Pilgern- Fünf Wege durch das Ländle

Warum den Sommer nicht zum Pilgern nutzen? Ein dichtes Netz von Wegen lädt zum Wandern oder auch Radfahren ein. Wir stellen fünf Pilgerwege vor.

1. Der Jakobsweg von Ulm nach Konstanz

Der wohl bekannteste aller Pilgerwege ist der Jakobsweg. Auch er führt durch Baden-Württemberg. Es muss ja nicht gleich die große Wallfahrt nach Santiago de Compostela sein. Auch auf dem Abschnitt von Ulm über Biberach und Bad Waldsee nach Konstanz gibt es viel zu entdecken: den höchsten Kirchturm der Welt in Ulm, die schönste Dorfkirche der Welt in Steinhausen und das Pantheon in Oberdischingen ebenso wie die Basilika in Weingarten. Von Meersburg geht es dann mit der Fähre nach Konstanz. 190 Kilometer lang ist dieses baden-württembergische Teilstück. Wer durch die Schweiz in Richtung Spanien weiterpilgern will, gelangt zum Kloster Einsiedeln.

2. Der Meinradweg von Rottenburg nach Einsiedeln

Das Kloster Einsiedeln ist das Ziel des jüngsten Pilgerwegs auf unserer Liste: des Meinradwegs. Wie der Name nahelegt, ist es ein Radweg. Eröffnet im Jahr 2019 startet er an der Sülchenkirche in Rottenburg, denn in Sülchen wurde der heilige Meinrad, auf den das Kloster Einsiedeln zurückgeht, geboren. Über das Kloster Beuron und die Klosterinsel Reichenau, die zum Weltkulturerbe gehört, geht es in die Schweiz. Die 280 Kilometer lange Strecke lässt sich in vier oder fünf Etappen bewältigen. Weitere Informationen unterwww.meinradweg.com

3. Pfade der Stille rund um das Jagsttal

Wer es gerne ruhig und beschaulich mag, der kann die Pfade der Stille erwandern. 16 Rundtouren führen durch die Jagsttalgemeinden Langenburg, Mulfingen, Dörzbach, Krautheim und Schöntal. Die kürzeste Tour ist drei Kilometer, die längste 28 Kilometer lang. An der Strecke liegen 45 Kleinode wie Grotten, Kapellen und Naturdenkmale. 60 Prozent dieser Sehenswürdigkeiten sind kirchlich, die anderen weltlich. Hinzu kommt ein zwei Kilometer langer Meditationsweg in Mulfingen-Zaisenhausen. Informationen zu den Pfaden der Stille finden Sie unter www.pfade-der-stille.de

4. Der Oberschwäbische Pilgerweg

Oberschwaben ist voller Wallfahrtsorte, sehenswerter Kirchen, Kapellen und Klöster. Mehr als hundert von ihnen verbindet der Oberschwäbische Pilgerweg. Es ist kein einzelner Weg, sondern ein Wegenetz aus sieben Schleifen von Zwiefalten bis Wangen im Allgäu und vom Kloster Beuron bis Ulm. 1027 Kilometer ist er lang. Weingarten, Bad Schussenried, Weißenau, Steinhausen und Obermarchtal sind nur einige der zahlreichen Höhepunkte am Wegesrand. Initiiert haben den Pilgerweg Egon und Rita Oehler aus Friedberg bei Bad Saulgau. Sie wollten eigentlich die heimische Wallfahrt wiederbeleben. Daraus entwickelte sich dann ein wahres Mammutprojekt. Nähere Informationen finden Sie auf www.oberschwaebischer-pilgerweg.de.

5. Der Martinusweg

Der Martinusweg "Via Sancti Martini" führt auf den Spuren des Heiligen Martin von seinem Geburtsort Szombathely in Ungarn bis nach Tours in Frankreich, wo er Bischof war. In Baden-Württemberg sind mehr als 1300 Kilometer des Weges ausgeschildert. Sie gliedern sich in den Hauptweg, dessen baden-württembergischer Abschnitt von Tannheim bei Biberach bis an den Rhein in der Nähe von Speyer führt, und in vier regionale Wege: Bodensee-Allgäu-Oberschwaben, Donautal-Zollernalb, Zwiefalter-Reutlinger Alb und Hohenlohe-Franken. Neben abwechslungsreichen Landschaften verbindet der Weg vor allem Kirchen, die dem heiligen Martin geweiht sind. Die originellste Pilgerherberge findet sich in Bußmannshausen, Landkreis Biberach, wo Ministranten und KLJB bei der 72-Stunden-Aktion eine Gartenhütte zur Pilgerherberge umgebaut haben. Nähere Intormationen gibt es unter www.martinuswege.de.

Sankt Peter: Michelangelos Pietà erstrahlt in neuem Licht

Die Marmorstatue der Pietà im Petersdom hat ein modernes Beleuchtungssystem auf der Höhe der Zeit erhalten. Mehrere neu installierte Gruppen von LED-Scheinwerfern setzen ab sofort die vielleicht berühmteste Skulptur der Welt in vier verschiedenen Stimmungen ins Licht.

Julia Rosner - Vatikanstadt

Die neue Beleuchtung soll auch Lichtreflexe im Schutzglas vermeiden. Erarbeitet wurde die Installation von der Dombauhütte Sankt Peter in Zusammenarbeit mit der italienischen Firma „iGuzzini“. Wie Kardinal Angelo Comastri, Erzpriester des Petersdoms erklärte, ermögliche die llumination, den universellen Wert des Kunstwerkes zu verstehen. „Die Pietà ist wirklich der in Marmor gehauene Glaube Michelangelos“, so Comastri. 

Die Lichtinstallation ersetzt die bisherige Beleuchtung durch mehrere kleine LED-Scheinwerfer. Mit einer Farbtemperatur von 3.000 Kelvin strahlen sie warmes, weißes Licht aus. Die Lichtintensität der einzelnen Leuchtgruppen kann an verschiedene Lichtszenarien angepasst werden. Eines davon ist das sogenannte Nord-Szenario. Dabei werden mehrere Spitzlichter auf die Skulptur geworfen. Boden, Decke und Hintergrund sind dabei nur minimal beleuchtet. Das Gleichgewicht von Hell-Dunkel soll die Plastizität des Werkes wiederherstellen und ermöglicht, sowohl auf das einzelne Detail als auch auf die Harmonie des Ganzen eingehen zu können. Beim Süd-Szenario hingegen sind alle Leuchten eingeschaltete, wodurch die Skulptur gewissermaßen selbst zur Lichtquelle wird. Gewölbe und Boden haben dadurch eine etwas geringere Beleuchtungsstärke.

Niedrige Lichtwerte in der Basilika

„Der Faktor Licht ist für die Pietà sehr wichtig. Schon Michelangelo hatte sorgfältig darüber nachgedacht, wie bestmöglich mit sehr niedrigen Lichtwerten auszukommen ist. Er hat die Marmorflächen vorsichtig geglättet, so dass schon einige wenige Kerzen die Marmorgruppe zum Leuchten bringen konnten“, erklärt Pietro Zander, Direktor des Büros für Konservierung und Restaurierung am Petersdom. „Es ist das erste Mal, dass die die Pietà mit so großer Aufmerksamkeit beleuchtet wird.“

Michelangelo Buonarotti (1475 – 1564) schuf die Pietà, die sitzende Gottesmutter Maria, die den Leichnam ihres Sohnes nach der Kreuzabnahme in den Armen hält, zwischen 1498 und 99. Der Künstler selbst war damals erst 24 Jahre alt. Auffallend an der Darstellung ist die Jugendlichkeit Marias - sie erscheint fast jünger als ihr Sohn Jesus.

Die Kapelle St. Anna in Mulfingen und der St.-Anna-Tag am 26.Juli.

Das Jahr 1510 ist als Ursprung der Kapelle in der Nähe einer Quelle überliefert. Ob es das Jahr der Grundsteinlegung oder Fertigstellung ist, ist nicht ganz klar, erklärt Kuhbach. Als Pfarrer von Mulfingen hat er sich in die Geschichte des religiösen Ortes vertieft. So gehört Kuhbach auch zu einer Handvoll Leuten, die auf Anfrage Führungen in der Kapelle bieten.

