Geistliche Impulse, Predigten und vieles Andere

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen verschiedene Impulse zur Verfügung - zum Mitbeten, Mitnehmen oder Weitergeben. Wir hoffen, dass für jede und jeden etwas dabei ist. So können wir auch in diesen herausfordernden Zeiten unseren Glauben und unsere Gemeinschaft untereinander pflegen.

Hoffnungszeit am 22. November 2020

Unser Sonntag: Das Weltgericht

Zum Ende des Kirchenjahres betont Pfarrer Stephan Rüssel das Gericht Gottes, das unweigerlich kommen wird und meint, die Menschheit und auch ihre Geschichte „schreien“ geradezu nach einem Richter, der die fehlende Gerechtigkeit in dieser Welt wieder herstellt. Aber: Das Evangelium zeigt uns das richtige Handeln, wenn wir die Vollendung erreichen wollen.

Pfarrer Stephan Rüssel

Christkönigssonntag, Lesejahr A

Mt 25, 31-46

Als die heilige Elisabeth einmal gefragt wurde, warum sie so viel für die Armen tue, da gab sie zur Antwort: „Ich bereite mich auf das Jüngste Gericht vor, damit ich zu meinem Richter, der von mir Rechenschaft fordern wird, sagen kann: 'Siehe, Herr, du warst hungrig und ich habe dich gespeist, du warst durstig und ich habe dich getränkt, du warst fremd und obdachlos und ich habe dich aufgenommen, du warst nackt und ich habe dich bekleidet, du warst krank und ich habe dich gepflegt, du warst gefangen und ich habe dich getröstet. Erfülle nun an mir, was du verheißen hast und sei mir barmherzig!“

Die Stunde der Verantwortung...

Der Text unseres heutigen Evangeliums ist die sogenannte „Weltgerichtsrede“. Am Ende der Welt kommt Christus wieder und hält Gericht über die Menschen. Die Trennung der weißen von den schwarzen Schafen hat im übrigen den Hintergrund, dass die Muttertiere zum Melken von den Blöcken getrennt wurden. Das Gericht Gottes, dass wir auch „Jüngstes Gericht“ nennen, weil es am Ende der Weltzeit stattfindet, geschieht in zwei Akten: Zum einen als Schiedsgericht, dass die Bösen von den Guten trennt, und als Lohn-und Strafgericht.

Schon in der Bergpredigt hat unser Herr Jesus Christus an „Jenen Tag“ erinnert. In Seinen Gleichnissen vom Unkraut und Weizen, von den guten und schlechten Fischen im Netz und von den Talenten hat auf den Ernst der Lage hingewiesen. Vom Kommen des Bräutigams in der Endzeit war im Gleichnis von den zehn Jungfrauen die Rede, dass wir am vorletzten Sonntag hörten. Der Herr mahnte da zur Wachsamkeit. Der rechte Gebrauch der anvertrauten Talente, von denen wir im Evangelium des letzten Sonntags hörten, wurde ebenso im Hinblick auf die künftige Verantwortung gesehen. Im heutigen Evangelium folgt dann entsprechend die Stunde der Verantwortung.

„Christus ist das Maß aller Dinge“

Der Gedanke des machtvollen Kommens Gottes in diese Welt war den Zuhörern Jesu, den Juden, wohlvertraut. Mit ihm verband sich für sie notwendig der Gerichtsgedanke, also der Scheidung der Guten von den Bösen. Neu ist dann, was der Herr als Maßstab des Gerichtes verkündet: der Richter wird die Menschen an sich selbst messen. Sie müssen einen Vergleich mit Ihm aushalten.
Christus ist also das Maß aller Dinge. Sein Verhalten zu den Menschen wird von Ihm zum Maß zwischenmenschlichen Verhaltens erhoben. So hat ja unser Herr Jesus Christus gesagt: „Liebt einander so, wie ich euch geliebt habe“, und: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“.
Wenn Christus sich selbst zu Maßstab des Gerichtes macht, wir also einen Vergleich mit Ihm aushalten müssen, dann ist das nur folgerichtig und logisch. In der Taufe sind wir Kinder Gottes geworden, also Söhne und Töchter Gottes. Wir wurden Christus gleich gestaltet. Wenn wir ihm aber gleich gestaltet sind, dann ist das nicht nur ein Lebensauftrag, sondern auch der Maßstab des Gerichts. So kann dann der Herr sagen: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Glaube darf nicht auf Nächstenliebe reduziert werden

