Friedensappell vor Kirchen-Vollversammlung

Vor der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) 2022 in Karlsruhe ist ein Friedensappell veröffentlicht worden. Darin richten sich mehrere Organisationen und Einzelpersonen an die einladenden Kirchen der 11. Vollversammlung, wie am Montag die Initiative „Ohne Rüstung Leben" in Stuttgart mitteilte.

Sie sollten in Kirche, Staat und Gesellschaft ihr „Bekenntnis zum gerechten Frieden" bekräftigen und Forderungen an die Politik richten, hieß es. Die Unterzeichnenden wollen den Angaben zufolge auch erreichen, dass die Kirchen sich „uneingeschränkt" zu ökumenischen und kirchlichen Friedensinitiativen bekennen.

Forderung nach Entmilitarisierung

Der Appell trägt den Titel „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein". Darin geht es den Angaben zufolge um das Eintreten für einen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag, einen Stopp der Exporte von Rüstungsgütern, insbesondere Kleinwaffen, sowie eine Umwidmung der Rüstungsausgaben in Milliardenhöhe zugunsten eines „sozialen, friedensfördernden und klimagerechten Umbaus der Gesellschaft".

Appell erhält breite Unterstützung

In den kommenden Monaten sollen Unterschriften für den Appell gesammelt werden. Zu den bisherigen Unterzeichnern gehören den Angaben zufolge unter anderem Verbände von Pax Christi, die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), die Deutsche Franziskanerprovinz sowie die evangelische Theologin Margot Käßmann. Der Appell richtet sich an die Evangelische Kirche in Deutschland, die Evangelische Landeskirche in Baden, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, die Union der Protestantischen Kirchen von Elsass und Lothringen und die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz.

Römisch-katholische Kirche nicht Mitglied

Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) zählt aktuell 350 Mitgliedskirchen, darunter fast alle orthodoxen Kirchen, viele protestantische Kirchen, wie Anglikaner, Baptisten, Lutheraner, Methodisten und Reformierte, sowie viele vereinigte und unabhängige Kirchen. Gemeinsam repräsentieren sie mehr als 500 Millionen Christen, also etwas mehr als 20 Prozent aller Christen weltweit. Die römisch-katholische Kirche ist kein Mitglied des ÖRK, hat aber Beobachterstatus und arbeitet eng mit dem in Genf ansässigen Rat zusammen.

Ökumenischer Trauerakt im Aachener Dom für Flutopfer

Die katholische und evangelische Kirche sowie die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) haben für Samstagvormittag zu einem ökumenischen Gottesdienst im Gedenken an die Opfer des verheerenden Hochwassers vom Juli eingeladen.

Im Aachener Dom werden dazu neben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der eine Traueransprache hält, auch Betroffene, Helferinnen und Helfer und Notfallseelsorger erwartet. Zu dem Trauerakt, der live im ZDF übertragen wird, sind zudem Vertreter der deutschen Bundesländer und Repräsentanten der betroffenen Nachbarländer Belgien, Niederlande und Luxemburg geladen.

Texte für Einheits-Gebetswoche veröffentlicht

„Wir haben seinen Stern im Osten gesehen und sind gekommen, ihn anzubeten“ (Mt 2,2) – das ist das Motto der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen nächstes Jahr.

Sie findet weltweit (außer auf der Südhalbkugel) vom 18. bis 25. Januar statt.

Die Texte dazu wurden von Christen im Nahen Osten erstellt und sind ab jetzt im Internet abrufbar – auf den Seiten des päpstlichen Einheitsrates und des Weltrats der Kirchen.

„Der Nahe Osten braucht heute mehr denn je ein himmlisches Licht, das die dort lebenden Menschen begleitet“, heißt es in einem der Texte. „Der Stern von Bethlehem ist ein Zeichen dafür, dass Gott mit seinem Volk geht, den Schmerz der Menschen spürt, ihre Klage hört und Mitleid mit ihnen hat. Gott hält uns die Treue, auch wenn die Umstände sich ändern und schreckliche Katastrophen eintreten mögen, und das gibt uns Mut.“

„Debatte zu Kommuniongemeinschaft bleibt aktuell“

Die Diskussion über eine Teilnahme von Katholiken und Protestanten an der Feier von Abendmahl oder Eucharistie der anderen Konfession sollte „in der katholischen Kirche weitergeführt werden“.