Kuhbach hat sich außerdem mit der Figur der Mutter Anna befasst, insbesondere aus kulturgeschichtlicher Sicht. „Anna war um 1500 die beliebteste Heilige“, erklärt er. Anna ist Marias Mutter und damit die Großmutter von Jesus. Viele Legenden erzählen von ihrem Leben. Kuhbach führt aus: „Sie steht für Familie und Miteinander – und dafür, auch in schwierigen und angespannten Familienverhältnissen nie die Hoffnung aufzugeben.“

Der Quelle an der Kapelle wurde heilende Wirkung zugesprochen. Das Blatt am Eingang, das an einen Stammbaum erinnert, nennt die Namen der Geheilten und ihre Krankheiten: „offenes Fussleiden“, „langwieriges Augenleiden“, „Aussatz“. Aus der Zeit Ende des 16. Jahrhunderts sind Akten mit Heilungsberichten erhalten, wie Kuhbach weiß.

Damals wurde die Wallfahrt neu gefestigt, nachdem sie zwischenzeitlich abgeflaut war und die Kapelle einem Förster zur Nutzung überlassen worden war. In den folgenden Jahrhunderten erlebten das Wallfahrtswesen und die Heiligenverehrung an dem Ort ein Auf und Ab. Auch die Quelle soll unregelmäßig geflossen und immer wieder einmal versiegt sein.

Richtig Aufschwung nahm die Wallfahrt am 26. Juli, dem Gedenktag der heiligen Anna, zuletzt im Kaiserreich und noch einmal nach dem Zweiten Weltkrieg, berichtet Kuhbach. Bis vor 40 oder 30 Jahren – so genau weiß es laut dem Pfarrer keiner mehr – war das Patrozinium ein marktähnliches Fest mit Devotionalien-Ständen rund um die Kapelle.

Aber bis heute ziehen die Gottesdienste am 26. Juli mehrere Hundert Gläubige nicht nur aus der direkten Umgebung an, wie Kuhbach den Anna-Tag beschreibt. Etliche kämen auch von auswärts, zum Beispiel aus dem Stuttgarter Raum, um so wie einst ihre Eltern oder Großeltern an der Kapelle zu beten.

Wegen Corona wird diesmal allerdings alles etwas anders aussehen als gewohnt. 

Die „Kirche im Nationalpark“ stellt ihr Juli-Programm für den Schwarzwald vor.

Die „Kirche im Nationalpark“ nimmt nach dem Corona-Lockdown wieder ihre Aktivitäten im Nationalpark Schwarzwald auf. „Vorbehaltlich weiterer Lockerungsmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg und unter Einhaltung der aktuell gültigen Hygieneschutzbestimmungen werden wir im Juli Veranstaltungen durchführen“, teilt Christine Kohler vom Dekanat Acher-Renchtal mit. Interessierte können sich online auf der Homepage www.kirche-nationalpark-schwarzwald.de anmelden oder auch im Sekretariat unter Telefon 07841/668403. Unter dieser Nummer gibt es auch die Möglichkeit, Fragen zum Programmangebot zu stellen.  

Im Detail enthält das Programm die folgenden Angebote:

Samstag, 4. Juli, 10 bis 17 Uhr: Quelle, See und Wasserfall – eine Rund-Wanderung mit spirituellen Impulsen. Gestartet wird an der Klosterruine Kniebis. Vorbei am Rossbrunnen und Speichersee geht es auf den Grenzweg zur Alexanderschanze und zurück über den Heimatpfad. Treffpunkt: Klosterruine Kniebis, Anmeldung erforderlich.

Samstag, 11. Juli, 4.45 bis 7 Uhr: Sonnenaufgang am Ellbachseeblick: Bei dieser besonderen Führung sind alle eingeladen, das warme Nest früh zu verlassen, um bei klarem Himmel den Sonnenaufgang am Ellbachsee zu erleben. Treffpunkt: Parkplatz an der Kniebishütte (B 500), Anmeldung erforderlich.

Samstag, 11. Juli, 10 bis 16 Uhr: Quality Time für junge Paare: Gemeinsam machen sich die Teilnehmer auf den Weg, in die Natur des Nationalparks einzutauchen und aufzutanken. Es gibt Zeit zum Nachdenken, Kennenlernen und Austauschen. Treffpunkt: Parkplatz Katholische Kirche St. Markus, Baiersbronn, Anmeldung erforderlich.

Samstag, 11. Juli, 10 bis 17 Uhr: Pedelec-Tour um den Nationalpark: Einen ganzen Tag auf einer Höhe von  700 bis 800 Metern mit dem Fahrrad in der Natur dahingleiten, Aussichten genießen, schöne Rastplätze und Einkehrmöglichkeiten auskosten und dabei sich mit dem Rad immer in Bewegung halten. Treffpunkt: Kapelle zum Guten Hirten Sand-Bühl, Anmeldung erforderlich.

Sonntag, 12. Juli, 17 bis 19 Uhr: Müll-Tour: Gemeinsam befreien die Teilnehmer entlang der Nationalparkwege die Natur von Müll. Zwischendurch werden sie sich Gedanken rund ums Thema Müll, aus gesellschaftlicher und geistlicher Perspektive, machen. Treffpunkt: Bushaltestelle Lothar-Pfad (B 500).

Donnerstag, 16. Juli, 14 bis 17 Uhr: Kirche im Nationalpark vor Ort – die Teilnehmer lernen die Angebote direkt im Gespräch vor Ort kennen. Treffpunkt: St. Michael Kapelle am Mummelsee (B 500), Seebach.

Freitag, 17. Juli, 15 bis 20 Uhr: Genügt genügsam? Eine geistliche Wanderung für Frauen. Die Wanderung führt unterhalb des Hohen Ochsenkopfes entlang, einer Kernzone im Nationalpark, die zunehmend wilder wird. Damit zieht sie Wanderherzen an. Gleichzeitig braucht die Natur Schutz, damit sie sich ungestört entwickeln kann.
Treffpunkt: Bushaltestelle Hundseck (B 500), Anmeldung bis Mittwoch, 15. Juli, möglich.

Samstag, 18. Juli, 10 bis 17 Uhr: Grenzgänger zwischen Himmel und Erde: Beim Gehen in der Wildnis rund um die Badener Höhe spüren und erleben die Teilnehmer Grenzen in jeder Hinsicht hautnah. Treffpunkt: Parkplatz Bergwaldhütte Sand (B 500/ L 83), Anmeldung erforderlich.

Donnerstag, 23. Juli, 15 bis 16 Uhr: Im Grün geborgen. Kraft schöpfen in der Natur
Besonders für Menschen mit geistig-seelischen und/oder körperlichen Einschränkungen: Mit wachen Sinnen erleben die Teilnehmer auf kurzer Wegstrecke eine große Sinnesfülle beim Riechen, Tasten, Hören, Sehen. „Unsere Erfahrungen bereichern uns und begleiten uns, wenn wir in unsere gewohnte Welt zurückkehren“, heißt es im Programm. Treffpunkt: Kiosk Klosterhof Allerheiligen (K 5370), Anmeldung erforderlich.

Freitag, 24. Juli, 9.30 bis 16.30 Uhr: Psalmenpilgertag unter dem Motto „Meine Füße auf weitem Raum“. „Mit diesem spirituellen Pilgertag nehmen wir eine Strecke Wegs unter die Füße, die uns wunderschöne Landschaftseindrücke beschert. Ausgewählte Psalm-Strophen werden unsere Begleiter sein“, teilen die Veranstalter mit. Treffpunkt: Parkplatz Glashütte, Buhlbach, Anmeldung erforderlich.

Samstag, 25. Juli, 13.30 bis 17 Uhr: Pilgerwandern mit dem Rad: Eine MTB-Tour. Mit dem Radbus lassen sich die Teilnehmer hinauftragen nach Allerheiligen, von dort geht es durch das Allerheiligste im Südteil und die Mountainbiker schwingen sich dann über die Auerhahnhütte, um am Schliffkopf den weiten Ausblick zu genießen. In fliegender Fahrt geht es über das Wahlholz wieder hinunter. Treffpunkt: Bahnhof Oppenau, Anmeldung erforderlich.

Mittwoch, 29. Juli, 16 bis 19 Uhr: Spirituelle Kräuterwanderung vom Mummelsee hoch zur Hornisgrinde. Treffpunkt: Bushaltestelle Mummelsee (B 500), Anmeldung erforderlich.

Donnerstag bis Freitag, 30. Bis 31. Juli, jeweils 9 bis 18 Uhr: Unter der Überschrift „Von Kloster zu Kloster“ stehen zwei Pilgerwandertage im Programm. Die Pilgerwanderung führt am ersten Tag von Allerheiligen zum Schliffkopf, von dort hinunter zum Buhlbachsee und weiter nach Obertal. Unterwegs gibt es Stationen mit geistlichen Impulsen zu den spirituellen Schätzen der Klöster. Der zweite Tag führt durch das Tonbachtal zum Endpunkt in Klosterreichenbach. Treffpunkt: Kiosk Klosterhof Allerheiligen (K 5370), Anmeldung erforderlich.

