Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Weingarten

Als „schwäbisches St. Peter“ bezeichnet gilt das barocke Gotteshaus in seinen Ausmaßen als größte Barockkirche nördlich der Alpen. Knapp halb so groß wie der mächtige Petersdom in Rom sollte sie so nach dem Willen des Bauherrn, Abt Sebastian Hyller, einen würdigen Schrein für das Kostbare Blut Christi darstellen.

In den Jahren 1715 – 1724 errichtet, zählt sie zu den Hauptwerken der Vorarlberger Bauschule. Mit den großartigen Deckenfresken von Cosmas Damian Asam, der imposanten Westorgel von Joseph Gabler, dem meisterlichen Chorgestühl von Joseph Anton Feuchtmayer und den bewegten Altarskulpturen von Diego Francesco Carlone erweist sich das Kircheninnere als beeindruckender Festsaal Gottes, als Versuch, ein Stück Himmel auf Erden ahnbar zu machen.

 

Wallfahrt zum Kostbaren Blut Christi

Mit der Stiftung der Benediktinerabtei Weingarten durch Welf IV. im Jahr 1056 und der Überlassung der Heilig-Blut-Reliquie durch seine Gattin, Judith von Flandern 1094, beginnt die Verehrung dieses Blutstropfens Jesu hier in Weingarten seit über 900 Jahren. Die Überlieferung sieht dieses Herz-Jesu-Blut als Teil derselben Reliquie, die auch in der Kirche St. Andreas im oberitalienischen Mantua verehrt wird. Diese gemeinsame Linie führt sich in der Verehrung zurück auf jenen Hauptmann Longinus, der in den Evangelien Jesus mit einer Lanze in die Seite stieß zum Zeichen seines Todes. Infolge dieser Christusreliquie verstand sich die Wallfahrtskirche von Weingarten immer auch als eine Art schwäbisches Golgotha und wurde spätestens in der Barockzeit zu einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Süddeutschlands. Die geistliche Bedeutung von Christi Tod am Kreuz, verdichtet in der Heilig-Blut-Reliquie, verkörpert auch eindrücklich die barocke Basilika in ihrer beeindruckenden Größe und Ausstattung.

Als Hauptwallfahrtstage gelten noch immer der Blutfreitag (Freitag nach Christi Himmelfahrt) und das Heilig-Blut-Fest (erster Julisonntag).

Jeden Freitag gedenken wir in der Kreuzwegandacht um 15 Uhr der Todesstunde Jesu. Hier und in der Abendmesse wird dabei der Segen mit der Heilig-Blut-Reliquie erteilt. Nach der Abendmesse zudem auch als Einzelsegen.

Wallfahrtskirche Ave Maria

Deggingen

Wallfahrt zur Gottesmutter Maria
Hauptfest: Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) und Marienfeste

Im Oberen Filstal oberhalb von Deggingen liegt die beliebte Wallfahrtskirche "Ave Maria" mit dem Marienbildnis im strahlenden Glanz des deutschen Spätbarocks. Die vom benachbarten Kapuzinerkloster betreute Kirche wurde in den Jahren 1716 bis 1718 erbaut und nach den Anfangsworten des biblischen Grußes des Engels Gabriel an die Gottesmutter "Ave Maria" genannt. Der prachtvolle Hochaltar birgt in seiner Mitte das spätgotische Gnadenbild. Die Ausstattung der Kirche stammt vom Degginger Bildhauer und Stukkateur Ulrich Schweizer und dessen Sohn Johann Jakob Schweizer.
1932 errichteten die beiden ersten Kapuziner, Pater Kilian Müller und Bruder Meinrad Hermes, das Klostergebäude neben der Wallfahrtskirche.
200 Meter oberhalb der heutigen Barockkirche steht die steingemauerte Kapelle "Alt Ave". Um 1450 erhielt diese Kapelle einen gotische Kirchenanbau, der in den Tagen der Reformation zerstört und nach dem Neubau der Barockkirche gänzlich abgebrochen wurde.

