefangen ist, also in der Welt eines Machtkampfes oder einer Kommunikationswelt, in der es nur um den Schein und nicht um das Sein geht.“

Verschiedene Dikasterien beteiligt

Zum Organisatorischen: Die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung werde bei dem Sympoisum jeweils am Vormittag den Vorsitz führen und die Kongregation für das katholische Bildungswesen jeweils am Nachmittag. Am Samstag, den 19. Februar, wird der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am Vormittag Messe mit den Symposium-Teilnehmerinnen und -Teilnehmern im Petersdom feiern. Die Arbeiten finden unter drei Stichwörtern statt: Zölibat, Charisma, Spiritualität. Ebenfalls an den Gesprächen beteiligt sind die Vertreter der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse sowie Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für die Laien, die Familie und das Leben. Papst Franziskus wird an die Teilnehmer am Ende des Symposiums eine persönliche Botschaft richten.

Gegen Machtmissbrauch in der Kirche

Der Erzbischof von Bamberg, Ludwig Schick, fordert mehr Engagement gegen Machtmissbrauch in der Kirche. „Amtsträger missbrauchen ihre Macht für ihre Machtgier, ihre Habgier und ihren Ehrgeiz“, sagte Schick dem Kölner Domradio.

Auch in der Kirche gebe es Mobbing, Korruption und „Karrieresucht mit Ellbogenverhalten“, so Schick: „Es wurde aber nicht oder kaum thematisiert. Nur wenn konkrete Fälle von Finanzskandalen, sexuellem Missbrauch oder auch Amtsmissbrauch auftraten, war das Thema virulent.“

Schick ist in der Deutschen Bischofskonferenz für die Männerseelsorge zuständig. Die katholische Kirche in Deutschland sei gar keine „Männerkirche“, so Schick; stattdessen sei sie „einer der größten Arbeitgeber in Deutschland; die meisten Angestellten sind aber Frauen.“

„Grenzverletzung und Übergriffigkeit, spiritueller Missbrauch und sexualisierte Gewalt“

Trotzdem verdiene „das Problem des Machtmissbrauchs von Männern gegen Männer in der Kirche“ besondere Aufmerksamkeit. „Weil vor allem Männer die Leitungsfunktionen innehaben, kommen Männer in abhängigen Positionen oft nicht genügend in den Blick.“ Es gebe viele Fälle von „Grenzverletzung und Übergriffigkeit, spirituellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt, die Männer gegen Männer ausüben“.

Macht müsse zwar „wahrgenommen und ernstgenommen“, aber auch „kontrolliert werden“, so Erzbischof Schick. Alle Amtsträger sollten „in Teams gebunden sein“, und es müsse „ein regelmäßiges Feedback geben“. Die Kontrollmechanismen und Sanktionen im Kirchenrecht nannte Schick in diesem Bereich „sehr ausbaufähig“; vor allem das Strafrecht sei im Kirchenrecht „sehr unterentwickelt“.

Papst: Ganzheitliche Ökologie erfordert „tiefgreifende innere Umkehr“

Es braucht dringend ein „neues und inklusiveres sozio-ökonomisches Paradigma“, das der Tatsache Rechnung trägt, „dass wir eine einzige Menschheit sind". Das bekräftigt der Papst in einer Grußbotschaft an ein internationales Umwelttreffen, das die Öko-Initiative EcoOne der Fokolar-Bewegung, das vatikanische Entwicklungsdikasterium und die weltweite katholische Klimabewegung organisiert haben.

Es sei nötig, „die Logik der Ausbeutung und des Egoismus“ zu durchbrechen, erinnerte Franziskus dabei erneut. Die Begegnung von diesem Freitagnachmittag steht unter dem Thema: „Neue Wege zu einer ganzheitlichen Ökologie: Fünf Jahre nach Laudato si’“.

Was hat Laudato si’ bewirken können?

