Ostern 2024

Zuhause Gottesdienst feiern: Hausgottesdienst feiern Allgemeine Vorlage

Dem Leben vertrauen

Die Tugenden, die jeder in dieser Zeit des Corona-Virus braucht, sind Geduld und Vertrauen. Wir wollen wissen, dass jemand uns versteht, während wir versuchen zu verstehen, was geschehen wird. Das braucht aber eben seine Zeit – und damit auch Geduld. Dass diese sehr menschliche Frage nach dem Verstehen der eigentliche wunde Punkt im Lockdown ist, spüren viele Menschen.
Der Mai als Marienmonat kann auf diese Frage seine ganz eigene Antwort geben. Er verweist besonders auf die Got-tesmutter, die nicht nur geduldig war, sondern Gottes Anruf ganz besonders vertraut hat. Gleichsam mit kindlichem Ver-trauen dürfen Menschen sich deshalb in den Armen der Got-tesmutter geborgen wissen. Denn sie zeigt uns, dass Gott uns auch in dieser Zeit nicht allein lässt. Ihre Arme sind auch die Arme Gottes, der uns trägt und hält.
Es wird Höhen und Tiefen geben. Es wird Zeiten der Hoffnung aber auch der Verzweiflung geben. Das Corona-Virus wird nicht gleich verschwinden. Wir alle sind langfristig davon betroffen. Trotzdem brau-chen wir nicht ängstlich zu sein. Selbst wenn wir momentan nicht genau wissen, wie es weitergehen wird.
Das Bild „unserer“ Stuppacher Madonna hat dabei etwas sehr Tröstliches. Das Licht kommt oben links von Gott selbst, der trotz allem, was passieren mag, unser Vertrauen rechtfertigt. In Maria im Vorder-grund bekommt dieses Vertrauen ganz konkret Gestalt. Wie das Kind dürfen auch wir uns getragen und gehalten wissen – egal, was passiert. So brauchen wir letztlich nicht ängstlich sein. Unser Glauben gibt uns das beste Mittel, persönlich mit dieser Krise umzugehen.
Eine tiefe, vertrauensvolle Beziehung zu unserem Herrn, der Gottesmutter und allen Heiligen wird uns
unseren Frieden bringen. Gerade im Monat Mai schauen wir auf Maria Muttergottes, wir beten zu ihr,
singen ihr Lieder und zünden Kerzen an. Wir feiern damit unser Vertrauen in Gott, der sich uns in Maria
besonders nahe zeigt und die uns zeigt, was Vertrauen bedeutet und vermag.
Das gläubige Volk hat mit sicherem Gespür, das ihm eigen ist, zu allen Zeiten erkannt: Maria ist die Helferin
der Christenheit, die „Mediatrix“, die Mittlerin aller Gnaden. Sie ist allen Lobes würdig, weil aus ihr
die Sonne der Gerechtigkeit hervorgegangen ist, Christus, der Erlöser der Welt.
Die Ereignisse der heutigen Zeit zeigen, wie sehr unser Leben „am seidenen Faden“ hängt. Vieles von
dem, was bisher selbstverständlich war, ist nicht mehr so klar. Wir haben inzwischen viele Fragen, Zweifel
und Sorgen. Darum dürfen wir uns Maria zuwenden – einer Mutter, die auch die sorgenvollsten Fragen
annimmt und sie nicht als unangemessene Zweifel abtut. Sie verweist uns auf Gott, der uns trägt und
hält, auch wenn wir dies manchmal nicht zu erfahren meinen …
Die vielen Marienwallfahrtsorte in unserer Heimat – im Dekanat Mergentheim die Stuppacher Madonna
und die Bergkirche in Laudenbach, im Dekanat Hohenlohe die Wallfahrtskirche Schöntal-Neusaß – bezeugen
eine innige Verehrung der Mutter Gottes. Das „Heiligenbrünnle“ in der Mariengrotte in Neusaß
zeigt uns auch, dass Maria auf Gott verweist, der „Quelle“ allen Lebens ist.
Diese Quelle des Lebens greift auch ein Maienlied auf, das mir persönlich besonders gut gefällt. Es thematisiert
die Natur, die jetzt im Mai ganz besonders in Blüte steht und uns deshalb das Vertrauen in das
Leben erleichtert. Wenn die Natur auflebt, dürfen auch wir dem Leben trauen, das uns Gott schenkt und
auf das uns Maria im Besonderen verweist.
So singen und beten wir um Hilfe und Schutz zur Muttergottes, zu der wir auch unsere Sorgen und Ängste
tragen dürfen, weil sie diese mit uns gemeinsam Gott anvertraut:
                     Maria, Maienkönigin, dich will der Mai begrüßen
                     O segne ihn mit holdem Sinn und uns zu deinen Füßen.
                     Maria unsre Königin, du Magd des Herrn hinieden
                     Wir tragen Leid und Not dir hin, erbitt uns Gottes Frieden.


Bogdan Stolarczyk, Stellvertr. Dekan
Dekanat Mergentheim
 

Beten wir gemeinsamm...

Komm, Heil’ger Geist, der Leben schafft,
erfülle uns mit deiner Kraft.
Dein Schöpferwort rief uns zum Sein:
Nun hauch uns Gottes Odem ein.

Komm, Tröster, der die Herzen lenkt,
du Beistand, den der Vater schenkt;
aus dir strömt Leben, Licht und Glut,
du gibst uns Schwachen Kraft und Mut.

Dich sendet Gottes Allmacht aus
im Feuer und in Sturmes Braus;
du öffnest uns den stummen Mund
und machst der Welt die Wahrheit kund.

Entflamme Sinne und Gemüt,
dass Liebe unser Herz durchglüht
und unser schwaches Fleisch und Blut
in deiner Kraft das Gute tut.

Die Macht des Bösen banne weit,
schenk deinen Frieden allezeit.
Erhalte uns auf rechter Bahn,
dass Unheil uns nicht schaden kann.

Lass gläubig uns den Vater sehn,
sein Ebenbild, den Sohn, verstehn
und dir vertraun, der uns durchdringt
und uns das Leben Gottes bringt.

Den Vater auf dem ew’gen Thron
Und seinen auferstandnen Sohn,
dich, Odem Gottes, Heil’ger Geist,
auf ewig Erd’ und Himmel preist.

Amen.

Beten wir gemeinsam... "Seele Christi"

Seele Christi, heilige mich!
Leib Christi, rette mich!
Blut Christi, tränke mich!
Wasser der Seite Christi, wasche mich!
Leiden Christi, stärke mich!
O guter Jesus, erhöre mich!
Birg in deinen Wunden mich!
Von dir lass nimmer scheiden mich!
Vor dem bösen Feind beschütze mich!
In meiner Todesstunde rufe mich!
Zu dir zu kommen, heiße mich,
mit deinen Heiligen zu loben dich
in deinem Reiche ewiglich!

Amen.

Tagesgebet

Allmächtiger und ewiger Gott,

du bist unsere Zuflucht in jeder Gefahr,

an dich wenden wir uns in unserem Schmerz

und bitten dich voll Vertrauen:

Hab Erbarmen mit unserer Not.

Gewähre den Verstorbenen die ewige Ruhe,

tröste die Trauernden,

heile die Kranken.

Schenke den Sterbenden den Frieden,

den Pflegenden Stärke,

den Verantwortungsträgern Weisheit

und ermutige alle, sich einander in Liebe zuzuwenden,

damit wir gemeinsam deinem heiligen Namen die Ehre erweisen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,

unseren Herrn und Gott,

der in der Einheit des Heiligen Geistes

mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.