Wallfahrtskirche Höchstberg

 Gundelsheim

Wallfahrt zu Unserer Lieben Frau im Nussbaum
Hauptfeste: „Hagelfreitag" nach Christi Himmelfahrt und Mariä Heimsuchung (2. Juli)

Die Wallfahrtskirche zu "Unserer Lieben Frau im Nussbaum" geht auf eine erstmals 1328 erwähnte Gnadenkapelle zurück. Das Patronat lag zunächst bei den Herren von Weinsberg, 1371 ging es auf die Herren zu Nussbaum über. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts war der Bau einer Kirche in Höchstberg geplant. Letztendlich wurde jedoch nur die alte Kapelle westlich erweitert.
1698 wurde dieser Erweiterungsbau, der bis heute als Sakristei dient, vollendet. Der barock anmutende Hochaltar zeigt Maria mit dem Jesuskind, eingelassen in den Stamm eines Nussbaums, umrahmt von einem goldenen Strahlenkranz mit Wolken und Engeln, der von einer bildlichen Darstellung der Heimsuchung Mariens sowie vom Heiligen Geist in Gestalt einer Taube im Strahlenkranz einer Wolke bekrönt wird.

Einer Überlieferung zufolge ist einem Schäfer nahe der Gnadenkapelle Maria mit dem Jesuskind in einem Nussbaum erschienen, was dazu geführt haben soll, dass man sich für die Erweiterung der Kapelle anstelle dem Bau einer Kirche im Ort entschieden hat.

Wallfahrtskirche Hohenrechberg


Schwäbisch Gmünd-Rechberg

Wallfahrt zur Schönen Maria
Hauptfest: Wallfahrtswoche Anfang September

Die 1686 erbaute Wallfahrtskirche St. Maria befindet sich auf dem Gipfelplateau des Hohenrechbergs südlich von Schwäbisch Gmünd am Nordrand der Schwäbischen Alb. Die Burgruine aus der Zeit der Staufer liegt etwa 100 m tiefer im Westen des Kaiserbergs. Um das Jahr 1488 ließ Graf Ulrich von Rechberg eine steinerne Kirche erbauen. Durch die Zunahme der Wallfahrt erwies sich diese bald als zu klein, sodass Graf Bernhard Bero von Rechberg den Bau der jetzigen Barockkirche vorantrieb.
Seit Ende des 11. Jahrhunderts ist der Hohenrechberg als Gnadenort bekannt, seit dem 15. Jahrhundert ist er ein beliebtes Ziel von Wallfahrern, um die Gnadenmutter vom Hohenrechberg um Hilfe zu bitten. Die "Schöne Maria" – ein geschnitztes Marienbild – befindet sich in der Mitte des Hochaltars. Sie trägt das Jesuskind auf dem Schoß, in ihrer Rechten hält sie ein goldenes Zepter. Zwei Engel schweben über ihr und halten die Königskrone. Ein weiteres Kleinod in der Kirche ist der Taufbrunnen, der eine Holzplastik trägt, die Johannes den Täufer darstellt.

Die Legende erzählt, dass ein Einsiedler ein schönes aus Lindenholz geschnitztes Marienbild dorthin brachte. Er erbaute für dieses Marienbild eine hölzerne Kapelle und für sich eine Klause.

Fatima

 

Fátima ist ein bedeutender Wallfahrtsort der katholischen Kirche, der auch von Kranken aufgesucht wird, die auf eine wundersame Heilung ihrer Krankheit hoffen. Berichtet wird, dass am 13. Mai 1917 drei Hirtenkindern, Lúcia dos Santos und den Geschwistern Jacinta und Francisco Marto, auf einem Feld die Jungfrau Maria erschienen sei. Diese habe ihnen befohlen, künftig an jedem 13. des Monats an diesen Ort zurückzukommen. Die Kinder vereinbarten untereinander Stillschweigen über diese Erscheinung, Jacinta brach jedoch dieses Versprechen, und so fanden sich am 13. Juni einige Neugierige ein, die sich mit eigenen Augen überzeugen wollten, ob die Geschichten der Kinder stimmten. Als jedoch im Juli, August und September die Zahl der Schaulustigen immer größer wurde, kündigte die Erscheinung für den 13. Oktober ein Wunder an. Am fraglichen Tag hätten Zehntausende von Anwesenden ein Sonnenwunder gesehen – sie konnten problemlos die Sonne, die einer Silberscheibe ähnelte, anschauen, während sich diese wie ein Feuerrad gedreht habe. Am 13. Mai 1930 wurden die Erscheinungen vom Bischof von Leiria für glaubwürdig erklärt und die öffentliche Verehrung Unserer Lieben Frau von Fátima an diesem Ort gestattet.

Den drei Kindern seien bei der dritten Erscheinung am 13. Juli die drei Geheimnisse von Fátima überliefert worden. 1941 schrieb Schwester Lúcia (1907–2005), das erste und zweite Geheimnis, 1944 das dritte Geheimnis auf. Die ersten beiden wurden direkt zur Veröffentlichung freigegeben, das dritte jedoch wurde versiegelt dem Papst übergeben und sollte nicht vor dem Jahr 1960 veröffentlicht werden.