Das Treffen, so der Papst in seiner Botschaft, gehe von einer Vision aus, die sowohl die Menschheit als auch den Schutz der Umwelt unter verschiedenen Gesichtspunkten, aber immer in Beziehung zueinander betrachte. Er dankte den beteiligten Institutionen für ihren Einsatz und erinnerte in diesem Zusammenhang an die Überzeugung der Gründerin der Fokolar-Bewegung, Chiara Lubich, dass die Welt „in sich ein Charisma der Einheit“ trage. Diese Überzeugung werde die aktuellen Überlegungen sicherlich leiten, zeigte sich Franziskus überzeugt.

Im Mittelpunkt der Arbeiten, die noch bis zum kommenden 25. Oktober in Castel Gandolfo laufen, steht eine Überprüfung des Einflusses, den Laudato si’ auf die gegenwärtige Gesellschaft ausgeübt hat, mit besonderer Aufmerksamkeit für die Rolle, die sowohl der Einzelne als auch soziale Gemeinschaften für die Sorge um das „Gemeinsame Haus“ spielen können.

Armut an der Wurzel bekämpfen

Die Solidarität untereinander und mit der Welt erfordere den festen Willen, konkrete Maßnahmen auszuarbeiten und umzusetzen, die „die Würde aller Menschen in ihren zwischenmenschlichen, familiären und die Arbeit betreffenden Beziehungen“ unterstützen, dabei aber auch die Bekämpfung der „strukturellen Ursachen der Armut“ sowie den Einsatz für den Umweltschutz im Auge habe, so der Papst weiter.  

„Kinder der gleichen Erde, die uns alle beherbergt“

Dringend nötig sei in diesem Zusammenhang ein „neues und inklusiveres sozio-ökonomisches Paradigma“, das die Wahrheit widerspiegele, dass wir „eine einzige Menschheit“ seien, „als Weggefährten vom gleichen menschlichen Fleisch, als Kinder der gleichen Erde, die uns alle beherbergt“, griff der Papst eine Formulierung aus seiner jüngsten Enzyklika Fratelli tutti auf.

Für ein neues sozio-ökonomisches Paradigma

Das Ziel einer ganzheitlichen Ökologie erfordere eine „tiefgreifende innere Umkehr“, die sowohl den Einzelnen als auch die Allgemeinheit betreffe, unterstrich erneut Franziskus. „Während ihr die großen Herausforderungen untersucht, die wir in diesem Moment angehen müssen – einschließlich des Klimawandels, der nachhaltigen Entwicklung und des Beitrags, den die Religion in der Umweltkrise leisten kann, ist es grundlegend, mit der Logik der Ausbeutung und des Egoismus zu brechen und die Praxis eines nüchternen, einfachen und demütigen Lebensstils zu fördern“, bekräftigte der Papst mit Grundgedanken aus seiner Enzyklika Laudato si’  (vgl. 222-224). 

Umkehr eines jeden Einzelnen

Er wünsche sich, so der Papst abschließend an die Teilnehmer, dass ihre Arbeit dazu beitragen könne, dass die Menschen als „Kinder Gottes“ mehr Verantwortung füreinander und für die Schöpfung, „seine Gabe“, übernehmen. 

Bischof Bätzing kritisiert Corona-Demonstranten

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat Corona-Demonstranten kritisiert, die sich nicht an die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus halten. „Wenn bei Demonstrationen oder in der Öffentlichkeit bewusst auf das Tragen einer Maske verzichtet wird, ist die Gesundheit von Menschen gefährdet“, sagte der Limburger Bischof dem „Spiegel“ (Samstag). Verständnis habe er dafür nicht.

Die Mehrheit der Christen in Deutschland trage die Corona-Maßnahmen mit, so der Bischof weiter, betonte aber: „Es gibt sicher auch Christen, die sich ihr eigenes Weltbild zurechtzimmern. Wobei ich klar sage, wir haben einen Gott, der uns Vernunft, Verstand und Geist geschenkt hat, da ist für Verschwörungstheorien kein Platz.“

Trotz steigender Infektionszahlen rechnet Bätzing nicht mit erneuten Gottesdienstverboten. „Wir haben weitreichende Maßnahmen ergriffen, damit durch unsere Gottesdienste keine Infektionsketten entstehen, mit Erfolg.“ Das religiöse Leben sei nur mit immer wieder angepassten Maßnahmen aufrechtzuerhalten.