Das sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, in einem an diesem Mittwoch veröffentlichten Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur. „Da sind wir nur Wahrnehmende von außen, aber mit brennendem Herzen“, so Bedford-Strohm wörtlich.

Mit Blick auf den 3. Ökumenischen Kirchentag (ÖKT), der im Mai weitgehend in digitaler Form stattfinden soll, meinte er, die Frage bleibe bestehen, „unabhängig, ob sich Menschen beim ÖKT versammeln können“.

„Keine Infragestellung dieser Grundregel“

Auf den von katholischer Seite formulierten Einwand, dass die Praxis in den evangelischen Kirchen oft von den in den Dialogpapieren festgehaltenen Übereinstimmungen abweiche, betonte Bedford-Strohm: „Ich glaube, es ist zentral, welche Grundregel gilt. Dass man in lokalen Kontexten mitunter auch anderes findet, ist keine Infragestellung dieser Grundregel.“

Dass auf evangelischer Seite nicht überall alles so gemacht werde, wie es in den Kirchlichen Ordnungen stehe, sollte nach Auffassung des EKD-Ratsvorsitzenden „kein grundsätzliches Hindernis für eine ökumenische Verständigung sein, sondern eher ein Anlass für weitere innerevangelische Klärungen“.

„Die Einsetzung des Abendmahls obliegt nur einer dazu berufenen Person“

Ganz klar sei: „Die Einsetzung des Abendmahls obliegt nur einer dazu berufenen Person. Nicht jede Person kann beliebig das Abendmahl einsetzen.“ Das sei eine gemeinsame evangelische Überzeugung, die auch eine wichtige Grundlage für das ökumenische Gespräch sei.

Als „spannende Frage“ bezeichnete Bedford-Strohm die Diskussion in der evangelischen Kirche, „ob das Abendmahl auch über digitale Kanäle wirksam gefeiert werden kann“. Die Frage sei, „ob die physische Präsenz der Elemente nicht auch an den Ort gebunden ist, an dem sie eingesetzt werden“. Auch sei die Frage nach der Gemeinschaft im digitalen Raum schwierig und für ihn auch noch offen.

Kreuzweg-Pfad Neuenstein 2021

Weltgebetstag - Ein Gebet geht um die Welt

„Worauf bauen wir?“ Zu dieser Frage laden Christinnen am Weltgebetstag der Frauen (5. März) zum ökumenischen Gebet ein.

Am 5. März findet der ökumenische Weltgebetstag der Frauen statt. Zwölf (Frauen-)Verbände aus verschiedenen christlichen Konfessionen rufen aus diesem Anlass zu Gebet, Solidarität und Kollekten auf. Der Weltgebetstag in über 150 Ländern ist die weltweit größte Basis-Bewegung christlicher Frauen, heißt es in der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz.

Seit Jahrzehnten verbindet der Weltgebetstag auch in Deutschland Christinnen und Christen in Gebet und Handeln für Frieden, Gerechtigkeit und Frauenrechte. Immer am ersten Freitag im März lenkt er den Blick auf die Lebens- und Glaubenssituation von Frauen eines ausgewählten Landes. Die Gottesdienste, die an diesem Tag gefeiert werden, schaffen eine große Gebetsgemeinschaft weltweit.

Gottesdiensttext von Frauen aus Vanuatu

Den diesjährigen Gottesdiensttext haben Frauen aus dem Pazifikstaat Vanuatu verfasst. "In diesem Jahr sind wir mit ihnen besonders verbunden", schreiben die Organisatorinnen in ihrem Aufruf. "Weltweit erleben wir durch die Corona-Pandemie schwerste Herausforderungen, gleichzeitig zeigt sich der Klimawandel verstärkt in Naturkatastrophen und führt vor allem im globalen Süden zu Tod, Verwüstung und Existenznot."

Die Organisatorinnen rufen dazu auf, in diesen Zeiten die dramatische Situation von Frauen und ihren Familien weltweit nicht aus den Augen zu verlieren. "Der Basis-Bewegung des Weltgebetstags stehen schwere finanzielle Zeiten bevor. Wir spüren die Auswirkungen der Corona-Krise und wir fürchten massive Kollekten-Einbrüche." Das betreffe sowohl die Unterstützung für die Partnerinnen weltweit als auch die Zukunft der ökumenischen Frauenbewegung in Deutschland. "Hoffnung gibt uns die Grundidee unserer weltweiten Bewegung, die von Spiritualität und Solidarität lebt."