Papst Johannes XXIII. entschied sich gegen eine Veröffentlichung des dritten Geheimnisses von Fátima. Dieses wurde erst am 26. Juni 2000 in Rom durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht. Der Inhalt beziehe sich nach Meinung mancher auf das Papstattentat vom 13. Mai 1981, welches sich am Jahrestag der ersten Erscheinung ereignete. Papst Johannes Paul II. besuchte seinen Attentäter Mehmet Ali Ağca 1983 im Gefängnis. Bei dem Gespräch soll dieser sich auf die Erscheinungen von Fátima bezogen haben, indem er Papst Johannes Paul II. mehrfach gefragt habe, was das denn für eine Königin gewesen sei, die seinen Tod verhindert habe.

Johannes Paul II. war dreimal in Fátima. Dort sprach er am 13. Mai 2000 Jacinta und Francisco Marto selig. Auch andere Päpste, wie Pius XII., hatten zu diesem Ort eine besondere Beziehung. Paul VI. pilgerte 1967 zum Heiligtum, Benedikt XVI. am 13. Mai 2010.

Anlässlich des 100. Jahrestages der Erscheinungen besuchte Papst Franziskus am 13. Mai 2017 Fátima und sprach dabei Jacinta und Francisco Marto heilig.

Samstagspilgern auf dem Martinusweg (Klicken...zu Dekanat aktuell)

Im Jahr 2011 hat Bischof Gebhard Fürst den Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart eingeweiht. Seitdem sind viele Menschen auf den 1.200 Kilometer quer durch Württemberg auf den Spuren des Heiligen Martins gepilgert. Der Martinusweg ist nicht nur ein Wanderweg. Er verbindet Kirchen, deren Patron der Heilige Martin ist, und lädt so alle Pilger ein, sich mit dem Heiligen Martin, seinem Leben, seinem Glaubenszeugnis und seinem Wirken auseinander­zusetzen. Pilgern auf dem Martinusweg kann so zur Spurensuche werden: Nach Spuren des Heiligen Martin, aber noch mehr nach Spuren Gottes in unserem Leben. Die Martinusgesellschaft lädt auch 2017 gemeinsam mit den Dekanaten dazu ein, Etappen auf dem Martinusweg zu pilgern. In unserer Region sind das:

Samstag 6. Mai von Ailringen bis Marlach mit Dekan Ingo Kuhbach

Samstag 20. Mai von Marlach bis Schöntal mit Dekanatsreferent Thomas Böhm


Einen ausführlichen Flyer erhalten Sie in der Dekanatsgeschäftsstelle (Amrichshäuser Str. 36, Künzelsau, Mail: kathdekanat.hohenlohe(at)drs.de)

 

 

 

Aufruf des Bischofs zur Aktion Martinusmantel 2016

Den Mantel teilen heute -Arbeit für Alle

Aufruf von Bischof Dr. Gebhard Fürst zur Aktion Martinusmantel 2016

Liebe Schwestern und Brüder,das Fest unseres Diözesanpatrons, des Heiligen Martin, und seine barmherzige Begegnung mit dem armgemachten Bettler vor den Toren der Stadt Amiens lässt mich in diesen Tagen besonders an die Menschen denken, die heute den Anschluss an unsere Gesellschaft verloren haben.Trotz guter Wirtschaftslage und niedriger Erwerbslosenquote leben noch immer zu viele Menschen unter uns, die ohne Arbeit sind oder sich schwertun, eine ihren Möglichkeiten entsprechende Ausbildung beginnen zu können. Sie haben sich ihr Schicksal nicht ausgesucht. Sie sind ohne Arbeit, weil ihr Arbeitsplatz wegrationalisiert wurde, weil sie krank sind, weil sie nicht leistungsfähig genug sind –weil sie in das Schema unserer Marktgesellschaft nicht mehr hineinpassen, die sich in großen Teilen allein am Gewinnorientiert.Mit Ihrer Hilfe, liebe Schwestern und Brüder, konnte die Aktion Martinusmantel im vergangenen Jahr 20 Arbeitsintegrations-Projekte fördern. In diesen Projekten wurden erwerbslose Menschen durch eine qualifizierte Begleitung und Unterstützung in Arbeit vermittelt und jungen Menschen ein Einstieg in eine Ausbildungbzw. Qualifizierung ermöglicht. Für jede Einzelne und jeden Einzelnen von ihnen bedeutet das einen großen Schritt in eine bessere und würdigere Zukunft. Die Mantelteilung von damals setzt sich somit bis heute fort, wenn auch auf andere Weise.Ich danke Ihnen allen sehr für Ihre Solidarität und Hilfe.Bitte unterstützen Sie auch in diesem Jahr die Aktion Martinusmantel mit einer solidarischen Spende -ganz nach ihren Möglichkeiten.Ich danke Ihnen von Herzen und wünsche Ihnen und Ihren Lieben im Jahr der Barmherzigkeit Gottes Segen,