Mit Blick auf Weihnachten sagte Bischof Bätzing: „Weihnachten findet statt, aber anders, als wir es gewohnt sind und uns wünschen. In den Gemeinden gibt es viele kreative Ideen für einen Weihnachtsgottesdienst in Pandemiezeiten, etwa auch im Freien oder zu Hause.“ Weihnachten sei freilich auch ein „Fest der Generationen. Dabei müssen wir die Risikogruppen besonders schützen“.

Synodaler Weg: Jesuit warnt vor überzogenen Erwartungen

Pater Bernd Hagenkord warnt vor überzogenen Erwartungen an den Synodalen Weg zur Zukunft kirchlichen Lebens in Deutschland. Er denke nicht, dass dort „das eine Mittel zum Lösen aller Probleme" gefunden werde, sagte Hagenkord am Mittwoch in der Podcast-Reihe „Himmelklar - Fürchtet euch nicht!"

Wer denke, am Ende des Synodalen Weges würden vier Texte verabschiedet, „und dann wird alles gut", der irre sich, so Hagenkord, der mit der Theologin Maria Boxberg für die geistliche Begleitung der Initiative verantwortlich ist. Der Synodale Weg sei ein wichtiger Schritt zur Verständigung über drängende Probleme in der Kirche und zur Suche nach praktischen Lösungen. Aber die Herausforderungen ließen sich nicht allein damit bewältigen.

Die von den Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) gestartete Initiative ist auf Ebene der Weltkirche bisher einmalig. Sie soll nach dem Missbrauchsskandal verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen und Möglichkeiten von Reformen der katholischen Kirche ausloten. Die inhaltlichen Vorarbeiten sollen vier Arbeitsgruppen leisten, die sich mit den zentralen Themen der Initiative auseinandersetzen: Macht, Sexualmoral, priesterliches Leben und Rolle der Frauen.

„Ich finde es aber gut, dass da offen darüber debattiert wird“

Zur Diskussionskultur in der Kirche sagte der langjährige Leiter der deutschsprachigen Abteilung von Radio Vatikan, es sei kein Geheimnis, dass es unterschiedliche Positionen gebe. „Ich finde es aber gut, dass da offen darüber debattiert wird, dass die Gegensätze, die verschiedenen Positionen zu Wort kommen, dass man sich aneinander reiben kann". Grundsätzlich seien Konflikte nicht schlecht, „wenn man weiß, wie man sie führt." Würden sie „zivilisiert und ehrlich und erwachsen" ausgetragen, „dann darf man sich durchaus mal streiten".

Über das neue Vatikan-Dokument zum Thema Gemeindereformen äußerte sich Hagenkord vorsichtig kritisch. „Wenn ich das richtig lese, steht da drin: Das Kirchenrecht geht so, und anders geht gar nichts”, so der deutsche Jesuit. Der Text sei „verbrämt mit Papst Franziskus' Bemerkungen, die eigentlich genau das Gegenteil wollen” und daher inkonsistent, weshalb das Dokument seiner Einschätzung nach „nicht wirklich eine lange Halbwertzeit haben” werde.

„Aufmüpfigkeit würde ich es nicht nennen. Aber die Deutschen sind immer die, die sich gleich zu Wort melden“

Von der deutschen Kirche und den Deutschen herrsche im Vatikan ein komplexes Bild. „Aufmüpfigkeit würde ich es nicht nennen. Aber die Deutschen sind immer die, die sich gleich zu Wort melden, die auch eine große theologische Tradition mitbringen”. Darüber hinaus bestehe viel Lob und Anerkennung über die Spendenfreudigkeit der deutschen Kirche. „Es gibt nicht die Deutschen, es gibt auch nicht das Bild von den Deutschen”, so Hagenkord abschließend. „Aber es ist doch schon so, dass wir nicht die einzigen in der Welt sind, die entscheiden können, was hier modern und der Schritt in die Zukunft ist.”