Manchmal wird dieses Wort Christi leider auch missverstanden, indem man die Liebe zu Christus mit der Liebe zum Nächsten identifiziert. Wenn man die Nächstenliebe mit der Liebe zu Christus identifiziert, dann besteht die Gefahr, dass der Glaube auf die Nächstenliebe reduziert wird und die Liebe zu Christus praktisch stillschweigend unter den Tisch fällt. Es steht also nicht mehr die Liebe zu Christus im Mittelpunkt, sondern die Nächstenliebe, die dann auch gerne „Mitmenschlichkeit“ genannt wird. Damit ist dann die Nächstenliebe nicht mehr ein Ausfluss der Liebe zu Christus, sondern Jesus Christus tritt in den Hintergrund und wird praktisch irrelevant.
„Was ihr einem der geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan!“ Dieses Wort unseres Herrn Jesus Christus besagt eigentlich nur, dass die Liebe zum Nächsten der Prüfstein für die Liebe zu Gott ist. Besagt, dass wahre Gottesliebe nicht möglich ist ohne die Liebe zum Mitmenschen.
Der heilige Evangelist Johannes legt das in seinem ersten Brief so aus: „Wer aber seinem Bruder hasst, ist in der Finsternis und wandelt in der Finsternis.“ „Wer seinen Bruder nicht liebt, ist nicht aus Gott.“ „Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, kann Gott nicht lieben, den er nicht sieht.“ „Wer Gott liebt, soll auch seinen Bruder lieben.“

„Die Liebe zu Christus wird beispielsweise in der Reue über begangene Sünden, der Demut, der Anbetung Gottes, in jedem Opfer sichtbar.“

Da sich der Herr mit dem bedürftigen, leidenden und bedrängten Menschen identifiziert, kann man im Bedürftigen Christus sehen und finden. Die Nächstenliebe erhielt so eine ganz neue Motivation, in dem ein Zusammenhang hergestellt wurde zwischen der Liebe zum Menschen und der Liebe zu Christus. Mutter Teresa von Kalkutta hat dies einmal ihren Mitschwestern so gesagt: “In der Frühe seid ihr dem Herrn beim Empfang der heiligen Eucharistie begegnet; während des Tages begegnet Er euch wieder in den Hungernden, Aussätzigen und Sterbenden, die auf eure Dienste warten.”
Wir sollten aber nicht übersehen, dass die Liebe zu Christus nicht nur in der Nächstenliebe sichtbar wird, sondern auch in vielen anderen Dingen: zum Beispiel der Reue über begangene Sünden, der Demut, der Anbetung Gottes, in jedem Opfer, dass wir zur Ehre Gottes darbringen. Sie zeigt sich auch darin, dass wir Gott mehr gehorchen als den Menschen. Darum hat auch der Märtyrertod eine so hohe Bedeutung.

„Ich glaube sogar, dass der beste Beweis für das Weiterleben des Menschen nach dem Tode die Ungerechtigkeiten in dieser Welt sind.“