   Ihr

  + Gebhard Fürst

Bischof

Der Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart.  www.Martinusweg.de

Der Martinusweg

Der Martinusweg ist ein am 15. April 2011 eröffneter Pilgerweg. Er führt in einer Hauptstrecke und vier Nebenstrecken durch die Diözese Rottenburg-Stuttgart in Baden-Württemberg und soll in Zukunft über das Erzbistum Freiburg sowie die Bistümer Mainz und Trier nach Frankreich fortgeführt werden. Der Martinusweg ist an The Saint Martin of Tours Route, einem Kulturweg des Europarats, angeschlossen sowie eine Nebenstrecke zur Via Sancti Martini, die vom Geburtsort des Heiligen Martin von Tours im ungarischen Szombathely zu seiner Grablege im französischen Tours führt. Mit etwa 1200 Streckenkilometern gehört der Martinusweg zu den längsten zusammenhängenden Pilger- und Wanderwegen in Deutschland.

Wallfahrtskapelle Neusaß

Das Kloster Schöntal wurde von Mönchen des Klosters Maulbronn um 1152 ursprünglich in Neusaß gegründet und schon wenige Jahre später ins „schöne Tal“ der Jagst verlegt. Auf der Anhöhe in Neusaß verblieben die alte Holzkirche der Mönche und einige Fischweiher des Klosters, die von der Quelle bei der Kirche und vom Honigbach gespeist werden.

Im späten Mittelalter entwickelte sich Neusaß zum Ziel einer Marienwallfahrt, die 1395 erstmals belegt ist, und anlässlich der ab 1397 bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts auch ein Markt stattfand.

Die ältesten Teile der heutigen Kapelle stammen aus der Zeit der Spätgotik, die Kapelle erhielt 1667 einen neuen Chor und wurde 1706 vergrößert. Anlässlich des Neubaus des Chors 1667 wurde auch das Heiligenbrünnlein bei der Kirche neu gefasst, dem man eine Heilwirkung nachsagt.

Der Altar der Kirche wurde 1906 errichtet und trägt die Züge des Jugendstils. In der Mitte eines kreisrunden, aus goldenem Rankwerk gebildeten Schreins enthält er eine spätgotische, farbig gefasste Pieta.

Wallfahrtskirche Neusaß -

Mariengrotte mit „Heiligenbrünnle"/ uralte Linde

Die Wurzeln des Klosters Schöntal?

Neusaß gilt seit undenklichen Zeiten als ein ganz besonderer Ort. Umgeben von den ehemaligen Fischteichen des Klosters und eingebettet in eine idyllische Landschaft umgibt diesen Ort eine deutlich spürbare spirituelle Energie. Zahlreiche Grabhügel aus keltischer Vergangenheit lassen erahnen, dass die Gegend schon 1000 v. Chr. besiedelt war und es
spricht vieles dafür, dass die Quelle „Heiligenbrünnle" schon in vorchristlicher Zeit Kultstätte war. Der Überlieferung nach soll in Neusaß (als Nuweseze = Neuer Sitz) bereits um das Jahr 1155 mit dem Bau eines Klosters begonnen worden sein, das wohl im Jahre 1157 ins Tal (Speziosa Vallis) verlegt wurde.
Die erste urkundliche Erwähnung jedenfalls stammt aus dem Jahr 1157, in welcher Kaiser Friedrich Barbarossa das Kloster unter seinen persönlichen Schutz nahm.
In einer weiteren Urkunde von 1163 wird berichtet, dass das Kloster ursprünglich Nuweseze, jetzt „Speziosa Vallis“ hieß. Ob in Neusaß wirklich die Wurzeln des Klosters Schöntal liegen, konnte bis heute nicht restlos geklärt werden. Stifter des Klosters war ein
Edelmann namens Wolfram von Bebenburg. Er erfüllte damit ein Gelöbnis, nachdem er unversehrt aus dem 2. Kreuzzug heimgekehrt war. An Neusaß vorbei führte die „Hohe Straße“, die von Bad Wimpfen her auf der Höhe zwischen Kocher und Jagst nach Osten führt. Daneben lag der große Marktplatz, auf dem Kaiser Wenzel erstmals 1397 erlaubte,
einen Markt abzuhalten, der im Jahre 1887 letztmals stattfand.