Synodaler Weg - Bischöfe und Laien zuversichtlich

Trotz Corona-Verzögerung geht es voran beim Synodalen Weg der katholischen Kirche in Deutschland. Bischöfe und Laienvertreter haben sich zuversichtlich zu dem Reformdialog der katholischen Kirche gezeigt. Am Wochenende hatte sich das Forum zu Machtfragen in Frankfurt zu einer ersten Sitzung getroffen. Am Montag ist eine Videokonferenz des Forums zu Sexualmoral angekündigt, am 13. und 14. Juli eine Zusammenkunft des Forums zu priesterlichen Lebensformen. Diese Arbeitsgruppe will sich ebenfalls in Frankfurt treffen.

„Es gibt den erklärten Willen, die Themen gemeinsam zu diskutieren und Lösungen zu finden sowohl aufseiten der Laien als auch der Bischöfe", sagte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, am Sonntag im Interview der deutschen Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Die Positionen seien keineswegs so unverrückbar, wie sie bisweilen erschienen.
Einstellung und Stimmung bei den Teilnehmern der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem ZdK angestoßenen Initiative Synodaler Weg  bezeichnete Sternberg als weiterhin positiv. Zudem sei die Zahl der „grundsätzlichen Kritiker“ nicht größer geworden. Die fünf Regionalkonferenzen, die Anfang September wegen der Corona-Pandemie anstelle der zweiten Vollversammlung des Synodalen Weges stattfinden, könnten erste Ergebnisse „in die Synodalversammlung rückkoppeln und zur Diskussion stellen“, fügte der ZdK-Präsident hinzu.

Foren zur inhaltlichen Vorbereitung nicht ohne Kritik

Kritik gab es unterdessen am Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp, der Ende Mai angekündigt hatte, sich aus der Arbeitsgruppe zur Sexualmoral zurückzuziehen. „Ich hoffe nicht, dass dieses Beispiel Schule macht, auch wenn es in gewissen Kreisen gefeiert wird“, sagte der Würzburger Bischof Franz Jung. Schwaderlapp hatte seinen Rückzug damit begründet, dass die in dem Forum mehrheitlich verfolgte Linie auf eine Veränderung der kirchlichen Sexualmoral abziele. Dieser Weg sei nicht der seine.

Die Foren sollen die Synodalversammlungen inhaltlich vorbereiten. Neben dem Forum zur Sexualmoral gibt es drei weitere Arbeitsgruppen zur priesterlichen Lebensform, zu Machtfragen und zur Rolle der Frauen in der Kirche.

Sternberg sagte zur Entscheidung Schwaderlapps: „Wenn jemand der Meinung ist, dass es keinen Veränderungsbedarf gibt, dann ist es besser, seine Mitarbeit in einem Forum zur Erarbeitung neuer Lösungen zu beenden.“ Der Weihbischof scheide jedoch nicht aus der Synodalversammlung aus.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke mahnte unterdessen, die Zukunft der Kirche sei durch Reformen nicht automatisch gesichert. Aus der Angst, sie könne zur Sekte werden, ergebe sich der Wunsch, die Kirche für den Menschen attraktiver und anschlussfähiger an die moderne Zeit zu machen, sagte Hanke. Gesellschaftliche Anerkennung und Anzahl der Mitglieder würden jedoch keineswegs vor dem Sektendasein bewahren. Vielmehr brauche es Menschen, die die Botschaft Jesu überzeugend in der Welt leben würden.

 

Laudes gemeinsam beten in der St. Joseph Kirche Öhringen

Morgens besteht die Möglichkeit im Andachtsraum oder in der Seitenkapelle der Kirche in Öhringen die Laudes (das Morgenlob der Kirche) mitzubeten.

Von Dienstag bis Donnerstag beginnen wir um 7 Uhr, am Freitag um 7:30 Uhr.

Einmal im Monat findet das Morgenlob am Donnerstag verbunden mit einer Eucharistiefeier um 7 Uhr statt (siehe Gottesdienstplan).

Am Sonntag beten wir die Laudes um 8 Uhr.