Neue Historikerkommission untersucht Schönstatt-Gründer

Im Seligsprechungsverfahren für den Gründer der Schönstatt-Bewegung, Pater Josef Kentenich, will der Trierer Diözesanbischof Stephan Ackermann eine neue Historikerkommission einsetzen. Sie soll insbesondere neu zugängliches Material aus den vatikanischen Archiven zu Kentenich (1885-1968) prüfen, wie die deutsche Diözese mitteilte.

Dabei könne es sich sowohl um Schriftstücke von Kentenich selbst handeln als auch um Dokumente, die sich auf ihn und sein Wirken beziehen. Die Kommission soll laut Diözese das neue Material mit den bislang bekannten Informationen abgleichen und einen Bericht „über die Persönlichkeit und die Spiritualität“ von Kentenich verfassen. Die Mitglieder der Kommission stünden noch nicht fest.

Hintergrund sind in der vergangenen Woche erhobene Missbrauchsvorwürfe gegen den Gründer der Schönstatt-Bewegung. Die italienische Theologin Alexandra von Teuffenbach wirft Kentenich systematische Manipulation von Mitgliedern der Gemeinschaft und sexuellen Missbrauch einer Schwester vor. Sie stützt sich dabei auf seit März zugängliche Bestände aus der Zeit des Pontifikats von Papst Pius XII. (1939-1958).

Schönstatt-Bewegung begrüßt neue Kommission

Die Schönstatt-Bewegung begrüßt die neue Kommission nach eigenem Bekunden und „erhofft sich, dass auf diesem Weg bezüglich Person, Leben und Werk ihres Gründers so bald wie möglich weitere Transparenz und Klarheit geschaffen werden kann“. In der vergangenen Woche hatte der Vorsitzende des internationalen Schönstatt-Werkes, Juan Pablo Catoggio, die Vorwürfe zurückgewiesen und erklärt, die Anschuldigungen seien bereits bekannt und entkräftet.

Bekannt ist, dass Kentenich nach einem Prüfverfahren des Vatikan 1951 ins Exil in die USA geschickt wurde und 1965 nach Schönstatt zurückkehrte. Seit 1975 läuft ein Seligsprechungsverfahren für ihn, das nach Angaben der Diözese Trier auf Ebene der Diözese noch nicht abgeschlossen ist. Eine frühere Historikerkommission, die für jedes Seligsprechungsverfahren vorgesehen ist, hatte demnach 2007 ihre Arbeit abgeschlossen.

Die Schönstatt-Bewegung ist eine katholische geistliche Gemeinschaft. Gegründet wurde sie 1914 vom Pallottinerpater Josef Kentenich in Schönstatt, einem Stadtteil von Vallendar bei Koblenz. Nach dem Zweiten Weltkrieg breitete sich die Bewegung international aus. Sie ist heute in rund 110 Ländern auf allen Kontinenten vertreten.

Wallfahrtskirche Heiligenbronn

Wallfahrtskirche Heiligenbronn

Einst war der Flecken Natur, auf dem der Ort Heiligenbronn jetzt steht, ein Sumpfgebiet mit vielen Bächen und Quellen. Und mit einer dieser Quellen fing alles an: Seit der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde ihr laut Legende heilbringende Wirkung zugeschrieben und deshalb kamen immer mehr Menschen. An dem segensreichen Ort wurde bald ein Bildstock aufgestellt und die Quelle nannte man heiliger Brunnen. Daher der Name Heiligenbronn.

Der Ort Heiligenbronn ist ein Teil der Ortschaft Salzstetten und erstmals 1356 genannt.

An dem segensreichen Ort wurde bald ein Bildstock aufgestellt und die Quelle nannte man heiliger Brunnen. Heiligenbronn ist ein bekannter Wallfahrtsort mit neu renovierter Wallfahrtskirche „Zur Schmerzhaften Mutter Gottes"

Kloster Heiligenbronn ist offiziell der Apostolatsort St. Antonius (Klostergemeinschaft Heiligenbronn/Schramberg) und wurde mit Liebe und Sorgfalt von zwei Franziskanerinnen - Sr. M. Irmentrudis Berktold und Sr. M. Reinholda Zirkel betreut. Diese leben mittlerweile altersbedingt im Stammhaus in Schramberg.

Eine Innenrenovierung der Wallfahrtskirche, die fast zwei Jahre lang dauerte, wurde im Jahr 2000 abgeschlossen.

Gebetsgarten

Zur Wallfahrtskirche gehört auch ein Gebetsgarten. Dieser war bis etwa 1900 der Friedhof von Lützenhardt. Im Jahr 1891 übernahmen die Franziskanerinnen von Heiligenbronn-Schramberg das Kinderheim. In dieser Zeit wurde aus dem Friedhof ein Park, der den Schwestern als Ort der Stille, des Gebets und der Meditation diente. Ein Wegkreuz, eine Lourdesgrotte, ein Bildstock mit dem Geißelheiland und 14 Kreuzwegstationen wurden aufgestellt.

Die auf Metallplatten gemalten Stationen waren durch den Witterungseinfluss stark angerostet und fast nicht mehr erkennbar. Der Freundeskreis der Wallfahrtskirche Heiligenbronn-Waldachtal bemühte sich durch Spenden und Eigenleistung um eine Neugestaltung des Gebetsgartens. Josef Müller aus Talheim hat nach langer Vorarbeit und unter Mitwirkung von Reiner Michael und Michael Walz neue Kreuzwegbilder nach den alten Vorlagen gestaltet. In diesem Zusammenhang wurde auch das Wegkreuz grundlegend erneuert.

Die Wallfahrtskirche Heiligenbronn „Zur Schmerzhaften Muttergottes“ liegt zwischen Salzstetten und Lützenhardt in der Mitte unserer Seelsorgeeinheit. Sie gehört der Kirchengemeinde Salzstetten an. Der „Heilige Bronnen“ ist seit 660 Jahren als Heilspender für Leib und Seele bekannt. Die 260 Jahre alte Barock-Kirche über der Quelle, mit der Pieta, dem Gnadenbild der Schmerzhaften Muttergottes sowie den wunderschönen Kräuter- und Gebetsgärten laden zu einem Spaziergang ein. Auf Anfrage ist für Gruppen auch eine spirituelle Kirchenführung möglich.

 

Festliche Gottesdienste und ein "Blutrittle"

Übergabe der Heilig-Blut-Reliquie beim Blutfreitag - Foto: Stadt Weingarten

Weingarten feiert den Blutfreitag unter Corona-Bedingungen.

Blutfreitag morgens um 7 Uhr. Traditionell eröffnete am 22. Mai festliches Glockengeläut von den Basilikatürmen das Weingartner Hochfest. Wo sich in anderen Jahren Menschenmassen drängten, standen nur ein Bläserquintett und eine Handvoll Pressevertreter auf dem neu gepflasterten Vorplatz des barocken Gotteshauses. Pfarrer Nicki Schaepen aus Bad Schussenried übergab die Reliquie, in der sich nach der Überlieferung Erde mit dem Blut Jesu Christi befindet, an Dekan Ekkehard Schmid hoch zu Ross. Dieselbe Zeremonie wie immer - und doch ganz anders.

Sich der Herausforderung dieses ganz anderen Jahres zu stellen und nicht ins Hamsterrad zurückzufallen, darum warb der Rottenburger Weihbischof Matthäus Karrer bereits in seiner Festpredigt am Abend von Christi Himmelfahrt. Die Umweltproblematik und die Brüche zwischen Arm und Reich hätten schon vor Corona eine kranke Welt gezeigt. Karrer erinnerte die Christinnen und Christen an ihren biblischen Auftrag, alles zu tun, was das Leben fördert. Hoffnungszeichen seien für ihn etwa Projekte der Nachbarschaftshilfe und die Seelsorge an Kranken und Sterbenden, die auch die letzten Wochen aufrechterhalten wurde.

Traditionen weiterentwickeln

Festpredigt Weihbischof Matthäus Karrer am Vorabend des Blutfreitags - Foto: Stadt Weingarten

Äußerliche Traditionen und Riten dürften in der Kirche nicht wichtiger sein als mutmachende und zukunftsweisende Zeichen der Veränderung, betonte der Weihbischof. Da nahm er auch den Blutfreitag nicht aus. "Ich möchte alle Verantwortlichen hier in Weingarten einladen, die Wallfahrt weiterzuentwickeln zu einer gemeinsamen Wallfahrt von Frauen und Männern, Kindern und Jugendlichen, Musikantinnen und Musikanten, Pilgerinnen und Pilgern aus aller Welt", griff Karrer die jüngsten Diskussionen auf.