Die ganze Geschichte der Menschheit wäre wohl sinnlos, wenn nicht an ihrem Ende das Gericht Gottes stände. Ich glaube sogar, dass der beste Beweis für das Weiterleben des Menschen nach dem Tode die Ungerechtigkeiten in dieser Welt sind. Wenn wir nur auf die letzten 100 Jahre der Weltgeschichte schauen, dann stellen wir fest, dass viele schwere Verbrechen keinen irdischen Richter gefunden haben. Wenn es nicht das Jüngste Gericht also jene letzte Instanz der Gerechtigkeit jenseits des Grabes und der Geschichte gäbe, dann würde das ganze Dasein des Menschen in ein auswegloses Dunkel münden. Die Menschheit und ihre Geschichte schreien förmlich nach einem Letzten und Jüngsten Gericht, sie schreien förmlich nach einem Richter, vor dem es kein Ansehen der Person gibt, keine Rücksicht auf Erfolg oder Misserfolg. Einem Richter, der letztlich die fehlende Gerechtigkeit in dieser Welt wiederherstellt.
Des weiteren will die Rede unseres Herrn Jesus Christus vom Weltgericht uns letztlich ein nüchternes und zukunftsorientiertes Handeln ermöglichen. Sie soll uns zeigen, was für uns auf dem Spiel steht: nämlich welche Vollendung wir erreichen und welchem Unheil wir verfallen können.
Der Herr nennt hier einige elementare Notlagen, wie das Fehlen von Essen, Trinken, Obdach und Kleidung. Dazu noch Krankheit und Gefangenschaft. Die Kirche hat darin 6 Werke der Barmherzigkeit erkannt. Die hier aufgezählten sechs Arten von guten Taten sind schon im Alten Testament Kennzeichen einer Gott wohlgefälligen Frömmigkeit. Bald hat die Kirche aus 6 Werken 7 gemacht, um zu zeigen, dass auch das Begraben von Toten zu einer wichtigen Aufgabe der Lebenden gehört.

Und wieder: Die Unterlassungssünden

Im heutigen Evangelium erfahren wir also klar, worauf es im Leben ankommt.
Wir erfahren klar, nach welchen Kriterien wir einmal gerichtet werden: Beim Weltgericht werden nur jene Taten berücksichtigt, die aus Liebe zu Christus und zum Nächsten vollbracht wurden. Andere Taten, und mögen sie nach irdischen Maßstäben noch so groß sein, finden beim Weltgericht keine Berücksichtigung.
Und noch etwas ist von Bedeutung: Christus, der Weltenrichter, hält denen auf der linken Seite nur Unterlassungssünden vor. „Ich war hungrig und ihr habt mir nichts essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos und ihr habt mich nicht aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir keine Kleidung gegeben; ich war krank und im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht“. Hätte man eigentlich nicht erwarten müssen, dass der Herr ihnen etwas Handfestes vorhält? Etwa Mord und Totschlag, Feindschaft und Hass? Nicht aufgrund konkreter Taten erhalten die auf der linken Seite die ewige Strafen, sondern aufgrund von Unterlassungen.
Im Confiteor zu Beginn der Heiligen Messe, bekennen wir ja „dass ich Gutes unterlassen habe“ noch bevor wir bekennen „Böses getan“ zu haben. Die Unterlassungssünde steht also vor den bösen Taten. Das heißt: wir stehen in einer hohen Verantwortung für das, was wir hätten tun können, tatsächlich aber nicht getan haben.

Auch Stillschweigen kann eine Sünde sein

In früheren Zeiten kannte man einmal den Begriff der „fremden Sünde“. Im allgemeinen werden 9 solcher fremden Sünden genannt: darunter das „Stillschweigen“ zu den Sünden anderer. So dürfen wir uns durchaus fragen: Wo bleiben die vernehmlichen und hörbaren Proteste der Christen, wenn Gott in der Öffentlichkeit gelästert, verhöhnt und verspottet wird? Wo bleiben die Proteste, wenn Gottes Gebote mit den Füßen getreten werden bis hinein in die Gesetzgebung? Unterlassungssünden: das hört sich harmlos an, sind sie aber nicht. Im Blick auf das heutige Evangelium können wir die Bedeutung von Unterlassungssünden kaum unterschätzen.

Dies alles hatte die heilige Elisabeth vor Augen, als sie nach der Motivation für ihr Engagement an den Armen gefragt wurde: „Ich bereite mich auf das Jüngste Gericht vor, damit ich zu meinem Richter, der von mir Rechenschaft fordern wird, sagen kann: 'Siehe, Herr, du warst hungrig und ich habe dich gespeist, du warst durstig und ich habe dich getränkt, du warst fremd und obdachlos und ich habe dich aufgenommen, du warst nackt und ich habe dich bekleidet, du warst krank und ich habe dich gepflegt, du warst gefangen und ich habe dich getröstet. Erfülle nun an mir, was du verheißen hast und sei mir barmherzig!“

Die Gebete

Die neue Sozialenzyklika des Papstes schließt mit zwei Gebeten: So hatte Franziskus es schon bei seiner vorigen Enzyklika „Laudato si‘“ gehalten. Das erste Gebet ist, wie er in „Laudato si‘“ erläuterte, „eines, das wir mit allen teilen können, die an einen Gott glauben, der allmächtiger Schöpfer ist“, das zweite ist ökumenisch ausgerichtet.