Online-Formate und regionale Aktionen

Am 5. März strahlt der Sender Bibel-TV um 19 Uhr einen vom Deutschen Weltgebetstagskomitee organisierten Fernsehgottesdienst aus. Zeitgleich findet eine YouTube-Premiere des Gottesdienstes statt, die unter anderem auf www.weltgebetstag.de zu sehen sein wird. Darüber hinaus wird es zahlreiche lokale und regionale Online-Formate geben. Bundesweit organisieren Frauen außerdem Freiluft-Andachten, Gottesdienste im kleinen Rahmen, Spendenaktionen, Ausstellungen und vieles mehr.

Auch in der Diözese Rottenburg-Stuttgart finden zahlreiche regionale und lokale Aktionen statt. Im Dom zu Rottenburg, zum Beispiel, können am Freitagmorgen von 10 bis 12 Uhr mit Abstand und unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln Stationen mit Bildern und Informationen zum Weltgebetstagsland Vanuatu begangen werden. Um 18 Uhr findet ein Weltgebetstagsgottesdienst für Erwachsene (Anmeldung) statt.

Den Weltgebetstag tragen in Deutschland die Frauenseelsorge in den deutschen Diözesen, Katholischer Deutscher Frauenbund, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, Bundesverband der Gemeindereferent/-innen, Griechisch-Orthodoxe Metropolie von Deutschland, Evangelische Frauen in Deutschland, Frauenwerk der Evangelisch-methodistischen Kirche, Forum Frauen im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden, Herrnhuter Brüdergemeinde, Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden, Heilsarmee in Deutschland und Bund alt-katholischer Frauen.

"Gelebte Solidarität des Weltgebetstags ist von größter Aktualität"

Bischof Dr. Gerhard Feige (Magdeburg), Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, ruft ebenfalls zur Teilnahme auf: „Der Weltgebetstag der Frauen ist ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität von Frauen für Frauen mit langer Tradition. Für dieses breite Engagement von Frauen aus unterschiedlichen Kirchen und Konfessionen bin ich sehr dankbar. Denn Ökumene lebt von der Erfahrung des gemeinsamen Betens und Handelns.“

Er freue sich, dass trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie die Gebetskette auch am 5. März dieses Jahres rund um den Erdball laufen werde. „Durch kreative Ideen zur coronakonformen Gestaltung und innovative Formate wie die Übertragung eines Fernseh-Gottesdienstes und digitale Angebote bleibt die Initiative auch in schwierigen Zeiten präsent. Ich wünsche dem diesjährigen Weltgebetstag die Aufmerksamkeit, die er verdient, und ich hoffe, dass er die notwendigen Spenden zur weiteren Förderung von Hilfsprojekten für Frauen und Mädchen erhält. Sie sind besonders in den armen Ländern dieser Welt von den dramatischen Folgen der Pandemie und des Klimawandels vielfach hart getroffen. Daher ist die gelebte Solidarität des Weltgebetstags von größter Aktualität.“

 

Ökumenische Einkaufsaktion gestartet:

Das Diakonat Öhringen der Ev. Kirchengemeinde bietet in Kooperation mit der Kath. Kirchengemeinde für Menschen, die keine örtlichen Sozialkontakte haben und sich keinem Infektionsrisiko aussetzen wollen einen kostenlosen Einkaufsservice an.

Wer Hilfe beim Einkaufen braucht, kann sich im Pfarrbüro (07941/97989-0 oder E-Mail) melden.

Wer Zeit und Lust hat, mitzuarbeiten, ist herzlich eingeladen mitzuarbeiten. Wichtig ist nur, dass diese Personen gesund sind, in den letzten Tagen kein Kontakt zu infizierten Personen hatten und mobil sind. Bei Interesse auch im Pfarrbüro melden.

Wir freuen uns auf Rückmeldungen. Bedarfsmeldungen können jeweils bis 11 Uhr vormittags, im Diakonat Tel. 07941-988797 durchgegeben werden.

Die Einkäufe werden spät. bis ca. 17 Uhr ausgeliefert. Der Einkaufsservice wird zunächst bis Gründonnerstag 9. April angeboten.