Zukunftsweisend sollte das diesjährige "Blutrittle", wie Dekan Schmid es nannte, mit seinen drei Pferden jedoch nicht werden. 2021 möchte er wieder in gewohnter Form feiern. Um Menschenansammlungen zu vermeiden, blieben Route und Ziel dieses Jahr bis zuletzt geheim. Dennoch warteten neben den geladenen Vertretern der Kommunen, Oberbürgermeister Markus Ewald von Weingarten und Baienfurts Bürgermeister Günter A. Binder, einige Heiligblutverehrer beim Flurkreuz vor Köpfingen. Sie hielten in ausreichendem Abstand mit Ortspfarrer Bernhard Staudacher und der Reitergruppe einen Stationsgottesdienst.

Alle Gottesdienste live im Internet

Festgottesdienst beim Blutfreitag - Offizial Thomas Weißhaar beim Einzug mit Heilig-Blut-Reliquie - Foto: Stadt Weingarten

Nicht nur die Feierlichkeiten in und vor der Basilika, sondern auch die Andacht bei Köpfingen kam als Livestream ins Wohnzimmer derer, die in den Vorjahren selbst mitgeritten sind oder am Straßenrand die Prozession verfolgt haben. Auf dem YouTube-Kanal der Kirchengemeinde St. Martin unter www.youtube.com/c/kirchengemeindestmartinweingarten stehen sie als Videos weiterhin zum Nachschauen zur Verfügung. Um die Verbundenheit mit Weingarten auszudrücken, sandten viele Blutreitergruppen Fotos ihrer Standarten, die während des Festgottesdienstes im Altarraum befestigt waren.

Eine Vielzahl bunter Kerzen während des Rosenkranzgebets am Vorabend, die von einem Mini-Chor angestimmte Blutfreitagshymne "Salvete" und die feierliche Eucharistiefeier zum Abschluss ließen Blutfreitagsatmosphäre aufkommen, obwohl wegen der Corona-Vorgaben die Lichterprozession auf den Kreuzberg ausfallen musste, in der Basilika höchstens 120 Personen mitfeiern durften und Mitsingen nicht erlaubt war. Auch und gerade in dieser Zeit erinnere das bisschen Erde mit Blut vermischt daran, dass Gott da ist in unserer Welt, betonte der Rottenburger Offizial Thomas Weißhaar in seiner Predigt beim abschließenden Gottesdienst. Dieser Kern des Blutfreitags war auch in diesem besonderen Jahr erfahrbar.

Wallfahrt Blutfreitag 2020 per Livestream im Internet

Nach Absage des Blutritts überträgt die Basilikagemeinde St. Martin Elemente der Festlichkeiten online.

Keine Pferdeanhängerkolonnen, keine abgeriegelte Altstadt, keine Prozession durch die Straßen. Der große Blutritt in seiner Festlichkeit mit 100 Reitergruppen und annähernd so vielen Musikkapellen ist abgesagt. Das bleibt auch nach den jüngsten Lockerungen für Gottesdienste so, denn die vermutete Zahl an Pilgerinnen und Pilgern würde die Corona-Vorgaben in der Basilika und auf den Plätzen und Straßen sprengen.

Mit der Blutreliquie verehren die Gläubigen Jesus Christus und erinnern an sein erlösendes Sterben und seine Botschaft von der Gottes- und der Nächstenliebe. Dieser religiöse Kern des Blutfreitags, seit über 500 Jahren in der Bittwoche am Tag nach Christi Himmelfahrt als Flurprozession gefeiert, soll aber auch am 22. Mai dieses besonderen Jahres in Weingarten und in der ganzen Region eingeschränkt stattfinden und miterlebbar sein.

Das Internet macht es möglich, einige Gottesdienste und traditionelle Elemente der Feierlichkeiten in schlichter Form mit vertrauten Gebeten und Gesängen auf den heimischen Bildschirm oder aufs Handy zu übertragen. So können Menschen, die auch außerhalb von Corona das Haus nicht mehr verlassen können oder die weit entfernt von Weingarten wohnen, in diesem Jahr die reduzierten Feierlichkeiten des Blutfreitags online mitfeiern.

Über den Link youtube.com/c/kirchengemeindestmartinweingarten oder direkt in YouTube bei Eingabe von "Blutfreitag 2020" in der Suchleiste ist am Blutfreitag, 22. Mai, um 7 Uhr die Übergabe der Reliquie an den Heilig-Blut-Reiter Dekan Ekkehard Schmid auf dem weiträumig abgesperrten Basilikavorplatz zu sehen. Um 8 Uhr wird ein kurzer Wortgottesdienst von einer Außenstation eingespielt, zu der Schmid mit wenigen Begleitern reitet.

Um 9 Uhr feiert Offizial Thomas Weißhaar aus Rottenburg den abschließenden Festgottesdienst in der Basilika und hält die Predigt. Als Offizial vertritt er Diözesanbischof Gebhard Fürst im Bereich der kirchlichen Gerichte. Darüber hinaus ist er Mitglied des Rottenburger Domkapitels. Zwischen den genannten Elementen des Blutfreitags zeigt der Livestream Orgelmusik, Gebete und Bildbetrachtungen aus der Basilika St. Martin. Um denen zu danken, die in anderen Jahren mit großem Einsatz für einen reibungslosen Ablauf des Blutfreitags sorgen, bleiben die wenigen Plätze, die unter Corona-Bedingungen für Mitfeiernde in der geschlossenen Basilika zur Verfügung stehen, ihnen vorbehalten.

Bereits am Abend von Christi Himmelfahrt hält der Rottenburger Weihbischof Matthäus Karrer, der wie Offizial Weißhaar aus der Region stammt, die Festpredigt. Sie wird ab 20.30 Uhr ebenfalls live über den YouTube-Kanal übertragen. Anschließend können die Gläubigen Teile der Lichterprozession und der Abendandacht aus der Basilika zu Hause mitfeiern. Um trotz der häuslichen Andacht die Verbundenheit mit der Blutreliquie auch nach außen zu zeigen, stehen seit einigen Tagen in den drei katholischen Kirchen in Weingarten Becherkerzen zum Kauf zur Verfügung.

"Ich fände es ein schönes Zeichen, wenn viele ein Kerzenlicht ins Fenster stellen", sagt Basilikapfarrer und Dekan Ekkehard Schmid. Die Becher sind in denselben Farben erhältlich wie der Windschutz der Handkerzen in den Vorjahren. Der Erlös des Verkaufs kommt Menschen in der Partnerstadt Mantua zugute, die besonders hart von der Pandemie betroffen sind.  Und noch etwas anderes ist auch dieses Jahr möglich. Weingartener können durch Blumenschmuck und die übliche Beflaggung der Häuser und Straßen ausdrücken, dass der Blutfreitag für sie trotz der Einschränkungen ein ganz besonderer Feiertag bleibt.

Um die bestehenden Vorgaben einhalten zu können, bitten die Verantwortlichen eindringlich die Übertragung im Internet zu nutzen und keinesfalls persönlich zu kommen. "Wir vertrauen hier auf die Vernunft und die Unterstützung der Gläubigen und hoffen, dass dieser Blutfreitag eine Ausnahme bleibt", betont Schmid. Für diejenigen, die arbeiten müssen, bleiben die Livestreams auf YouTube zum Nachschauen.

Frankreich: Lourdes öffnet, aber nur für Kleinstgruppen

Der Marienwallfahrtsort Lourdes wird am Samstag wieder für Einzelpilger und ihrer Begleitung offenstehen. Wallfahrtsdirektor Olivier Ribadeau Dumas sprach von einem „großen Hoffnungszeichen“ nach zwei Monaten der Sperre.

Das Heiligtum im Südwesten Frankreichs blickt auf die längste Phase der Schließung in seiner Geschichte zurück. Pilger können ab 16. Mai in Gruppen von höchstens zehn Personen zwischen 14 und 18 Uhr den Heiligen Bezirk besuchen und dürfen sich höchstens 30 Minuten dort aufhalten. Die eigentliche Lourdesgrotte bleibt einstweilen gesperrt, nur der Gebetsbereich davor wird nun wieder zugänglich, auch Kerzen kann man dort entzünden. Üblicherweise nähern sich Pilger der Grotte in Prozessionsform und berühren die Wände, über die das Wasser aus der Lourdes-Quelle fließt.