Die uralte Linde

Südlich des Forsthauses steht eine gewaltige Sommerlinde mit einem Umfang von 8,30 m und einer Höhe von ca. 25 m, deren Alter auf ca. 500 Jahren geschätzt wird. Es ist zu vermuten, dass drei ursprünglich einzeln gepflanzte Linden zusammengewachsen sind.
Wie an anderen heiligen Orten auch, wurden sie auch hier in Anlehnung an die heilige Dreifaltigkeit eng beisammen gepflanzt. Aufgrund baumchirurgischer Maßnahmen konnte dieses Naturdenkmal erhalten werden.

Ein Ort des Gebets und der Stille

Im Jahre 1395 wird erstmals von einer großen Wallfahrt in Neusaß berichtet. Die heilige Quelle und die Kapelle waren Ziel für Hunderte von Gläubigen. Noch heute ist dieser Wallfahrtsort lebendig und Maria gibt den Gläubigen Kraft und Trost. Viele Votivtafeln beweisen dies. Jährlich findet am 2. Augustwochenende die große Marienwallfahrt mit Kräuterweihe statt.

"Willkommen im schönen Tal"...

"zu allen Jahreszeiten"

Es gibt Sie noch, die Orte der Ruhe und Entspannung,
die Kraft und Inspiration schenken,
neue Anregungen bieten und Ausgleich vom Alltäglichen schaffen.
Das ehemalige Zisterzienserkloster Schöntal,
im herrlichen Jagsttal gelegen, beherbergt heute eines
der Bildungshäuser der Diözese Rottenburg-Stuttgart. 

Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" in Walldürn

Die barocke und mit odenwaldtypischen Buntsandsteinen erbaute Wallfahrtskirche wurde am 16. Februar 1962 durch den damaligen Papst Johannes XXIII. zur "Basilika minor" erhoben. Der Mainzer Kurfürst und Erzbischof Lothar Franz von Schönborn ließ diese Kirche zwischen 1698-1728 erbauen und vor allem das Innere der Basilika besticht durch die prächtige Barockausstattung nach italienischer Art.

Auf dem Wallfahrtsplatz, der im Jahre 1950 angelegt wurde, versammeln sich alljährlich Tausende von Pilgern zu den großen Gottesdiensten während der Wallfahrtszeit. Verehrung des Heiligen Blutes bis in die heutige Zeit.
Die Wallfahrt "Zum Heiligen Blut" in Walldürn geht auf ein Geschehen zurück, das sich im Jahre 1330 ereignete: Ein Priester namens Heinrich Otto stieß während der heiligen Messe versehentlich den Altarkelch um. Der bereits konsekrierte Wein ergoss sich auf das darunter liegende Korporale und es zeichnete sich das Bild des Gekreuzigten, umgeben von elf "Veronicae" ab.

Heinrich Otto versteckte voll Schrecken das Leinentüchlein unter der Altarplatte und erst auf dem Sterbebett gestand er das Geheimnis des "Blutigen Korporales".

Man fand das Tuch an der angegebenen Stelle. Schnell verbreitete sich die Nachricht von diesem Zeichen, das Gott in Walldürn bewirkt hatte und die ersten Pilger kamen zur Verehrung des kostbaren Blutes unseres Herrn Jesus Christus nach Walldürn.

Um das Jahr 1920 wurde ein weißes Schutztuch aus Leinen hinter dem Korporale befestigt. Als man nun am 23. März 1950 das Schutztuch mit einer Quarzlampenbestrahlung untersuchte, wurde auf ihm eine Vergilbung sichtbar, die das Bild des gekreuzigten Heilands umriss. Fachleute sind der Ansicht, die Gestalt des im Gewebe des Korporale vor Jahrhunderten vertrockneten Weines habe das Durchströmen des Lichtes so behindert, dass im Laufe von drei Jahrzehnten sich diese Vergilbungsumrisse auf dem Schutztuch abzeichnen konnten.