Gebet zum Schöpfer

Herr und Vater der Menschheit,
du hast alle Menschen mit gleicher Würde erschaffen.
Gieße den Geist der Geschwisterlichkeit in unsere Herzen ein.
Wecke in uns den Wunsch nach einer neuen Art der Begegnung,
nach Dialog, Gerechtigkeit und Frieden.
Sporne uns an, allerorts bessere Gesellschaften aufzubauen
und eine menschenwürdigere Welt
ohne Hunger und Armut, ohne Gewalt und Krieg.

Gib, dass unser Herz sich
allen Völkern und Nationen der Erde öffne,
damit wir das Gute und Schöne erkennen,
das du in sie eingesät hast,
damit wir engere Beziehungen knüpfen
vereint in der Hoffnung und in gemeinsamen Zielen. Amen.

Ökumenisches Gebet

Herr, unser Gott, dreifaltige Liebe,
lass aus der Kraft deiner innergöttlichen Gemeinschaft
die geschwisterliche Liebe in uns hineinströmen.
Schenke uns die Liebe, die in den Taten Jesu,
in der Familie von Nazaret und in der Gemeinschaft der ersten Christen aufscheint.

Gib, dass wir Christen das Evangelium leben
und in jedem Menschen Christus sehen können,
dass wir ihn in der Angst der Verlassenen und Vergessenen dieser Welt
als den Gekreuzigten erkennen
und in jedem Bruder, der sich wieder erhebt, als den Auferstanden.

Komm, Heiliger Geist, zeige uns deine Schönheit,
die in allen Völkern der Erde aufscheint,
damit wir entdecken, dass sie alle wichtig sind,
dass alle notwendig sind, dass sie verschiedene Gesichter
der einen Menschheit sind, die du liebst. Amen.

Nur eine gerechte Gesellschaft ist eine gesunde Gesellschaft

Bei der Generalaudienz an diesem Mittwoch hat Franziskus daran erinnert, dass eine Gesellschaft nur dann gesund sein kann, wenn sie auch solidarisch ist. Der großen Ungleichheit, die auf der Welt herrscht, müsse man eine Sozialordnung entgegensetzen, die nicht Gleichgültigkeit, Ausbeutung und Eigeninteresse belohnt, sondern Teilhabe, Fürsorge und Großzügigkeit. Das stellte der Papst in seiner Katechese heraus, mit der er die Reihe zur Zeit nach der Coronapandemie fortsetzte.

Silvia Kritzenberger - Vatikanstadt

„Als Jünger Jesu haben wir uns vorgenommen, auf seinen Spuren zu wandeln, indem wir uns für die Armen entscheiden, den Gebrauch der Güter überdenken und für unser gemeinsames Haus Sorge tragen,“ stellte Franziskus mit Rückblick auf seine bisherigen Katechsen der Reihe „Die Welt heilen. Auswege aus der Coronakrise“ fest. Wenn Jesus die Menschen von ihren Krankheiten und körperlichen Gebrechen geheilte habe, habe er sie auch in ihrem Inneren gesund gemacht, indem er ihnen die Sünden vergab und ihre sozialen Nöte in den Blick nahm. „Jesus, der alle Geschöpfe erneuert und versöhnt, gibt uns die Gaben, die wir brauchen, um zu lieben und zu heilen, wie er es tat, um für alle zu sorgen – ohne Unterschied der Rasse, Sprache oder Nation,“ gab Franziskus zu bedenken.

Wir alle könnten also mit unseren Gaben und Fähigkeiten zur Heilung der Beziehungen beitragen. Doch erst wenn wir die Schönheit jedes Menschen und jedes Geschöpfes schätzen würden, könne auch „ein großherziges und von Zärtlichkeit erfülltes Umweltengagement entstehen. Und dann können wir Christus in unseren armen und leidenden Brüdern und Schwestern erkennen, ihnen begegnen, ihre Klage und die Klage der Erde zu hören, die sich der ihren anschließt,“ führte der Papst weiter aus.