Gemäß staatlicher französischer Vorgaben können ausschließlich Menschen aus einem Umkreis von 100 Kilometern kommen. Helfende empfangen sie an den beiden Eingängen des Wallfahrtsortes, erklärte der Direktor. Heilige Messen unter Beteiligung von Gläubigen bleiben auch in Lourdes vorerst ausgesetzt, da Frankreich sie noch nicht wieder zugelassen hat. Den Verlust an Einnahmen durch die Schließung bezifferte Ribadeau Dumas auf rund acht Millionen Euro.

Annakapelle und St.-Anna-Tag in Mulfingen

Am Fuß des Jagstbergs gegenüber von Mulfingen gibt es eine Quelle, die seit langer Zeit als heilkräftig gilt. Im Jahr 1510 ließ der Amtmann von Jagstberg, Ritter Zaisolf von Rosenberg, dort eine Kapelle erbauen. Eine auf Anweisung des Würzburger Fürstbischofs Julius Echter geführte amtliche Liste nennt Ende des 16. Jahrhunderts auf die Quelle zurückgehende 98 Heilungen. Nach wechselvollen Zeiten der Wallfahrt wird die St.-Anna-Kapelle im Jahr 1870 renoviert und die Wallfahrt neu belebt.

Heute findet alljährlich am Annafest, dem 26. Juli, ein großer Wallfahrtstag an der Annakapelle statt. Nach Beichtgelegenheit um 7 Uhr wird um 9 Uhr ein feierliches Hochamt mit Festprediger gefeiert. Um 14:30 Uhr werden in einer Andacht mitgebrachte Devotionalien gesegnet. Nach dem feierlichen Abendgottesdienst um 20 Uhr führt eine Lichterprozession in die Ortsmitte von Mulfingen. Aktuelle

Georgsritt in Marlach

Die  Reiterprozession in Schöntal-Marlach zu Ehren des Kirchenheiligen Sankt Georg findet traditionell jedes zweite Jahr statt (in jedem Jahr mit gerader Jahreszahl)

und zwar um den Gedenktag des Hl. Georg am 23. April herum.

Beginn des Georgsritts ist um 14 Uhr auf dem Marlacher Kirchplatz.

Der Weg führt, musikalisch durch die Blaskapelle Marlach begleitet, durch die herrliche Frühlingslandschaft zur Altdorfer Kreuzkapelle.

Dort findet eine gemeinsame Andacht von Reitern und „Fußvolk“ statt. Die Prozession endet vor der Marlacher Kirche.
In der Festhalle Marlach gibt es im Anschluss an den Georgsritt die Möglichkeit, sich bei Kaffee, Kuchen und Würstchen zu stärken und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Pilgerwanderweg zwischen Weißbach und Crispenhofen

Ferienzeit heißt für viele Naturliebhaber auch Wanderzeit. Gar nicht weit in die Ferne schweifen muss man für einen Pilgerwanderweg hier in Hohenlohe, den Gemeindemitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Crispenhofen/ Weißbach gemeinsam mit Gläubigen der katholischen Kirchengemeinde St. Bonifatius in Weißbach vergangenes Jahr realisiert haben. Entstanden ist ein Rundwanderweg mit acht Stationen. Ganz Unterschiedliches haben die Macher des Pilgerweges sich dafür einfallen lassen: Eine kleine Gr otte im Wald, einen Aussichtspunkt am Sonnenhang über Weißbach oder auch ein Kreuz aus Eichenholz, an dessen Sockel beschriftete Flusskiesel liegen, erwarten den Pilger. An Station III kann dieser sich sogar auf einer gemütlichen Liege niederlassen. Mitten im Weiler Halberg, dem höchsten Punkt der Strecke, trifft der Wanderer auf eine Getreidespirale. An allen Pilgerstationen wurden Infotafeln aufgestellt. Mag der Wanderer sich die Zeit dafür nehmen, dann kann er hier Begleittexte lesen und spirituelle Impulse bekommen.

Ausgangspunkte des 7,5 Kilometer langen Pilgerwegs „Lebenszeit – Zeit zu leben“ sind die evangelische Kirche in Weißbach oder die evangelische Kirche in Crispenhofen. Parkplätze gibt es an der katholischen Kirche in Weißbach oder nahe der Tennisanlage in Crispenhofen. Der Pilgerweg, der mit weißen Wegweisern mit einem Taubensymbol darauf ausgeschildert ist, ist nur bedingt mit Kinderwagen zu begehen. Festes Schuhwerk ist erforderlich. Ein Flyer mit Erläuterungen und einer Wanderkarte liegt in den Kirchen, im Weißbacher Rathaus und im Landratsamt auf.

Mehr Infos zum Pilgerweg gibt es im evangelischen Pfarramt Weißbach,

Telefon 07947/ 526 oder per Email pfarramt.weissbach(at)web.de

 

 

Wallfahrtskirche Reute "Wallfahrt zur Seligen Guten Beth" Bad Waldsee

Wallfahrtskirche Reute

Haupfest: "Gut-Betha-Fest" (25. November) und Sternwallfahrt von Kloster und Seelsorgeeinheit (Anfang Juli)
 

Elisabeth Achler, später „Gute Beth“ genannt, erblickte am 25. November 1386 als Tochter eines Weberehepaares in Waldsee das Licht der Welt. Im Jahre 1403 zog sie auf Rat ihres geistigen Begleiters Konrad Kügelin in die neu erbaute Klause nach Reute, wo sie nach den Regeln des heiligen Franziskus ein Leben in Armut und Gebet pflegte. Als Terziarin des Franziskanerordens versorgte sie im Kloster, das 1406 aus der Klause hervorging, die Armen. Diese Liebe zu den Menschen gab Elisabeth den Namen "Gute Beth". Elisabeth, die die Wundmale Christi trug, starb am 25. November 1420 in Reute und wurde 1766 von Papst Clemens XIII. selig gesprochen.
Die Gebeine der Guten Beth ruhen heute im Glasschrein des Seitenaltars in der Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Peter und Paul, die 1624 bis 1629 im Renaissancestil erbaut wurde. Der Turm stammt vom Vorgängerbau aus dem Jahr 1250.  Auf dem Klostergelände, das die Franziskanerinnen von Ehingen an der Donau aus 1869 neu besiedelten, befinden sich der Gut-Beth-Brunnen und die 2007 eingeweihte Pilgerstätte.

Auf dem Weg sein

Pilgern heißt unterwegs sein - ein Sinnbild des menschlichen Lebens. Aufbrechen, den gewohnten Alltag hinter sich lassen, sich in der Fremde auf Neues einlassen, auf ein Ziel zugehen und reich an Erfahrungen heimkehren, darin wird eine uralte Sehnsucht des Menschen sichtbar.

Wer sich auf Pilgerschaft begibt, begegnet der Natur, anderen Menschen, der Geschichte und Kultur entlang des jeweiligen Weges, aber auch den eigenen Stärken und Schwächen. In all dem steckt auch die Chance einer Begegnung mit Gott als tragender Grund, als Begleiter oder als Hindernis

Wallfahrtskirche auf dem Palmbühl "Schömberg"

Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes

Marienfeste

Auf einem Hügel außerhalb der Stadt gelegen und auf der rechten Seite der Schlichem befindet sich die Wallfahrtskirche zur "Schmerzhaften Muttergottes" vom Palmbühl.

Im Jahre 1631 wurde sie auf der verfallenen Leonhardskapelle errichtet. Nach einigen Umbaumaßnahmen ist sie seit etwa 1725 in ihrer heutigen Form erhalten. Im Inneren ist die Palmbühlkirche eine hohe Saalkirche im Barockstil mit vielen teils aus dem 14. Jahrhundert stammenden Gemälden, Figuren und Schnitzereien – unter anderem die gotische Pietá. Ein Großteil der Arbeiten werden dem einheimischen Künstler Urban Faulhaber zugeschrieben. Im Außenbereich des Palmbühls befindet sich ein Kreuzweg mit 14 Stationen, der von der Kapelle ins Schlichemtal führt.

Eine Legende zur Entstehung des Wallfahrtsortes erzählt, dass vorbeiziehende Kaufleute von der Straße her einen wunderlichen, schönen Gesang gehört haben und sie in die damals dort stehende Leonhardskapelle eintraten. Im Kirchenraum sahen sie aber nur das Marienbild.