Ziel der Pilger der Walldürner Wallfahrt ist heute der Heilig-Blut-Altar.

Mehr als 80.000 Gläubige besuchen jährlich die über 670 Jahre alte Wallfahrt.

Die jährliche Hauptwallfahrtszeit erstreckt sich über vier Wochen und beginnt immer am Sonntag nach Pfingsten, mit dem Fest der Heiligen Dreifaltigkeit. In dieser Zeit kommen rund hundert Fußwallfahrtsgruppen nach Walldürn, die oftmals mehrere Tage unterwegs sind, wie zum Beispiel die Pilger aus Köln oder Fulda. Immer wieder wird von Gemeinden das Wallfahren neu entdeckt und durchgeführt.

Die Fulda-Eichsfeld-Prozession führt jährlich über 1.000 Pilger nach Walldürn und hatte ihren Urspung im Jahr 1682 in der Walldürner Partnergemeinde Küllstedt. Aber auch viele Buspilger und PKW-Anreisende kommen in diesen vier Wochen mit Ihren Anliegen nach Walldürn.

Die Sonn- u. Feiertage werden besonders festlich begangen. Bischöfe aus verschiedenen Bistümern Deutschlands und auch aus dem Ausland zelebrieren die Gottesdienste an den kirchlichen Hochfesten.

An Fronleichnam und eine Woche später am Großen Blutfeiertag – einem örtlichen Feiertag, der nur in Walldürn begangen wird - finden darüber hinaus die großen Prozessionen durch die festlich geschmückten Straßen statt.
Die Lichterprozessionen zur Abendszeit bietet den vielen Pilgern einen beeindruckenden Ausklang eines ereignisreichen Wallfahrtstages.

Am fünften Sonntag nach Pfingsten endet die vierwöchige Kernwallfahrtszeit. Viele Pilgergruppen kommen jedoch das ganze Jahr über nach Walldürn. Und es sind nicht nur die Älteren, die den Weg zum Wallfahrtsort in den Odenwald finden. Vermehrt bezeugen auch junge Menschen ihren Glauben, insbesondere bei den zahlreichen Fußwallfahrten.

Walldürn ist ein moderner und für unterschiedlichste Gruppen sehr ansprechender Wallfahrtsort. So hat die Wallfahrtsleitung in den vergangenen Jahren besondere Wallfahrtstage außerhalb der Kernwallfahrtszeit eingerichtet.

Wallfahrtstag für Motorradfahrer

(immer am Pfingstsamstag)

Unter anderen einen Wallfahrtstag für Motorradfahrer (immer am Pfingstsamstag), eine Fahrradwallfahrt besonders für Familien mit Kindern (2. Samstag im September), einen Jugendwallfahrtstag sowie einen Wallfahrtstag für Erstkommunionkinder, der von vielen Pfarreien wahrgenommen wird, ist Walldürn doch ein eucharistischer Wallfahrtsort.

Neben den Traditionellen Wallfahrtstagen wie Heimatvertriebene, Senioren-, Frauen- Krankenwallfahrt wird auch die Ökumene gefördert und gelebt; z.B. mit einem Gottesdienst im byzantinischen Ritus.

So bleibt das ereignisreiche Geschehen um die Walldürner Wallfahrt bis heute lebendig und die Verehrung des Heiligen Blutes wird auch für künftige Generationen ein Ort der Besinnung sowie ein Ort sein, an dem Menschen sich Kraft schöpfen können für ihr Leben.

Das gesamte Pfarr- und Wallfahrtsteam hat sich den Satz von Papst Johannes XXIII. "Tradition heißt: Das Feuer hüten und nicht die Asche aufbewahren", auf die Fahne geschrieben und möchte die Gesamtheit des Glaubens, Wissens, der Fähigkeiten und der Verhaltensweisen von einer Generation zur nächsten weitergeben".

Auf dem Weg sein

Pilgern heißt unterwegs sein - ein Sinnbild des menschlichen Lebens. Aufbrechen, den gewohnten Alltag hinter sich lassen, sich in der Fremde auf Neues einlassen, auf ein Ziel zugehen und reich an Erfahrungen heimkehren, darin wird eine uralte Sehnsucht des Menschen sichtbar.

Wer sich auf Pilgerschaft begibt, begegnet der Natur, anderen Menschen, der Geschichte und Kultur entlang des jeweiligen Weges, aber auch den eigenen Stärken und Schwächen. In all dem steckt auch die Chance einer Begegnung mit Gott als tragender Grund, als Begleiter oder als Hindernis.