Die Gefahr der  „Normalität“...

Auf dem Weg in eine bessere Zukunft nach der Coronakrise ist ein Kurswechsel laut Franziskus unabdingbar. Die Erneuerung der Gesellschaft könne aber nicht über eine Rückkehr zur so genannten „Normalität“ erfolgen:

„Diese Normalität war nämlich krank: erkrankt an Ungerechtigkeit, Ungleichheit und Umweltzerstörung,“ so seine Bestandsaufnahme, die er wie folgt erläutert: „Die Normalität, zu der wir berufen sind, ist die des Reiches Gottes, wo ‘die Blinden wieder sehen, die Lahmen wieder gehen, die Aussätzigen rein werden und den Armen das Evangelium verkündet wirdʼ.“ In der Normalität des Reiches Gottes reiche das Brot für alle, weil jeder das Seine beitrage und alles gerecht geteilt werde, betonte Franziskus und klagte an:

„Ein kleines Virus schlägt weiter tiefe Wunden, legt unsere physischen, sozialen und spirituellen Schwachstellen bloß. Es hat die große Ungleichheit, die auf der Welt herrscht, aufgedeckt: die Ungleichheit der Chancen, die Ungleichheit der Güter, Ungleichheit beim Zugang zur Gesundheitsversorgung, Ungleichheit der Technologie. Diese Ungerechtigkeiten sind weder natürlich noch unvermeidlich. Sie sind das Werk des Menschen, entspringen einem Wachstumsmodell, das keine Werte mehr kennt. Und so haben viele Menschen die Hoffnung verloren, Unsicherheit und Angst überhandgenommen.“

Die Letzten sollen die Ersten sein

Daher auch seine abschließende Absage an ein Wirtschaftsmodell, das nicht für eine gerechte und nachhaltige Entwicklung steht: „Wir brauchen dringend eine gute Politik und eine Sozialordnung, die Teilhabe, Fürsorge und Großzügigkeit belohnt und nicht Gleichgültigkeit, Ausbeutung und Eigeninteresse. Denn nur eine solidarische und gerechte Gesellschaft ist eine gesunde Gesellschaft. Eine Gesellschaft, die Teilhabe erlaubt, in der die ‘Letztenʼ also genau so viel gelten wie die ‘Erstenʼ, stärkt die Gemeinschaft. Eine Gesellschaft, in der die Vielfalt respektiert wird, ist viel resistenter gegen jede Art von Virus.“

Gebet des Tages

Barmherziger Gott,
die glühende Liebe zu dir
hat dem heiligen
Diakon Laurentius die Kraft gegeben,
dir und den Armen treu zu dienen
und furchtlos für dich zu sterben.

Hilf uns, dich zu lieben,
wie er dich geliebt hat,
und den Armen zu dienen,
wie er ihnen gedient hat.

(aus dem Tagesgebet)

Komm, Heiliger Geist

Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.

Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

Dich sendet Gottes Allmacht aus
im Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.

Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.

Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.

Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.

Den Vater auf dem ew’gen Thron
Und seinen auferstandnen Sohn,
dich, Odem Gottes, Heil’ger Geist,
auf ewig Erd’ und Himmel preist.

Amen.

Beten wir gemeinsam...

           Glaube   -   Hoffnung   -   Liebe

   Glaube

Gott, du bist mein Herr.

Ich glaube an Dich.

Du hast zu uns gesprochen.

Ich will auf dich hören. Die Kirche verkündet uns Dein Wort.

Ich will es annehmen. Du sprichtst aber auch durch Menschen,

die mir begegnen und durch Ereignisse die mir widerfahren.

Hilf mir, Dich in all dem zu finden und immer aus dem Glauben zu leben.

   Hoffnung

Gott du bist mein Heil.

Ich hoffe auf Dich.

Du hast durch Leben, Tod und

Auferstehung Deines Sohnes die Welt erneuert

und wirst sie einst vollenden. Von Dir darf ich darum freudig

alles erwarten - Vergebung, Heil und Herrlichkeit: für mich,

für die Meinen, für die ganze Menschheit. Hilf mir, in all

meinen Denken und Tun in dieser Hoffnung zu leben.