Münster Unserer Lieben Frau

Zwiefalten

Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau
Marienfeste und Wallfahrten der Gemeinden mit italienischer (Pfingstmontag) und kroatischer Muttersprache (Dreifaltigkeitssonntag)

Das Münster im alten Kloster- und Wallfahrtsort Zwiefalten, ist eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Spätbarock. Der Bau der Kirche der 1806 säkularisierten Abtei wurde 1739 von den Brüdern Joseph und Martin Schneider begonnen und bis 1765 von Johann Michael Fischer vollendet.   
Die reiche Ausstattung der Kirche enthält barocke Deckenfresken und ein Altarblatt von Franz Joseph Spiegler, Fresken von Andreas Meinrad von Au, Stukkaturen von Johann Michael Feuchtmayer dem Jüngeren sowie Skulpturen und ein Chorgestühl von Johann Joseph Christian. Über dem Kreuzaltar thront das Gnadenbild der Gottesmutter, ein Kleinod der Spätgotik aus dem 15. Jahrhundert, das im Barock überarbeitet wurde.

Festgottesdienst und Festakt feierte des Dekanat Hohenlohe am 29. Juni 2018

Mit einem Festgottesdienst und Festakt feierte des Dekanat Hohenlohe am 29. Juni 2018 mit Weihbischof Thomas Maria Renz in der Klosterkirche Schöntal sein zweihundertjähriges Bestehen. Bei der Gabenbereitung brachten Vertreter und Vertreterinnen der Seelsorgeeinheiten und Einrichtungen symbolische "Früchte" ihres Engagements nach vorn. Gäste waren unter anderem Landrat Dr. Matthias Neth, Dekanin Sabine Waldmann und Dekan Dr. Friedemann Richert. (Alle Fotos: Linus Kraft)

Auf dem Weg sein

Pilgern heißt unterwegs sein - ein Sinnbild des menschlichen Lebens. Aufbrechen, den gewohnten Alltag hinter sich lassen, sich in der Fremde auf Neues einlassen, auf ein Ziel zugehen und reich an Erfahrungen heimkehren, darin wird eine uralte Sehnsucht des Menschen sichtbar.

Wer sich auf Pilgerschaft begibt, begegnet der Natur, anderen Menschen, der Geschichte und Kultur entlang des jeweiligen Weges, aber auch den eigenen Stärken und Schwächen. In all dem steckt auch die Chance einer Begegnung mit Gott als tragender Grund, als Begleiter oder als Hindernis.

"Wallfahrtskirche Steinhausen" Bad Schussenried

Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes

Hauptfest: Mariä Schmerzen (Freitag vor Palmsonntag)

Die Wallfahrtskirche St. Petrus und Paulus in Steinhausen,  die anscheinend "schönste Dorfkirche der Welt", wurde zwischen 1728 und 1733 von Meistern der Wessobrunner Schule gebaut. Sie gilt als herausragendes Werk des früheren Rokoko und als erste Kirche ovalen Grundrisses mit Freipfeileranlage.

Schon vor dem Bau der Kirche pilgerten viele Menschen zum 1415 in einer kleinen Marienkirche aufgestellten Gnadenbild. Nach Umbauten und Erweiterungen dieser Kirche im 17. Jahrhundert beschloss Abt Didacus Ströbele vom Schussenrieder Prämonstratenserkloster, welches für Steinhausen zuständig war, den Neubau der Kirche, weil die alte die Pilgerströme nicht mehr fassen konnte.

Nach Schließung des Klosters 1803 übernahmen Weltpriester die Wallfahrtsseelsorge, bevor die Kirche 1865 Pfarrkirche wurde.

Martinusweg

Der Martinusweg ist ein am 15. April 2011 eröffneter Pilgerweg. Er führt in einer Hauptstrecke und vier Nebenstrecken durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart in Baden-Württemberg und soll in Zukunft über das Erzbistum Freiburg sowie die Bistümer Mainz und Trier nach Frankreich fortgeführt werden. Der Martinusweg ist an The Saint Martin of Tours Route, einem Kulturweg des Europarats, angeschlossen sowie eine Nebenstrecke zur Via Sancti Martini, die vom Geburtsort des Heiligen Martin von Tours im ungarischen Szombathely zu seiner Grablege im französischen Tours führt. Mit etwa 1200 Streckenkilometern gehört der Martinusweg zu den längsten zusammenhängenden Pilger- und Wanderwegen in Deutschland.

 

Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Weingarten

Als „schwäbisches St. Peter“ bezeichnet gilt das barocke Gotteshaus in seinen Ausmaßen als größte Barockkirche nördlich der Alpen. Knapp halb so groß wie der mächtige Petersdom in Rom sollte sie so nach dem Willen des Bauherrn, Abt Sebastian Hyller, einen würdigen Schrein für das Kostbare Blut Christi darstellen.

In den Jahren 1715 – 1724 errichtet, zählt sie zu den Hauptwerken der Vorarlberger Bauschule. Mit den großartigen Deckenfresken von Cosmas Damian Asam, der imposanten Westorgel von Joseph Gabler, dem meisterlichen Chorgestühl von Joseph Anton Feuchtmayer und den bewegten Altarskulpturen von Diego Francesco Carlone erweist sich das Kircheninnere als beeindruckender Festsaal Gottes, als Versuch, ein Stück Himmel auf Erden ahnbar zu machen.

 

Wallfahrt zum Kostbaren Blut Christi

Mit der Stiftung der Benediktinerabtei Weingarten durch Welf IV. im Jahr 1056 und der Überlassung der Heilig-Blut-Reliquie durch seine Gattin, Judith von Flandern 1094, beginnt die Verehrung dieses Blutstropfens Jesu hier in Weingarten seit über 900 Jahren. Die Überlieferung sieht dieses Herz-Jesu-Blut als Teil derselben Reliquie, die auch in der Kirche St. Andreas im oberitalienischen Mantua verehrt wird. Diese gemeinsame Linie führt sich in der Verehrung zurück auf jenen Hauptmann Longinus, der in den Evangelien Jesus mit einer Lanze in die Seite stieß zum Zeichen seines Todes. Infolge dieser Christusreliquie verstand sich die Wallfahrtskirche von Weingarten immer auch als eine Art schwäbisches Golgotha und wurde spätestens in der Barockzeit zu einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Süddeutschlands. Die geistliche Bedeutung von Christi Tod am Kreuz, verdichtet in der Heilig-Blut-Reliquie, verkörpert auch eindrücklich die barocke Basilika in ihrer beeindruckenden Größe und Ausstattung.

Als Hauptwallfahrtstage gelten noch immer der Blutfreitag (Freitag nach Christi Himmelfahrt) und das Heilig-Blut-Fest (erster Julisonntag).

Jeden Freitag gedenken wir in der Kreuzwegandacht um 15 Uhr der Todesstunde Jesu. Hier und in der Abendmesse wird dabei der Segen mit der Heilig-Blut-Reliquie erteilt. Nach der Abendmesse zudem auch als Einzelsegen.

Wallfahrtskirche Ave Maria

Deggingen

Wallfahrt zur Gottesmutter Maria
Hauptfest: Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) und Marienfeste

Im Oberen Filstal oberhalb von Deggingen liegt die beliebte Wallfahrtskirche "Ave Maria" mit dem Marienbildnis im strahlenden Glanz des deutschen Spätbarocks. Die vom benachbarten Kapuzinerkloster betreute Kirche wurde in den Jahren 1716 bis 1718 erbaut und nach den Anfangsworten des biblischen Grußes des Engels Gabriel an die Gottesmutter "Ave Maria" genannt. Der prachtvolle Hochaltar birgt in seiner Mitte das spätgotische Gnadenbild. Die Ausstattung der Kirche stammt vom Degginger Bildhauer und Stukkateur Ulrich Schweizer und dessen Sohn Johann Jakob Schweizer.
1932 errichteten die beiden ersten Kapuziner, Pater Kilian Müller und Bruder Meinrad Hermes, das Klostergebäude neben der Wallfahrtskirche.
200 Meter oberhalb der heutigen Barockkirche steht die steingemauerte Kapelle "Alt Ave". Um 1450 erhielt diese Kapelle einen gotische Kirchenanbau, der in den Tagen der Reformation zerstört und nach dem Neubau der Barockkirche gänzlich abgebrochen wurde.

Wallfahrtskirche Höchstberg

 Gundelsheim

Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau im Nussbaum
Hauptfeste: „Hagelfreitag" nach Christi Himmelfahrt und Mariä Heimsuchung (2. Juli)

Die Wallfahrtskirche zu "Unserer Lieben Frau im Nussbaum" geht auf eine erstmals 1328 erwähnte Gnadenkapelle zurück. Das Patronat lag zunächst bei den Herren von Weinsberg, 1371 ging es auf die Herren zu Nussbaum über. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war der Bau einer Kirche in Höchstberg geplant. Letztendlich wurde jedoch nur die alte Kapelle westlich erweitert.
1698 wurde dieser Erweiterungsbau, der bis heute als Sakristei dient, vollendet. Der barock anmutende Hochaltar zeigt Maria mit dem Jesuskind, eingelassen in den Stamm eines Nussbaums, umrahmt von einem goldenen Strahlenkranz mit Wolken und Engeln, der von einer bildlichen Darstellung der Heimsuchung Mariens sowie vom Heiligen Geist in Gestalt einer Taube im Strahlenkranz einer Wolke bekrönt wird.