   Liebe

Gott du bist mein Vater

Du liebst mich

und nimmst mich an.

Ich möchte Deine Liebe aus ganzem Herzen

erwidern und weiterschenken.

Hilf mir, frei von Selbstsucht immer in Deiner Liebe

zu Leben.

Zur geistigen Kommunion

    Mein Jesus, ich glaube, dass Du im allerheiligsten Sakrament

    des Altares zugegen bist.

    Ich liebe dich über alles und meine Seele sehnt sich nach Dir.

    Da ich Dich aber jetzt im Sakrament des Altares nicht empfangen kann,

    so komme wenigstens geistigerweise zu mir.

    Ich umfange Dich, als wärest Du schon bei mir und vereinige mich mit Dir!

    Ich bete Dich in tiefster Ehrfurcht an.

    Lass nicht zu, dass ich mich je von Dir trenne. 

    Amen.

     (Alfons von Liguori)

Zu deinen Füßen, o mein Jesus, werfe ich mich nieder

und bringe Dir die Reue meines zerknirschten Herzens dar,

das sich mit seinem Nichts in Deiner heiligen Gegenwart verdemütigt.

Ich bete Dich an im Sakrament Deiner Liebe, der unfassbaren Eucharistie.

Ich sehne mich danach, Dich in der armen Wohnstatt meines Herzens zu empfangen.

Während ich das Glück der sakramentalen Kommunion erwarte, möchte ich Dich im Geist besitzen.

Komm zu mir, o mein Jesus, da ich zu Dir komme! Die Liebe umfange mein ganzes Sein im Leben und im Tod.

Ich glaube an Dich, ich hoffe auf Dich, ich liebe Dich.

Amen.

(Kardinal Merry del Val)

Tagesgebet

Beten wir gemeinsam...

Allmächtiger und ewiger Gott,

du bist unsere Zuflucht in jeder Gefahr,

an dich wenden wir uns in unserem Schmerz

und bitten dich voll Vertrauen:

Hab Erbarmen mit unserer Not.

Gewähre den Verstorbenen die ewige Ruhe,

tröste die Trauernden,

heile die Kranken.

Schenke den Sterbenden den Frieden,

den Pflegenden Stärke,

den Verantwortungsträgern Weisheit

und ermutige alle, sich einander in Liebe zuzuwenden,

damit wir gemeinsam deinem heiligen Namen die Ehre erweisen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,

unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Vertrautes während der Corona-Pandemie.

Heute an Palmsonntag

So klingen die Glocken von Christus König in Neuenstein. Klicken Sie auf das Bild:

Das Video ist von 2014, aber die Glocken sind immer noch die gleichen.

Mehr über die Glocken:

Zum Mitbeten....

Gebet

Guter und treuer Gott,

    wir tragen unsere Sorgen und unsere Ängste vor Dich

    und wir bitten in diesen beängstigenden Tagen um deinen Beistand.

    Gib uns deinen lebenspendenden Geist, der sich uns in Jesus Christus gezeigt hat.

    Lass uns in deinem Geist erkennen, was richtig ist

    und gib uns die Kraft, das rechte entschlossen zu tun.

Lass uns die Schwachen, Einsamen, Kranken,

    die Verängstigen und Bedrückten aller Art nicht übersehen.

    Hilf uns, dass wir diese Menschen nicht vergessen oder an ihnen vorbeigehen.

    Gib uns die Kraft zu helfen und heilsame Begegnungen zu ermöglichen.

    Lass sie durch unser Verhalten ihnen gegenüber deinen wirksamen Beistand erfahren.

    Durch uns möge Deine Güte und Menschenfreundlichkeit lebendig werden und bleiben.

    Das erbitten wir in dieser schweren Zeit von Dir, guter und treuer Gott.

Amen.

Gebet von Bischof Gebhard Fürst aus der Video-Botschaft vom 16. März 2020

 

Zum Mitbeten...