Einer Überlieferung zufolge ist einem Schäfer nahe der Gnadenkapelle Maria mit dem Jesuskind in einem Nussbaum erschienen, was dazu geführt haben soll, dass man sich für die Erweiterung der Kapelle anstelle dem Bau einer Kirche im Ort entschieden hat.

Wallfahrtskirche Hohenrechberg


Schwäbisch Gmünd-Rechberg

Wallfahrt zur Schönen Maria
Hauptfest: Wallfahrtswoche Anfang September

Die 1686 erbaute Wallfahrtskirche St. Maria befindet sich auf dem Gipfelplateau des Hohenrechbergs südlich von Schwäbisch Gmünd am Nordrand der Schwäbischen Alb. Die Burgruine aus der Zeit der Staufer liegt etwa 100 m tiefer im Westen des Kaiserbergs. Um das Jahr 1488 ließ Graf Ulrich von Rechberg eine steinerne Kirche erbauen. Durch die Zunahme der Wallfahrt erwies sich diese bald als zu klein, sodass Graf Bernhard Bero von Rechberg den Bau der jetzigen Barockkirche vorantrieb.
Seit Ende des 11. Jahrhunderts ist der Hohenrechberg als Gnadenort bekannt, seit dem 15. Jahrhundert ist er ein beliebtes Ziel von Wallfahrern, um die Gnadenmutter vom Hohenrechberg um Hilfe zu bitten. Die "Schöne Maria" – ein geschnitztes Marienbild – befindet sich in der Mitte des Hochaltars. Sie trägt das Jesuskind auf dem Schoß, in ihrer Rechten hält sie ein goldenes Zepter. Zwei Engel schweben über ihr und halten die Königskrone. Ein weiteres Kleinod in der Kirche ist der Taufbrunnen, der eine Holzplastik trägt, die Johannes den Täufer darstellt.

Die Legende erzählt, dass ein Einsiedler ein schönes aus Lindenholz geschnitztes Marienbild dorthin brachte. Er erbaute für dieses Marienbild eine hölzerne Kapelle und für sich eine Klause.

Wallfahrtskapelle Neusaß

Das Kloster Schöntal wurde von Mönchen des Klosters Maulbronn um 1152 ursprünglich in Neusaß gegründet und schon wenige Jahre später ins „schöne Tal“ der Jagst verlegt. Auf der Anhöhe in Neusaß verblieben die alte Holzkirche der Mönche und einige Fischweiher des Klosters, die von der Quelle bei der Kirche und vom Honigbach gespeist werden.

Im späten Mittelalter entwickelte sich Neusaß zum Ziel einer Marienwallfahrt, die 1395 erstmals belegt ist, und anlässlich der ab 1397 bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch ein Markt stattfand.

Die ältesten Teile der heutigen Kapelle stammen aus der Zeit der Spätgotik, die Kapelle erhielt 1667 einen neuen Chor und wurde 1706 vergrößert. Anlässlich des Neubaus des Chors 1667 wurde auch das Heiligenbrünnlein bei der Kirche neu gefasst, dem man eine Heilwirkung nachsagt.

Der Altar der Kirche wurde 1906 errichtet und trägt die Züge des Jugendstils. In der Mitte eines kreisrunden, aus goldenem Rankwerk gebildeten Schreins enthält er eine spätgotische, farbig gefasste Pieta.

Wallfahrtskirche Neusaß -

Mariengrotte mit „Heiligenbrünnle"/ uralte Linde

Die Wurzeln des Klosters Schöntal?

Neusaß gilt seit undenklichen Zeiten als ein ganz besonderer Ort. Umgeben von den ehemaligen Fischteichen des Klosters und eingebettet in eine idyllische Landschaft umgibt diesen Ort eine deutlich spürbare spirituelle Energie. Zahlreiche Grabhügel aus keltischer Vergangenheit lassen erahnen, dass die Gegend schon 1000 v. Chr. besiedelt war und es
spricht vieles dafür, dass die Quelle „Heiligenbrünnle" schon in vorchristlicher Zeit Kultstätte war. Der Überlieferung nach soll in Neusaß (als Nuweseze = Neuer Sitz) bereits um das Jahr 1155 mit dem Bau eines Klosters begonnen worden sein, das wohl im Jahre 1157 ins Tal (Speziosa Vallis) verlegt wurde.
Die erste urkundliche Erwähnung jedenfalls stammt aus dem Jahr 1157, in welcher Kaiser Friedrich Barbarossa das Kloster unter seinen persönlichen Schutz nahm.
In einer weiteren Urkunde von 1163 wird berichtet, dass das Kloster ursprünglich Nuweseze, jetzt „Speziosa Vallis“ hieß. Ob in Neusaß wirklich die Wurzeln des Klosters Schöntal liegen, konnte bis heute nicht restlos geklärt werden. Stifter des Klosters war ein
Edelmann namens Wolfram von Bebenburg. Er erfüllte damit ein Gelöbnis, nachdem er unversehrt aus dem 2. Kreuzzug heimgekehrt war. An Neusaß vorbei führte die „Hohe Straße“, die von Bad Wimpfen her auf der Höhe zwischen Kocher und Jagst nach Osten führt. Daneben lag der große Marktplatz, auf dem Kaiser Wenzel erstmals 1397 erlaubte,
einen Markt abzuhalten, der im Jahre 1887 letztmals stattfand.
 

Die uralte Linde

Südlich des Forsthauses steht eine gewaltige Sommerlinde mit einem Umfang von 8,30 m und einer Höhe von ca. 25 m, deren Alter auf ca. 500 Jahren geschätzt wird. Es ist zu vermuten, dass drei ursprünglich einzeln gepflanzte Linden zusammengewachsen sind.
Wie an anderen heiligen Orten auch, wurden sie auch hier in Anlehnung an die heilige Dreifaltigkeit eng beisammen gepflanzt. Aufgrund baumchirurgischer Maßnahmen konnte dieses Naturdenkmal erhalten werden.
 

Ein Ort des Gebets und der Stille

Im Jahre 1395 wird erstmals von einer großen Wallfahrt in Neusaß berichtet. Die heilige Quelle und die Kapelle waren Ziel für Hunderte von Gläubigen. Noch heute ist dieser Wallfahrtsort lebendig und Maria gibt den Gläubigen Kraft und Trost. Viele Votivtafeln beweisen dies. Jährlich findet am 2. Augustwochenende die große Marienwallfahrt mit Kräuterweihe statt.
 

Fatima

 

Fátima ist ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auch von Kranken aufgesucht wird, die auf eine wundersame Heilung ihrer Krankheit hoffen. Berichtet wird, dass am 13. Mai 1917 drei Hirtenkindern, Lúcia dos Santos und den Geschwistern Jacinta und Francisco Marto, auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen sei. Diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen. Die Kinder vereinbarten untereinander Stillschweigen über diese Erscheinung, Jacinta brach jedoch dieses Versprechen, und so fanden sich am 13. Juni einige Neugierige ein, die sich mit eigenen Augen überzeugen wollten, ob die Geschichten der Kinder stimmten. Als jedoch im Juli, August und September die Zahl der Schaulustigen immer größer wurde, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober ein Wunder an. Am fraglichen Tag hätten Zehntausende von Anwesenden ein Sonnenwunder gesehen – sie konnten problemlos die Sonne, die einer Silberscheibe ähnelte, anschauen, während sich diese wie ein Feuerrad gedreht habe. Am 13. Mai 1930 wurden die Erscheinungen vom Bischof von Leiria für glaubwürdig erklärt und die öffentliche Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima an diesem Ort gestattet.

Den drei Kindern seien bei der dritten Erscheinung am 13. Juli die drei Geheimnisse von Fátima überliefert worden. 1941 schrieb Schwester Lúcia (1907–2005), das erste und zweite Geheimnis, 1944 das dritte Geheimnis auf. Die ersten beiden wurden direkt zur Veröffentlichung freigegeben, das dritte jedoch wurde versiegelt dem Papst übergeben und sollte nicht vor dem Jahr 1960 veröffentlicht werden.