Gott des Lebens,
wie kostbar das Geschenk des Lebens ist, das spüren wir in diesen Wochen besonders;
und ebenso, wie sich Wesentliches von Nebensächlichem unterscheidet.
Jetzt kommen wir zu dir, um dir all diejenigen anzuvertrauen, die deiner und unserer Hilfe in dieser Zeit besonders bedürfen.
Wir bringen dir alle Erkrankten und beten für diejenigen, die sich um sie sorgen, sie pflegen und medizinisch betreuen.
Stärke all diejenigen, die bis an die Grenzen ihrer Kräfte für andere im Einsatz sind.
Allen, die in diesen Monaten Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen müssen, schenke Weisheit und Besonnenheit.
Berühre das Herz der verängstigten und verunsicherten Menschen mit deiner Ruhe.
Sei den Leidenden nahe, besonders den Sterbenden. Und wir bitten dich für jene, die jetzt trauern.
Gib Kraft und Fantasie den Familien, die jetzt auf sich zurückgeworfen sind.
Mach uns selbst einfallsreich und achtsam, damit wir Wege finden, für andere da zu sein,zu trösten, zu stärken und Hoffnung zu teilen.
Du bist der lebendige Gott.

Deshalb vertrauen wir uns dir mit unserem Leben, mit unseren Ängsten und mit unserer Kraft, an – durch Christus Jesus und in deiner Geisteskraft.

Amen.

Gott,

ich halte inne und suche Deine Nähe. 

Vieles in unserer Welt und unserer Umgebung

Ist anders geworden und ungewohnt:  

Unser Alltag hat sich so sehr verändert:

Keine Versammlungen

und gemütliche Abende in der Kneipe, 

kein spontaner Besuch bei Freunden,

kein Kinobesuch

keine Berührungen und reichlich Abstand

– Stille –                                                              

(persönliche Situation kann eingefügt werden)        

 

  Hilf mir,              

dass ich mich nicht verwirren lasse

vom Schweren und Ungewissen,

von der Angst in dieser neuen Situation.

  Lass mich mitfühlen

mit den schwachen und kranken,

den älteren und hilfsbedürftigen Menschen.

Schenke mir die Kraft und den Mut

verantwortlich zu handeln

und notwendende Entscheidungen zu treffen.

Stärke mich mit deinem Heiligen Geist,

der Klarheit schafft und ermutigt,

Durch Christus unseren Bruder,

der uns nahe ist.

Amen

     Texte und Foto: Birgit Bronner | Gestaltung: webvisio.de

Zum Nachdenken...

Dieser kleine Text ist mir soeben in die Finger gekommen.

Er regt zum Nachdenken an. Aber er kann auch die Hoffnung zeigen,

dass trotz der Einschränkungen unseres Alltags vieles noch möglich ist.

Nicht alles ist abgesagt…
der Frühling ist nicht abgesagt.
die Sonne ist nicht abgesagt.
Liebe ist nicht abgesagt.
Lächeln ist nicht abgesagt.
Lesen ist nicht abgesagt.
Beten ist nicht abgesagt.
Singen ist nicht abgesagt.
Briefe sind nicht abgesagt.
Gespräche sind nicht abgesagt.
Träumen ist nicht abgesagt.
Zukunft ist nicht abgesagt.
Hoffnung ist nicht abgesagt.

Gebet

Jeder neue Morgen ist ein neuer Anfang unseres Lebens.

Jeder Tag ist ein abgeschlossenes Ganzes.

Der heutige Tag ist die Grenze unseres Sorgens und Mühens.

Er ist lang genug, um Gott zu finden oder zu verlieren,

um Glauben zu halten oder in Sünde und Schande zu fallen.

Die alte Treue Gottes allmorgendlich neu zu fassen,

mitten in einem Leben mit Gott täglich ein neues Leben mit ihm beginnen zu dürfen,

das ist das Geschenk, das Gott uns mit jedem neuen Morgen macht.

Nun hat Gott in dem Schweigen des Morgens sein Wort geredet,

nun haben wir mit ihm und mit der Gemeinde der Christen Gemeinschaft gefunden.

Sollten wir nun nicht zuversichtlich an das Tagewerk gehen?

        Dietrich Bonhoeffer (aus: Barbara Ellermeier, Dietrich Bonhoeffer. Es lebe die Freiheit, München 2020)