Papst Johannes XXIII. entschied sich gegen eine Veröffentlichung des dritten Geheimnisses von Fátima. Dieses wurde erst am 26. Juni 2000 in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht. Der Inhalt beziehe sich nach Meinung mancher auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981, welches sich am Jahrestag der ersten Erscheinung ereignete. Papst Johannes Paul II. besuchte seinen Attentäter Mehmet Ali Ağca 1983 im Gefängnis. Bei dem Gespräch soll dieser sich auf die Erscheinungen von Fátima bezogen haben, indem er Papst Johannes Paul II. mehrfach gefragt habe, was das denn für eine Königin gewesen sei, die seinen Tod verhindert habe.

Johannes Paul II. war dreimal in Fátima. Dort sprach er am 13. Mai 2000 Jacinta und Francisco Marto selig. Auch andere Päpste, wie Pius XII., hatten zu diesem Ort eine besondere Beziehung. Paul VI. pilgerte 1967 zum Heiligtum, Benedikt XVI. am 13. Mai 2010.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Erscheinungen besuchte Papst Franziskus am 13. Mai 2017 Fátima und sprach dabei Jacinta und Francisco Marto heilig.

Samstagspilgern auf dem Martinusweg (Klicken...zu Dekanat aktuell)

Im Jahr 2011 hat Bischof Gebhard Fürst den Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingeweiht. Seitdem sind viele Menschen auf den 1.200 Kilometer quer durch Württemberg auf den Spuren des Heiligen Martins gepilgert. Der Martinusweg ist nicht nur ein Wanderweg. Er verbindet Kirchen, deren Patron der Heilige Martin ist, und lädt so alle Pilger ein, sich mit dem Heiligen Martin, seinem Leben, seinem Glaubenszeugnis und seinem Wirken auseinander­zusetzen. Pilgern auf dem Martinusweg kann so zur Spurensuche werden: Nach Spuren des Heiligen Martin, aber noch mehr nach Spuren Gottes in unserem Leben. Die Martinusgesellschaft lädt auch 2017 gemeinsam mit den Dekanaten dazu ein, Etappen auf dem Martinusweg zu pilgern. In unserer Region sind das:

Samstag 6. Mai von Ailringen bis Marlach mit Dekan Ingo Kuhbach

Samstag 20. Mai von Marlach bis Schöntal mit Dekanatsreferent Thomas Böhm


Einen ausführlichen Flyer erhalten Sie in der Dekanatsgeschäftsstelle (Amrichshäuser Str. 36, Künzelsau, Mail: kathdekanat.hohenlohe(at)drs.de)

 

 

"Willkommen im schönen Tal"...

"zu allen Jahreszeiten"

Es gibt Sie noch, die Orte der Ruhe und Entspannung,
die Kraft und Inspiration schenken,
neue Anregungen bieten und Ausgleich vom Alltäglichen schaffen.
Das ehemalige Zisterzienserkloster Schöntal,
im herrlichen Jagsttal gelegen, beherbergt heute eines
der Bildungshäuser der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 

Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" in Walldürn

Die barocke und mit odenwaldtypischen Buntsandsteinen erbaute Wallfahrtskirche wurde am 16. Februar 1962 durch den damaligen Papst Johannes XXIII. zur "Basilika minor" erhoben. Der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn ließ diese Kirche zwischen 1698-1728 erbauen und vor allem das Innere der Basilika besticht durch die prächtige Barockausstattung nach italienischer Art.

Auf dem Wallfahrtsplatz, der im Jahre 1950 angelegt wurde, versammeln sich alljährlich Tausende von Pilgern zu den großen Gottesdiensten während der Wallfahrtszeit. Verehrung des Heiligen Blutes bis in die heutige Zeit.
Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" in Walldürn geht auf ein Geschehen zurück, das sich im Jahre 1330 ereignete: Ein Priester namens Heinrich Otto stieß während der heiligen Messe versehentlich den Altarkelch um. Der bereits konsekrierte Wein ergoss sich auf das darunter liegende Korporale und es zeichnete sich das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf "Veronicae" ab.

Heinrich Otto versteckte voll Schrecken das Leinentüchlein unter der Altarplatte und erst auf dem Sterbebett gestand er das Geheimnis des "Blutigen Korporales".

Man fand das Tuch an der angegebenen Stelle. Schnell verbreitete sich die Nachricht von diesem Zeichen, das Gott in Walldürn bewirkt hatte und die ersten Pilger kamen zur Verehrung des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus nach Walldürn.

Um das Jahr 1920 wurde ein weißes Schutztuch aus Leinen hinter dem Korporale befestigt. Als man nun am 23. März 1950 das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersuchte, wurde auf ihm eine Vergilbung sichtbar, die das Bild des gekreuzigten Heilands umriss. Fachleute sind der Ansicht, die Gestalt des im Gewebe des Korporale vor Jahrhunderten vertrockneten Weines habe das Durchströmen des Lichtes so behindert, dass im Laufe von drei Jahrzehnten sich diese Vergilbungsumrisse auf dem Schutztuch abzeichnen konnten.

Ziel der Pilger der Walldürner Wallfahrt ist heute der Heilig-Blut-Altar.

Mehr als 80.000 Gläubige besuchen jährlich die über 670 Jahre alte Wallfahrt.

Die jährliche Hauptwallfahrtszeit erstreckt sich über vier Wochen und beginnt immer am Sonntag nach Pfingsten, mit dem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit. In dieser Zeit kommen rund hundert Fußwallfahrtsgruppen nach Walldürn, die oftmals mehrere Tage unterwegs sind, wie zum Beispiel die Pilger aus Köln oder Fulda. Immer wieder wird von Gemeinden das Wallfahren neu entdeckt und durchgeführt.

Die Fulda-Eichsfeld-Prozession führt jährlich über 1.000 Pilger nach Walldürn und hatte ihren Urspung im Jahr 1682 in der Walldürner Partnergemeinde Küllstedt. Aber auch viele Buspilger und PKW-Anreisende kommen in diesen vier Wochen mit Ihren Anliegen nach Walldürn.

Die Sonn- u. Feiertage werden besonders festlich begangen. Bischöfe aus verschiedenen Bistümern Deutschlands und auch aus dem Ausland zelebrieren die Gottesdienste an den kirchlichen Hochfesten.

An Fronleichnam und eine Woche später am Großen Blutfeiertag – einem örtlichen Feiertag, der nur in Walldürn begangen wird - finden darüber hinaus die großen Prozessionen durch die festlich geschmückten Straßen statt.
Die Lichterprozessionen zur Abendszeit bietet den vielen Pilgern einen beeindruckenden Ausklang eines ereignisreichen Wallfahrtstages.

Am fünften Sonntag nach Pfingsten endet die vierwöchige Kernwallfahrtszeit. Viele Pilgergruppen kommen jedoch das ganze Jahr über nach Walldürn. Und es sind nicht nur die Älteren, die den Weg zum Wallfahrtsort in den Odenwald finden. Vermehrt bezeugen auch junge Menschen ihren Glauben, insbesondere bei den zahlreichen Fußwallfahrten.

Walldürn ist ein moderner und für unterschiedlichste Gruppen sehr ansprechender Wallfahrtsort. So hat die Wallfahrtsleitung in den vergangenen Jahren besondere Wallfahrtstage außerhalb der Kernwallfahrtszeit eingerichtet.

Wallfahrtstag für Motorradfahrer

(immer am Pfingstsamstag)

Unter anderen einen Wallfahrtstag für Motorradfahrer (immer am Pfingstsamstag), eine Fahrradwallfahrt besonders für Familien mit Kindern (2. Samstag im September), einen Jugendwallfahrtstag sowie einen Wallfahrtstag für Erstkommunionkinder, der von vielen Pfarreien wahrgenommen wird, ist Walldürn doch ein eucharistischer Wallfahrtsort.

Neben den Traditionellen Wallfahrtstagen wie Heimatvertriebene, Senioren-, Frauen- Krankenwallfahrt wird auch die Ökumene gefördert und gelebt; z.B. mit einem Gottesdienst im byzantinischen Ritus.

So bleibt das ereignisreiche Geschehen um die Walldürner Wallfahrt bis heute lebendig und die Verehrung des Heiligen Blutes wird auch für künftige Generationen ein Ort der Besinnung sowie ein Ort sein, an dem Menschen sich Kraft schöpfen können für ihr Leben.

Das gesamte Pfarr- und Wallfahrtsteam hat sich den Satz von Papst Johannes XXIII. "Tradition heißt: Das Feuer hüten und nicht die Asche aufbewahren", auf die Fahne geschrieben und möchte die Gesamtheit des Glaubens, Wissens, der Fähigkeiten und der Verhaltensweisen von einer Generation zur nächsten weitergeben".